Sint-Maria-Magdalenakirche

Description

Im Jahr 1843 hatte die Königliche Kommission für Denkmäler die Pläne zur Vergrößerung und Wiederherstellung der alten Kirche abgelehnt und den Bau einer neuen Pfarrkirche empfohlen. Die angeforderten Verbesserungen am Entwurf des Architekten P. Declercq (Erondegem) entsprachen nicht den Anforderungen der Kommission; um weitere Verzögerungen zu vermeiden, erarbeitete die Königliche Kommission für Denkmäler 1847 selbst einen Plan, basierend auf dem ursprünglichen Entwurf, jedoch mit geänderten Details. Neugotische Kirche erbaut von 1848 bis 1850. Einweihung der neuen Kirche am 24. Juli 1851. Malerei des Innenraums im neugotischen Stil; Aufsicht über die Anbringung passenden neugotischen Mobiliars im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Einbau neuer Kirchenfenster in 1888 und 1890. Malerei von Chor und Seitenschiffen im Jahr 1894 durch J. Van den Bossche (Sint-Martens-Lierde). Entdoppelung des Innenportals im Jahr 1896. Phasenweise Malerarbeiten am Innenraum (1949, 1954). Restaurierungsarbeiten von 1981-1982 unter der Leitung des Architekturbüros Bressers (Gent) mit Erneuerung des Daches, Fassadenarbeiten, unter anderem nachverfugen, Wiederherstellung der Backsteinverkleidung, Erneuerung der Fenster, Auffrischung der Buntglasfenster, neue Uhrentafeln im Turm. Innenrestaurierung unter anderem der Malereien im Jahr 1986.
Schlichte Backsteinkirche mit allgemeiner einfacher symmetrischer Anlage, Orientierung abweichend nach Süden und Hauptfassade mit Turm, der den Kirchplatz dominiert. Dreischiffige Kirche mit sieben Joche, mit größtenteils umgebautem quadratischen Westturm; der Chor ist ebenso breit und hoch wie das Hauptschiff und hat ein Joch mit dreiseitiger Schließung, flankiert innerhalb der Chorwinkel von kleinen Sakristeien (im Norden) und Abstellräumen (im Süden). Langhaus mit schmalen Seitenschiffen unter einem gemeinsamen Walmdach. Verwendung von Naturstein beschränkt sich auf Sandstein für das Fundament, Hartsandstein für Fenstertracierungen und für einige dekorative Akzente des Turms: Umrahmung mit Kreuz des spitzbogigen Portals, Bogenleisten, Krönung der flankierenden Strebepfeiler und spitzbogiger Fries unter dem Kranz des eingeschnürten Turmhelms. Steinskulptur der Heiligen Maria Magdalena in einer Nische in der mittleren Turmgeschossschicht. Hohe Spitzbogenfenster in den flachen Seitenschiffen und im Chor. Fundament der Chorfassade bewahrt gemalte Fegefeuer-Darstellung und Textbanderole des entfernten Kalvarienberges.
Verputzter und bemalter Kircheninnenraum mit neugotischer Polychromie, stilistisch harmonierend mit typischer neugotischer Ausgestaltung. Kreuzrippengewölbe auf Säulen; hohe Kapitelle mit Palmetten verziert. Schwarzmarmorierte Fußbodenfliesen, weiß marmoriertes Sternmuster im Chor.
Mobiliar: 19. Jahrhundert Gemälde „Heiliger Cornelius Papst“ und „Bußfertige Heilige Maria Magdalena“ (in beiden Seitenaltären integriert). Holzkalküraus einer Calvariengruppe aus dem 18. Jahrhundert, stammt aus der abgebrochenen Sint-Gertrudiskapel, jetzt ohne Kreuz. Polychromiertes Holzbild des Heiligen Cornelius Papst aus dem 19. Jahrhundert. Späte 19. Jahrhundert polychromierte Heiligenfiguren auf entsprechenden verzierten Konsolen, unter anderem: Heiliger Joseph und Heilige Barbara von P. Verloo (Zottegem), Heilige Maria Magdalena und Heilige Donatus von Mathias Zens, Heiliger Aloysius von Van Biesbroeck (Gent). Neugotischer Hauptaltar mit Marmortisch von 1851; spätes 19. Jahrhundert Holzretabel mit polychromierten Figuren und Reliefs von Th. De Bruycker (Gent). Neugotische Holzseitenaltäre. Chorpulte von 1890, neugotisch, von Th. De Bruycker (Gent). Kirchenvorsteherbänke von 1892, neugotisch, von P. Verloo (Zottegem). Unvollständige neugotische Holzkommunionbank von 1890 von Th. De Bruycker, unter anderem Teile im Altar verarbeitet (nicht mehr in Gebrauch). Holzpredigtstuhl von 1778 von Fl. Florent (Aalst) mit Bild von Maria Magdalena unter der Kanzel. Vier, paarweise gleiche, neugotische Beichtstühle, von denen ein Paar von 1895 von P. Verloo stammt.
15. Jahrhundert Steinene Tauffont mit Kupferdeckel. Gerahmter Kreuzweg, auf Leinwand gemalt, von 1887 von A. Van Den Eijcken. Neugotische figürliche farbige Glasfenster von 1890 in Chor und Seitenschiffen. Zwei schöne neugotische Kupferleuchter und zwei ähnliche Wandleuchten mit Armatur.
Orgel von 1886 von F. De Campenaere (Mechelen). Restauriert und geändert von C. Bourguignon (Geraardsbergen-Overboelare), 1904. Orgelgehäuse im neoklassizistischen Stil. Neugotischer Chorgestühl von 1906 von P. Verloo (Zottegem).

https://inventaris.onroerenderfgoed.be/erfgoedobjecten/74250

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Adresse: Sint-Maria-Lierde

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