Kilde: Jan Rymenams
Man würde es nicht erwarten, aber hier in den sandigen Kempen wurde Naturstein abgebaut, der sogenannte Diestianische Eisen-Sandstein. Dieser rostbraune Stein ist leicht in historischen Gebäuden wie den Landkirchen zu finden. Der Stein entstand vor mehreren Millionen Jahren, als das Meer hier eisenhaltigen Sand abgelagert hat. Nach dem Rückzug des Meeres bildeten sich die Lagerstätten des Eisen-Sandsteins. Diese Eisenbänke kamen nicht überall gleichmäßig vor. Regen und Wind sorgten dafür, dass der Boden in der Nähe der Eisenbänke weggeschwemmt wurde, nicht jedoch die Eisenbänke. Diese blieben als Hügel deutlich im Landschaftsbild erkennbar. Der Molenberg hier ist einer von ihnen, aber auch der Kapittelberg in der Nähe ist ein Hügel aus Eisen-Sandstein. Die Grube, in der wir stehen, war ein Steinbruch. Nur wenn Material benötigt wurde, um ein Gebäude zu errichten oder zu reparieren, wurden die Steine herausgehauen. Diese Tätigkeit war immer temporär und hatte ein konkretes Ziel. So konnten diese Steinbrüche manchmal jahrelang ungenutzt liegen.
Der Stein wurde nicht so oft in andere Regionen exportiert. Wenn es geschah, z.B. in Richtung Antwerpen, wurden die Steine entlang des Wassers, über die Nete, transportiert.
Woher stammt der Name 'Klokkenkuil'?
Während der französischen Herrschaft raubten die Franzosen die Glocken aus den Kirchen. Die Banditen verwendeten während des Bauernkriegs Glockengeläute, um die Aufständischen zu rufen. Eine solche Aktion wollte die französische Verwaltung in Zukunft verhindern. Aber auch das Bronze der Glocken, die Glockenspende, konnte zum Schmieden von Kanonen verwendet werden. Der Legende nach sollen die Anwohner die Glocken aus den Kirchen hier begraben und vor den Franzosen versteckt haben. Dies war die Geschichte, die die Lehrer von Herselt den Schulkinder erzählten, aber in Wirklichkeit ist die Erklärung weniger heldenhaft als vielmehr eine Geschichte harter Arbeit. Um die schwer beladenen Schubkarren mit Brocken von Eisen-Sandstein aus der Grube zu fahren, mussten die Arbeiter in einem großen Bogen gegen die Neigung der Grube hinauffahren. So entstand die Glockenform.
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