Die Kirche Saint-Jean Évangéliste

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Die Kirche Saint-Jean Évangéliste, ehemalige Stiftskirche, die vom Lütticher Bischof Notger um 980 gegründet wurde, folgt einem Bauplan, auf den die pfalzgräfliche Kirche von Aachen Einfluss genommen hat. Das romanische Bauwerk bestand aus einem Polygon und wurde nachträglich von einem Turm, einem Kreuzgang und Nebengebäuden, die zum Kollegium der Stiftsherren gehörten, ergänzt. Am Ende des 12. Jahrhunderts begannen weitere Bauarbeiten, der obere Teil des Turms sollte umgebaut werden. Zwei Jahrhunderte später kommen ein Chor und mehrere Kapellen zu der bestehenden achteckigen Kirche hinzu. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wird die romanische Kirche von zwei Lütticher Architekten, J.-G. Soufflot und B. Renoz, auf der Grundlage von Bauplänen des italienischen Architekten G. M. Pisoni in neoklassischem Stil neu aufgebaut.
Das neuerrichtete Bauwerk besteht aus Sandstein mit Steinkohle, Backstein und Kalkstein und setzt sich aus drei romanischen und neoklassizistischen Teilen zusammen (der Turm, das Oktagon und der Chor). An den romanischen Turm grenzen zwei Treppentürme an. Über dem neoklassischen Oktagon wölbt sich eine hohe Kuppel, die von acht Säulen abgestützt wird, die das Ambulatorium begrenzen. Letzteres ist mit Kreuzgratgewölben überdeckt und wird von sechs strahlenförmig angelegten Kapellen flankiert. Der neoklassische Chor ist durch hohe Fenster mit Gesims gekennzeichnet. 
Der sich an das Bauwerk anschließende Kreuzgang datiert als Ganzes aus dem 16. Jahrhundert, nur der Ostflügel wurde im 18. Jahrhundert neu gebaut. West- und Nordflügel wurden 1738 mit einem Gewölbe versehen. Nur der Südflügel zeugt noch von den ursprünglichen gotischen Gewölben, für die Zwischenrippen und Tierceronen, Nebenrippen zweiten Grades, typisch sind. Zu beachten ist auch das in seinem Tympanum mit einem Basrelief verzierte gewölbte Portal, auf dem Johannes der Täufer auf der Insel Patmos und das barocke Kircheninventar abgebildet sind.
Unter Denkmalschutz (29. Mai 1952)
In die Liste des außergewöhnlichen Kulturerbes der Wallonie aufgenommen

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