Datenquelle: Vlaamse Gemeenschap, 12-04-1995, ©Vlaamse Gemeenschap
Urheberrechte: All rights reserved
Das Berufungsgericht wurde, wie erwähnt, nach einem Entwurf von Louis Roelandt an der Stelle des früheren Recollectenkloosters von 1836 bis 1846 erbaut. Was den Stil betrifft, ließ sich der Architekt deutlich von der italienischen Renaissance inspirieren. Der Baukomplex mit zweieinhalb Stockwerken wurde aus Backstein errichtet und mit französischem Kalkstein verkleidet, der mit Hartstein für die Pilaster, Gesimse und Rahmen verarbeitet wurde. Die Vorder- und Rückfassade besteht aus dreizehn Joche mit einem Mittelrisalit von fünf Joche, das durch einen Portikus auf einem podium in klassizistischem Stil markiert ist, der aus einem Hauptgesims mit einem dreieckigen Giebel besteht, getragen von acht kolossalen Säulen mit korinthischem Kapitell und in der Vorderfassade (im Norden) von beiden Seiten über eine steile Treppe erreichbar. Die skulpturale Füllung des Tympanons wurde 1961 von Geo Verbanck gemeißelt. Die risalit-ecken werden durch kolossale Pilaster mit vertiefter Welle und korinthischem Kapitell abgegrenzt. Das Erdgeschoss mit abgeflachten Bossagen ist mit Rundbogenfenstern versehen. Rechteckige Oberfenster mit einem krönenden dreieckigen Giebel, der auf korinthischen Pilastern ruht, und im Mittelrisalit mit einem Gesims, Brüstungen, die als Balustraden zwischen Postamenten ausgearbeitet sind. Mezzanino über den großen rechteckigen Fenstern des Obergeschosses, beleuchtet durch quadratische Fenster im Risalit mit Radfenstern. Ein offenes Attika zur Balustrade zieht sich über die vier Fassaden. Seitenfassaden mit elf Joche. Mitteljoche mit einem großen Rundbogenfenster im Obergeschoss, flankiert von korinthischen Pilastern und gekrönt mit einem dreieckigen Giebel. Das dritte und neunte Joche sind breiter und höher. Ansonsten weist es die gleichen Merkmale wie die Vorder- und Rückfassade auf. Ursprüngliche Mobiliar wurde durch den Brand von 1926 zerstört. 1886 wurde das Denkmal von Hippolyte Metdepenningen (1799-1881) im Innenhof des Berufungsgerichts eingeweiht. Die Statue des Freimaurers, des ersten Doktors der Rechte von der Universität Gent, stammt von Julien Dillens (1849-1909) und wurde in den Werkstätten der Compagnie des Bronzes in Brüssel gegossen.
Datenquelle: Bogaert, Chris; Lanclus, Kathleen & Verbeeck, Mieke (1976)
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Adresse: Koophandelsplein 19, Gent
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