Archäologisches Freilichtmuseum Groß Raden

Description

Das Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden liegt wenige Kilometer nördlich der Kleinstadt Sternberg und zirka einen Kilometer nordöstlich des Dorfes Groß Raden in Mecklenburg-Vorpommern im Bereich einer Niederung, die unmittelbar an den Groß Radener See grenzt. Auf einer vorgelagerten Halbinsel liegt der schon von weitem sichtbare kreisrunde Burgwall mit einem Durchmesser von 50 Metern. 1973 bis 1980 fanden hier unter Leitung von Ewald Schuldt umfangreiche Ausgrabungen statt, in deren Verlauf Reste einer slawischen Siedlung des 9. und 10. Jahrhunderts freigelegt wurden. Die Burganlage wurde anhand der Ausgrabungen rekonstruiert und als Archäologisches Freilichtmuseum eingerichtet. Dabei wurden auch Befunde der Slawenburg Behren-Lübchin verwendet.
Ewald Schuldt hatte seit 1973 umfangreiche Untersuchungen in der altslawischen Siedlungskammer am Sternberger See mit den Burgen Groß Raden, Groß Görnow und der Sternberger Burg durchgeführt. Nach Abschluss der Grabungen begann er, in Groß Raden ein Archäologisches Freilichtmuseum Groß Raden zu bauen, das auf den dortigen Ausgrabungen beruhen sollte. Ewald Schuldt besorgte die Vorlagen für die Errichtung des Museumsgebäudes, gab die Modelle in Auftrag und erstellte das Konzept für die Ausstellung sowie die Unterlagen für die zu errichtenden Bauten im Freilichtteil; er beschaffte durch seine guten Beziehungen zum Rat des Kreises und der Bezirksregierung auch viele der notwendigen Materialien. 1984 wurde der Grundstein für das Museumshaus gelegt. Die Eröffnung des Museums „Altslawischer Tempelort Groß Raden“ fand am 13. Mai 1987 in Anwesenheit des stellvertretenden Ministers für Hoch- und Fachschulwesen Gerhard Engel statt. Sie sollte ein Lehrbeispiel für die slawische Kultur im Mecklenburger Raum sein. Ewald Schuldt erlebte noch die Einweihung des Museums, doch wenige Tage später starb er nach einer langjährigen, unheilbaren Krankheit am 1. Juni 1987 im Alter von 73 Jahren. Nach dem Tode Schuldts übernahm Horst Keiling die Leitung des Museums. Nach der Wende wurde das Museum abgewickelt und zunächst durch einen Förderverein getragen.

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