Die Grabkapelle von Clémentine d’Oultremont

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Die Grabkapelle von Clémentine d’Oultremont befindet sich im hinteren Teil eines Parks in Sichtweite zum Gut La Berlière, das der Familie d’Oultremont gehört, unweit vom Gemeindefriedhof und vom Hospiz Saint-Clément, das im Rahmen desselben Architekturprogramms errichtet wurde. Das Denkmal zeugt unverkennbar von der Erneuerung der Grabarchitektur in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Gerade diese Tendenz führt den Grafen d’Oultremont dazu, beim Brüsseler Architekten Victor Évrard eine Stammgrabkapelle in Auftrag zu geben, für deren Bau eine Umgestaltung der Friedhofsumgebung notwendig war. Der plötzliche Tod der Gräfin Clémentine d’Oultremont bedingt jedoch die Änderung einiger Teile des ursprünglich vorgesehenen Programms. Die für den Bau geplante Stilrichtung, in den Jahren 1894-1895 gänzlich zur persönlichen Glorifizierung der Verstorbenen entworfen, besteht aus einem neugotischen achteckigen Bau unterhalb einer zweiten Ebene mit durchbrochener Spitze, unterstrichen mit Friesen und Umrahmungen aus rotem Sandstein. Der ausschmückende Reichtum der Anlage zeigt sich nicht nur im unterirdischen Grabraum, sondern auch in der Kapelle im eigentlichen Sinne, unter anderem durch das Zusammenspiel von Stein und rotem Sandstein, von bunten Mosaiksteinen oder, zumindest ursprünglich, vom auf Leinwand bemalten Dach der Kuppel. Die Wahl für diesen Stil kommt nicht von ungefähr, denn Neugotik steht zu jener Zeit für traditionelle Werte und erinnert gewissermaßen an die Gedenkstätte für Leopold I. im Park von Laeken, was dem Ganzen eine zusätzliche Bedeutung verleiht.
Unter Denkmalschutz (23. Juli 1993)

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