Datenquelle: Verbeeck, Mieke, 01-10-2006, ©Vlaamse Gemeenschap
Urheberrechte: All rights reserved
Kasteel Blauwendael, früher auch bekannt als Kasteel Blauwhof. Die Seite wird gebildet durch das Schloss "Blauwendael" mit Park, das als Dorfbild geschützt ist; das Schloss und das Nebengebäude sind nach MB vom 16.07.1987 als Denkmal geschützt. Das heutige Schloss (1889-1890) im eklektizistischen Stil liegt mitten in einem älteren Anwesen, das seit seiner Entstehung der adeligen Familie de Neve de Roden gehörte. Pieter de Neve, Statthalter und Hochbaljuw des Landes Waas, der mit seiner Frau und seinen Kindern in der Kerkstraat wohnte, ließ 1607-1608 ein im Hinterland gelegenes Herrenhaus mit Graben auf Grundstücken bauen, die sich bis zur Gentstraat erstreckten. Zunächst "het Huys int midden van't Durp" genannt, erhielt es in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts den Namen " 't Hof von Blauwendael". Von dem evolutionierenden adligen Wohnsitz sind Skizzen aus den Jahren 1610, 1668 und um 1700 bekannt. Sie illustrieren, dass zu dem Herrenhaus ein angelegter Garten, Vorhof, Obstgarten und Nebengebäude gehörten. Unter Baron Henri Philips de Neve wurden um 1820 Arbeiten unternommen, um das Anwesen dem Zeitgeschmack anzupassen; dabei wurden einige Konstruktionen abgerissen und möglicherweise neue, wie die Orangerie, errichtet. Ritter Emile de Neve de Roden und seine Ehefrau Emma de Bueren ließen das alte Hof Blauwendael abreißen und ein neues Schloss (1889-1890) nach den Plänen des Baumeisters Jozef De Waele (Gent) errichten, das zusammen mit dem Bauunternehmer Charles Mortier (Ledeberg) ausgeführt wurde. Ende 1940 wurde das Anwesen an Henri de Lovinfosse (Eigentümer der Mantafabrik) verkauft. Die Gemeinde Waasmunster kaufte Blauwendael 1980; 1981 wurde der Schlosspark als Wandelpark für die Öffentlichkeit eröffnet. Seit 1984 erhielt das Schloss selbst mehrere neue Bestimmungen: das Erdgeschoss teilweise reserviert als Empfangs- und Trausaal der Gemeinde und eine Wohnung für den Hausmeister, Ausstellungsraum im ersten Obergeschoss, Waasmunsters heimatkundliches Museum im zweiten Obergeschoss und im Dachboden. Schloss auf mehr oder weniger rechteckigem Grundriss mit nach Süden gerichteter Fassade, gebaut wenige westlich von dem früheren Herrenhaus. Zwei hohe Baugeschosse auf einem Unterbau mit Kellergeschoss und gedeckt mit einem steilen, abgerissenen Schilddach mit verschiedenen Dachfenstern und -gauben, die auf drei Niveaus platziert sind. Ziegel- und Natursteingebäude, wobei die Anwendung von Specklagen, Eckketten, Kreuz- und Rundbogenfenstern in einer Anzahl der umrahmten Fenster mit Nischen, blockierten Entlastungsbögen und Treppengiebeln charakteristische Entlehnungen an der traditionellen Ziegel- und Sandsteinarchitektur sind. Die Hauptfassade besteht aus zwei auffällig vorstehenden Treppengiebeln, die den Eingangsbereich flankieren. Dies wird vorher durch eine breite Terrasse mit Balustrade und Zugangsstufen zu dem zentralen Eingangsbereich im erhöhten Erdgeschoss unterstützt. Mehrere spezifische Details und andere Bauelemente verstärken den malerischen Charakter des Schlosses: vertikalisierende Elemente wie die Anwendung von schrägen Fialen in den Treppengiebeln, hohe Schornsteine mit sorgfältig verarbeitetem Mauerwerk, der schlanke runde Eckturm auf der Ostseite und ein achteckiger, höher aufragender, eingeschnürter Spitz auf der nordwestlichen Ecke, beide mit einer schmiedeeisernen Krönung versehen. Das rechte Eckrisalit zeigt auf der Fassadenseite zwei Gedenksteine mit skulptierten Familienwappen, der erste von de Neve de Roden mit der Jahreszahl 1607, der zweite von de Neve de Roden – de Bueren mit der Jahreszahl 1890; auf der Ostseite ein zweiteiliger Gedenkstein mit Inschriften: "Erectum anno 1607" und "Refectum anno 1890": beziehend auf Baujahr und -herr der ersten Wohnstätte auf dem Anwesen und des heutigen Schlosses. An der nordöstlichen Ecke: kleiner Anbau mit Dachterrasse als Erweiterung der Wohnung des Hausmeisters im angepassten Baustil, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg hinzugefügt. Die Publikumsräume bewahren hauptsächlich im erhöhten Erdgeschoss reiche Elemente der originalen Innenausstattung in verschiedenen Neostilen. Der großzügige Eingang besitzt einen auffälligen Kamin im neo-flämischen Renaissancestil (schwarze und weiße Marmorkaminbeine und eine Einfassung mit hölzerner Verkleidung unter einem Gesims), Decke auf zusammengesetzter Balkenschicht, doppelte Paneeltüren, braunrote quadratische Fliesen mit abwechselnd weißem Muster mit Lilienmuster, das in das angrenzende Treppenhaus übergeht. Auch das Salon im linken Vorderraum ist im neo-flämischen Renaissancestil gestaltet, Kaminwände verkleidet mit traditionellen blauen sogenannten Delfter Kacheln. Trauungssaal in zwei angrenzenden Hinterräumen mit aufgebrochener Zwischenwand: der eine Raum mit neoklassizistischen Ornamenten, der andere mit einem Kaminsims im neo-flämischen Renaissancestil. Das zugehörige öffentliche Schlosspark zwischen Kerkstraat (Osten) und Gentstraat (Norden) von 4 bis 4,5 Hektar soll um 1820-1830 angelegt worden sein, gemäß dem landschaftlichen englischen Gartenstil. Park mit Wanderwegen, Zierrasen, Teichanlage, abwechslungsreichem Baumbestand, darunter eine Reihe wertvoller 150 bis 200 Jahre alter Exemplare (unter anderem Weeping Beech, Rosskastanien, Eichen, Ahorn).
Datenquelle: Duchêne, Helena & Verbeeck, Mieke (2007)
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Adresse: Kerkstraat 21, Waasmunster
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