Oostendestraat Nr. 87. Im hinteren Bereich gelegener Herrenhof, wiederaufgebaut in den 1920er Jahren nach dem Entwurf von Architekt H. Steels (Brüssel) und Richard Acke (Kortrijk). Gelegen in einer niedrigen Wiese, markiert durch die Sint-Annakapel am Erftzugang. Geht zurück auf einen minimalen Hof aus dem 17. Jahrhundert, cf. Archivdaten aus den Jahren 1640-1650 bezüglich eines "behuusten Hofste mit 't huus van Playsance ende andere edificien daer op staende". Der Hof ist auf der Ferrariskarte (1770-1778) mit einem umwaldeten L-förmigen (Haus?)Volumen verzeichnet, bezeichnet als "Beerst Casteel". 1807 Verkauf des Hofes, unter dem Namen "le petit château", an Johannes Antonius Verwilghen aus Diksmuide (diese Familie ist bis heute noch Eigentümer). Der Primitive Parzellenplan (ca. 1835) und der Atlas der Nachbarwege (ca. 1843, bezeichnet als "kasteelken") zeigen klar die Struktur eines umwaldeten Oberhofes mit einem Bauernhaus und einem nicht umwaldeten Niederhof mit Nutzgebäuden. Im Archiv des Dienstes der verwüsteten Gebiete (Akten über den Wiederaufbau des Hofes) befindet sich ein Foto des Vorkriegs-Hofes. Das vorkriegliche Volumen des Bauernhauses ist als vermutlich weißgekalktes Volumen zu charakterisieren (Foto recht unklar) auf L-förmiger Grundfläche und mit verspringenden Firsthöhen von z. B. Aufzimmern. Hinter dem umwaldeten Bauernhaus, ein einfaches Stall- oder Schuppenvolumen unter einem Satteldach. Während des Ersten Weltkriegs wird der Hof vollständig zerstört. In der Wiederaufbauzeit (spätestens 1928) wird das Bauernhaus mehr oder weniger historisch rekonstruiert, unter Beibehaltung der Umwallung. Von der Absicht zur historischen Rekonstruktion zeugt auch der Aufmaßplan der "noch bestehenden Fensterrahmen". Die Scheune wird jedoch auf nicht historische Weise wiederaufgebaut (spätestens 1928), in einer regionalistischen Formensprache, die typisch für den Wiederaufbau ist. Bauernhaus nach vorkrieglichem Modell, cf. ein Vergleich zwischen dem vorkrieglichen Volumen (Foto), den Wiederaufbauplänen und dem realisierten Volumen. Bewahrte Umwallung umgeben von u.a. Kopfweiden und Trauerweiden, nach Westen mit offenem Zugang zur Scheune. Teilweise erhaltene Bürgersteige aus Ziegeln auf der Kante. Im Süden, breite Bogenbrücke (Streck aus Naturstein) mit zentral darauf, Zugangstor mit breiten schrägen Stützpfeilern unter kleinem Schiefer-Satteldach (nicht vollständig nach Plan gebaut). Gelbziegelvolumen auf L-förmiger Grundfläche, vermutlich teilweise mit recyceltem Ziegel (cf. recht großes Format) und teilweise auf Natursteinplint, unter Schiefer-Satteldächern mit verspringender Firsthöhe (cf. Aufzimmer). Im Süden, 'laaghuis' mit Eingang (cf. Brücke und Zugangstor), anschließend 'hooghuis' mit in der Seitenwand recyceltem Jahrstein "1702". An dieses Volumen schließt im Norden ein niedrigeres Nutzvolumen (Küche, Koch- und Backplatz gemäß dem Wiederaufbauplan) an mit Dachfenstern. Sehr gepflegte Ziegelmauerarbeit cf. die Ausführung der Ziegelscharniere und die rechteckigen Maueröffnungen, die in Stichbogen-Nischen, Korbbogen-Nischen und profilierten Tudor-Bognischen vertieft sind. Letztere befinden sich an der Südseite von 'laaghuis' (mit Eingang) und 'hooghuis': Portal mit erhaltenem Beschlag und Türangel, rechts flankiert von höher platziertem Kreuzfenster, rechts im Aufzimmer dasselbe Fenster. Außerdem Holzrahmenfenster: u.a. Kreuzfenster mit verglasten Unterkästen, in den nicht erneuerten Teilen mit erhaltenem kleinen Riegelteilung, außerdem Rundfenster. Innenräume: Räume von Koch- und Backplatz (erhaltener Backofen) und von der Küche, erhaltene Innenschreinerei; in letzterem Raum, Kamin mit Feuerbalken mit Inschrift "EIGEN HAARD GOUD WAARD", flankiert von einem Wandschrank, recht schwer ausgearbeitete Treppe mit entsprechender Geländer, Zugang zum Keller abgesperrt mit Holzwand mit dreiteiligem Fenster mit Buntglas. Eingang mit zusammengesetzten Balkenlagen, Hauptbalken mit schwerem Balkensockel mit Pflanzenmuster, Fußboden aus roten Boomse-Fliesen. Breiter Kamin mit Ziegelmauernden und Ausfüllung der Kaminschürze mit Boomse-Ziegeln. Breite Kaminschürze mit Kreis-Motiven. Treppchen zu den Aufzimmern. Keller mit Ziegelgewölben. Kapelle von 1930 geweiht der Heiligen Mutter Anna, cf. die eingemeißelte Inschrift "19HMA30" oberhalb der Tür. Gelbziegelkapelle auf Natursteinplint unter steilem Schiefer-Satteldach mit Giebel. Spitzgiebel mit Naturstein-Asetzblock und idem Spitzstein mit Kreuz, durch schräge Stützpfeiler gesichert. Gepflegte Holzarbeit mit langen Schmiedeeisen-Henkeln. Scheune aus den 1920er Jahren in einem regionalistischen Wiederaufbaustil. Geräumige Querschscheune unter abgewolfetem Satteldach, charakteristische (über Eck) Stützpfeiler, Dachüberstand auf ausgearbeiteten Korbelen. Rechts, korfboogige Scheunentor, links integrierte Stallung mit Ladefenstern, u.a. aufsteigend. KATASTERARCHIV WEST-VLAANDEREN IN BRUGGE, Primitiver Parzellenplan. KATASTERARCHIV WEST-VLAANDEREN IN BRUGGE, Katastrale Legger 212, Artikelnr. 55 und 416. KATASTERARCHIV WEST-VLAANDEREN IN BRUGGE, 207: Veränderungs-Skizzen, Beerst, 1924-1928/26 und Zustand 223. NOTEBAERT A., NEUMANN CH., u.a., Verzeichnis des Archivs des Dienstes der verwüsteten Gebiete, Allgemeines Staatsarchiv, Brüssel, 1986. Nr. 6571 bezüglich Wiederaufbau Hof. Wo man den Diksmuider Wegen entlang geht, trifft man auf eine Kapelle, s.d., s.l.
Datenquelle: Missiaen, Halewijn & Vanneste, Pol
Urheberrechte: All rights reserved
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Adresse: Oostendestraat 87, Diksmuide
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