Schloss die Alte Kluis

Risorsa: Vlaamse Gemeenschap, 24-11-1980, ©Vlaamse Gemeenschap

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Descrizione

Das Schloss "de Oude Kluis", auch Schloss Minnaert, und nach den letzten und heutigen Bewohnern Schloss Cardon de Lichtbuer. Benannt nach einer mittelalterlichen Klause (mindestens zurückreichend bis ins 12. Jahrhundert), die sich möglicherweise auf dem Gelände des heutigen Schlosses oder in der Nähe an derselben Straßenseite befand (Berichten zufolge wurden an mehreren Stellen an dieser Straßenseite alte Fundamente freigelegt, unter anderem am Teich im Garten des Anwesens "de Oude Kluis", ähnlich einem Klostergang, auf dem heutigen Friedhof an der Stelle der abgerissenen alten Pfarrerei). In der Nähe der Klause stand eine Kapelle, deren Altrecht 1165 an das St. Baafs-Abtei übertragen wurde. Höchstwahrscheinlich handelte es sich um eine Burgkapelle, die von einem Herrenhof abhängt, der möglicherweise die Grundlage für die Entstehung der Gemeinde Gentbrugge bildete. In diesem Fall würde der Ursprung von Schloss "de Oude Kluis" ebenfalls bis mindestens ins 12. Jahrhundert zurückreichen. Laut historischen Quellen wurde die Klause 1377 von Catharina de Carrembroeck bewohnt. Im selben Jahr oder kurz darauf (1381) wurden Klause und Kapelle durch ein Feuer zerstört. Nach dem Wiederaufbau hätten Kapelle und Klause ein Gebäude gebildet. Die verlassene Klause diente von 1501 bis 1843 als Pfarrerei. Die Kirche wurde höchstwahrscheinlich zu Beginn des 17. Jahrhunderts am Anfang der Kerkstraat wieder aufgebaut (1873 abgerissen). Auf dem Plan von Horenbault (1619) ist die Kirche nämlich in der erwähnten Straße abgebildet. Die Klause soll 1845 verschwunden sein. Dies wird durch Katasterdaten von 1846 bestätigt, wonach an derselben Stelle die Pfarrerei errichtet wurde. Bei dem Abriss der Pfarrerei 1918 wurde übrigens auf alte Fundamente gestoßen. Das Schloss "de Oude Kluis" erscheint erstmals auf der Karte von Deventer (ca. 1560), auch auf der Karte von Horenbault (1619). Abgebildet auf der Karte von Hondius (1641) als das Haus von Guillaume Minnaert, dem Baljuw des Grafen von Gent und Rat in dem Rat von Flandern. Er soll umfangreiche Umbauarbeiten am Schloss durchgeführt haben. Später auch als Sommerresidenz von Bischof Antoon Triest dienlich. Kommt im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in den Besitz von Ritter I. Lefèvre de ten Hove. Seit ca. 1904 bewohnt von der Familie Cardon de Lichtbuer. Das heutige Schloss umfasst, wie auf der Abbildung von Hondius (1641), ein massives Turmgebäude mit links davon einem L-förmigen Wohntrakt. Ursprünglich grenzte es an den vorderen Graben des rechteckig umwallten Anwesens. Eine Bogenbrücke führte zur Zugangstür im Flügel links des Turmgebäudes. Dieser Flügel wies zwei runde Ecktürmchen an der Seitenwand (Westen) auf. Laut Katasterdaten von 1905 wurde der Flügel neben dem Turmgebäude erstmals von dem neuen Besitzer J.E. Cardon de Lichtbuer umgestaltet, angeblich nach Entwurf des Brugse Architekten J. Viérin. Dabei wurde ein neuer Eingang auf der rechten Seite des Turmgebäudes errichtet, die beiden runden Ecktürmchen blieben erhalten sowie der seit jeher bestehende Rücksprung des Flügels im Vergleich zum Turmgebäude (vergleiche alte Postkarten). Gleichzeitig (1905) wurde das kleine Gartenpavillon (aus dem Jahr 1878) durch ein Pferdehaus ersetzt, in dem angeblich auch die Schule der Schlosskinder untergebracht war. Laut Katasterdaten von 1949 wurde dieses Pferdehaus später zu einer Villa (Nummer 9) vergrößert. Erweiterungsarbeiten fanden angeblich 1912 auf der Westseite des Schlosses statt. Dabei wurde der neu errichtete rechte Eckrisalit der Rückfassade mit zwei runden Türmchen versehen als Reminiszenz an die beiden abgerissenen Ecktürmchen der Seitenwand. Die Garage rechts des Zugangstores und das Gärtnerhaus (aktuelle Nummer 11) in der Nähe des umgebauten Pferdehauses wurden laut früheren Bewohnern des Schlosses gleichzeitig mit den Erweiterungsarbeiten am Schloss im Jahr 1912 erbaut. Turmgebäude, verankertes Backsteingebäude mit zwei Geschossen und zwei Achsen unter steilem Satteldach (First rechtwinklig zur Straße, Schiefer) vermutlich aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Gewölbter Keller, mögliche Überreste einer älteren Konstruktion (14. Jahrhundert?). Hohe asymmetrische Treppengiebel (9 Achsen links, 7 Achsen rechts + Traufstück) mit fast vollständig verschwundener Verputzung. Pro Geschoss ein Sandstein-Kreuzfenster und rechteckiges Fensterchen, mit Rutenverteilung und Fensterläden. Überdachtes Rundfenster und umrahmtes rundes Oberlicht in der Giebelspitze. Geweißte Rückpunktfassade (Anpassung des früheren Treppengiebels) mit Spuren von Mauerverschachtelungen. Weiterhin verborgen hinter einem Anbau (1905) aus zwei Achsen und zwei Geschossen unter links abgewalmtem Satteldach (Schiefer). Anlehnendes Wohnhaus, bestehend aus einem im Vergleich zum Turmgebäude zurückspringenden Flügel mit zwei Geschossen unter schiefergedeckten Schilddächern (First parallel zur Straße und zwei rechtwinklig zur Straße über den nacheinander hinzugefügten Risaliten an der Gartenseite) ausgestattet mit Dachgauben und einem kleinen Glockenturm. Zum großen Teil mit Efeu bewachsene verputzte und weiß gestrichene Traufwände mit einheitlichem Erscheinungsbild aus dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts. Rechteckige Unterfenster und bogenförmige Oberfenster. Hauptfassade mit sechs Achsen. Verspringende Rückfassade. Rechts vorspringender Eckrisalit zwischen zwei runden Treppentürmen mit drei Geschossen, schmalen rechteckigen Fenstern und Schieferspitze mit eiserner Krone mit Flaggenstange (1912). Backstein-Einfahrtsportal in traditionellem Stil: zinnenbekrönte Torfassade mit breitem korbbochartigem Durchgang hinter der Bogenbrücke (1905). Vorgarten 1970 aufgeschüttet. Nordteil des Wallgrabens in der Teichanlage erhalten.

Risorsa

Risorsa: Verbeeck, Mieke (1983)

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