Die Wandermönche St. Magnus und Tozzo verkündeten in der Region des heutigen Ortes Nesselwang wohl schon um die Mitte des 8. Jahrhunderts den christlichen Glauben; St. Magnus soll einer Legende nach in Nesselwang eine Betzelle angelegt haben. Vermutlich wurde schon in dieser Zeit die Pfarrei St. Andreas gegründet, die damit zu den ältesten Pfarreien der Gegend gehören dürfte. Im Jahr 1059 erhielt der Augsburger Bischof von Agnes, der Mutter des Kaisers Heinrich IV., den Wildbann über den Forst zwischen Lech, Wertach und Iller. Im 11. oder 12. Jahrhundert wurde südlich von Nesselwang eine Burg errichtet; die erste urkundliche Erwähnung dieses Bauwerks stammt aus dem Jahr 1332. Diese Nesselburg wurde noch im 14. Jahrhundert zur hochstiftischen Augsburger Vogtei und blieb bis zu ihrer Zerstörung durch einen Brand 1595 Amtssitz der bischöflichen Pfleger von Nesselwang. Diese erhielten wenig später einen Amtssitz innerhalb des Ortes. Nesselwang wurde bis zur Säkularisation 1803 vom Hochstift Augsburg verwaltet.
Der erste nachweisbare Kirchenbau in Nesselwang wurde im frühen 15. Jahrhundert durchgeführt. Die spätgotische Kirche St. Andreas besaß einen achteckigen Chor, an den sich auf der Nordseite der Turm anschloss. Dessen unterer Teil ist wahrscheinlich im heutigen Turm von St. Andreas erhalten geblieben. Diese erste bekannte St.-Andreas-Kirche in Nesselwang besaß neben dem Hauptaltar auch zwei Seitenaltäre, die der Gottesmutter und Johannes dem Täufer geweiht waren. Ein weiteres noch bekanntes Ausstattungsstück ist ein Palmesel aus der Zeit um 1470/80, der sich mittlerweile im Frauenhausmuseum in Straßburg befindet. Die Kirche wurde um 1480/90 neu ausgestattet, und zwar durch den Meister des Imberger Altars. Etliche Ausstattungsstücke aus dieser Phase sind erhalten geblieben; in St. Andreas selbst allerdings nur eine Figur der heiligen Margareta.
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