Die Legende besagt, dass an einem gewissen Tag in dieser früheren waldreichen Umgebung eine kleine gekrönte Christusfigur aus Lindenholz gefunden wurde.
Die Schultern waren mit einem Mantel bedeckt, die Arme gefesselt, eine Dornenkrone auf dem Kopf und ein Rohr als Stab, und der Körper weist blutige Streifen auf.
Aus Ehrfurcht brachte man die Figur in die St.-Johanneskirche, wo auch die wundersame Marienstatue steht. Am folgenden Tag war die Figur verschwunden und wurde in einem Strauch wiedergefunden.
Die Statue verschwand noch ein zweites und drittes Mal aus der Kirche; der Pfarrer hielt Ausschau, denn jemand könnte der Figur helfen, um zurück in den Wald zu gelangen. Wie in echten Geschichten mit auch echten Wundermalfiguren machte sich diese Figur allein zurück in Richtung Wald; die Waldbewohner beschlossen, ein einfaches Bauwerk für die Figur zu errichten, da sie der Meinung waren, dass die Figur dort verehrt werden wollte, wo sie gefunden wurde.
Die älteste Bezeichnung der Kapelle ist daher "Onzen Heirtjes Bus".
Besonders am Karfreitag ist die Kapelle ein stark frequentierter Wallfahrtsort, bei dem man vor allem gegen Fieber "dienen" geht.
Junge Leute und vor allem Eltern oder Großeltern kommen manchmal zum Beten für das Wohl der Prüfungen.
In der Umgebung der Fieberkapelle stehen Lindenbäume, und das ist nicht zufällig, denn Lindenblüte ist ein bekanntes Fiebermittel.
Den Baum zu entschälen und den Saft zu lecken oder getrocknete Rinde zu essen, war ebenfalls ein bewährtes Mittel. An der Kapelle hängen an Bäumen und Sträuchern zahlreiche Textilstreifen, denn die Wallfahrer waren überzeugt, dass das Fieber oder der Schmerz verschwand, indem man rückwärts gehend den Ort so schnell wie möglich verließ und so die Krankheit bannte. Oder das wundersame Bild nahm somit die Krankheit vom Patienten auf, der sie weitergab.
Wer mit den Wunderkräften spottete, wurde bestraft: Eine Krankheit kehrt zurück, eine Kugel trifft sie, der Bischof wird krank, ihre politische Partei verliert...
Früher gab es sogar Anlässe für einen Jahrmarkt an der Hipshoek mit einem Pferdereiten, streitenden Waffelverkäufern über den Standplatz und zwei Cafés "In der Vorsehung" und ja, "In Unserem Herrenbaum".
Jahrhunderte sind vergangen, Jahre sind vergangen, und doch bleibt der Glaube an die Kapelle tief im Volk verwurzelt... Not sucht Trost.
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Adresse: Poperinge
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