Der Hohnbach, oder Lontzenerbach, ist ein kleiner Wasserlauf im Land von Herve, dessen Tal zwischen Lontzen und La Calamine sowohl landschaftlich, ökologisch als auch biologisch von großem Interesse ist. Die Gegend wurde in den 1970er und 1980er Jahren aus phytosociologischer Sicht gut erforscht. Die Waldflächen sind besonders bemerkenswert und umfassen unter anderem einen Eschen-Aulneste, der prächtige Exemplare der seltenen Ulme (Ulmus laevis) beherbergt, eine Aulnestaude mit Giersch (Cirsium oleraceum), eine reichhaltige Eschen-Au mit Schwingelarten (Carex spp.), eine wunderschöne Eichen-Hainbuchen-Zone auf kalkhaltigem Boden mit Schlüsselblume (Primula veris) und Männlichen Orchis (Orchis mascula), in der auch die nicht alltägliche Laichkraut (Carex umbrosa) wächst, eine neutralboden Eichen-Hainbuchen-Zone an manchen Stellen gut besiedelt mit Bärlauch (Allium ursinum), oder ein Eichen-Kiefernwald mit Buchen (Betula spp.), wo lokal die Waldgräser (Festuca altissima) auftreten. Die Ufer des Baches sind von einer reichen und vielfältigen Flora bevölkert, dazu zählen unter anderem die Sumpfbinse (Carex paniculata), die Persische Knöterich (Persicaria bistorta), die Bach-Nelke (Geum rivale) und die Sumpfwiesenlüde (Crepis paludosa). Das Tal zeigt auch Mächtigkeitsstände mit Wiesen-Königskraut (Filipendula ulmaria), mächtige Schilfbestände und Quellen mit Pyrenäen-Wasserquecke (Cochlearia pyrenaica), die die einzige bekannte Lokalität in Belgien ist. Sehr lokal begegnen einem auch einige Fragmente von kalkhaltigen Wiesen und sogar der ein oder andere Felsvorsprung mit Blaugras (Sesleria caerulea). Zu all diesen sehr kontrastreichen und wertvollen Vegetationsgemeinschaften kommt noch, am Ortsteil "Schmalgraf", ein Kalamin-Ablagerungsplatz hinzu, der ein oligotrophes Wiesen-Element mit Riedgras (Molinia caerulea), Wiesen-Schafgarbe (Succisa pratensis) und Trollblume (Potentilla erecta) sowie eine Wiese mit Metallophyten aufweist, die durch Schafschwingel (Festuca ovina subsp. guestfalica), die Kalamin-Veilchen (Viola calaminaria), die Kalamin-Gartennelke (Silene vulgaris subsp. vulgaris var. humilis) und die Kalamin-Teile (Thlaspi caerulescens subsp. calaminare) gekennzeichnet ist. Die lokale Fauna ist sehr reichhaltig und umfasst unter anderem 30 Tagfalterarten, darunter den kleinen Perlmuttfalter (Issoria lathonia), der sich auf Kosten des Kalamin-Veilchens entwickelt, sowie mindestens zehn Arten von Fledermäusen, die sowohl im Sommer als auch im Winter in zwei ehemaligen Kalaminminen Schutz finden. Das Tal des Hohnbachs ist nahezu vollständig in das Natura 2000-Netzwerk integriert, und etwa 18 Hektar, die im Besitz der wallonischen Region sind, genießen seit 2016 den Status eines staatlichen Naturschutzgebiets.
Öffentlicher Zugang: Weder Jagd noch Fischerei. Zugang beschränkt auf Wege.
Typ: Gebiet von großem biologischen Interesse (SGIB)
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