Die Hauptstadt von Vorarlberg, Bregenz (398 m; 27.000 Einwohner), liegt zwischen den Ufern des Bodensees und dem Pfänder, einem Berg, der hoch über dem See emporragt. In römischer Zeit existierte die Stadt bereits unter dem Namen Brigantium. Aufgrund der Lage, teilweise in der Ebene, teilweise am Hang, spricht man von einer Unterstadt und einer Oberstadt. In der weitläufigen Unterstadt pulsiert das Leben, während die kleine Oberstadt den stillen mittelalterlichen Kern bewahrt.
Die Unterstadt und die Oberstadt
In der Unterstadt liegen der Bahnhof und die stark frequentierten Verkehrswege, größere Wohnviertel und Einkaufsstraßen. Am Bodensee finden wir die Seeanlagen, einen 8 km langen Uferstreifen, der kaum noch durch den Verkehr berührt wird. Dort legt die Fähre an und es gibt Strände, Yachthäfen, Sportplätze, Campingplätze, das Casino und die Promenade. Hier befindet sich auch die Seebühne, die Bühne für das Spiel auf dem See, das das Zentrum der weltberühmten Bregenzer Festspiele bildet, ein grandioses Ereignis für Liebhaber klassischer Musik. An den Seeanlagen befindet sich auch das wiederaufgebaute Kloster Mehrerau mit den romanischen Fundamenten und Gewölben des Klosters, das 1097 gegründet wurde und von den Grafen von Bregenz große Teile des Bregenzerwaldes verwaltet bekam.
In der Unterstadt sind die folgenden Sehenswürdigkeiten zu finden:
Theater am Kornmarkt
1838 als Getreidespeicher erbaut, aber in den Anfangsjahren der Bregenzer Festspiele als Schauspielhaus genutzt.
Vorarlberger Landesmuseum
Dieses Museum beleuchtet die Kulturgeschichte des Landes von der Steinzeit bis zur Gegenwart: archäologische Funde, Schmiedekunst und Waffen, Trachten, flämische Gobelins und Stickereien, Holzschnitzereien, Möbel und Gemälde (unter anderem von Wolf Huber, aber auch von der bekannten Vorarlberger Malerin Angelica Kauffmann, die mit Herder und Goethe befreundet war).
Rathaus
Wie das Theater ursprünglich ein Getreidespeicher. Erbaut 1685, wurde es bereits kurze Zeit später von den Stadtbeamten genutzt. 1898 wurde die Fassade mit dem Türmchen im Renaissance-Stil realisiert.
Seekapelle
Mit ihrem achteckigen Turm und dem sehenswerten Renaissancealtar aus dem späten 17. Jahrhundert. Die Seekapelle wurde über den Gräbern der Schweizer Krieger erbaut, die 1408 Bregenz einnehmen wollten, aber die Stadt nicht lebend verließen.
Stadttor
Mit außen einer Kopie des keltisch-römischen Eponasteins mit der Pferdegöttin (das Original befindet sich im Landesmuseum). Im Inneren des Tores sind die Wappen der Grafen von Bregenz und der Grafen von Montfort zu sehen.
Martinsturm
An der Martinsplatz steht die robuste romanische Burg mit dem frühbarocken Martinsturm und seiner Hauskapelle, der Martinskapelle. In späteren Zeiten wurde der Turm mit einer barocken Haube versehen (der größte Zwiebelturm Österreichs). Das Innere der Kapelle zeigt eine Zyklus von romanischen Fresken aus dem 14. Jahrhundert. Im Turm befindet sich das Vorarlberger Militärmuseum.
Altes Rathaus
An der Eponastraße. Ein wunderschönes Fachwerkgebäude aus dem Jahr 1662.
Ehre-Guta Platz
Auf diesem stimmungsvollen Platz ist der berühmte Minnesänger Hugo von Montfort über einem Brunnen verewigt. Der Brunnen wird am Aschermittwoch von den Karnevalisten stark frequentiert, die dort nach alter Tradition ihre leeren Geldbeutel waschen und in Reimen eine ironische Betrachtung des vergangenen Jahres vortragen.
Deuringschlösschen
Ist ein kleines Schlösschen (1680), ehemals bewohnt von den Freiherren von Deuring, die die Stadt verwalteten.
St. Gallus Kirche
Auf einem anderen Hügel, nahe dem Martinsturm (die steile Meissnerstiege führt von der Ehre-Guta Platz nach unten) steht die Pfarrkirche St. Gallus, die bereits 1097 erwähnt wurde. Die Kirche wurde wiederholt durch Feuer zerstört, aber jedes Mal restauriert. Der Kirchturm, ursprünglich romanisch, wurde im gotischen Stil wiederhergestellt (Außenansicht) und erhielt später seinen barocken Aufsatz mit dem markanten Satteldach. Das Innere zeigt Rokoko-Verzierungen.
Auf dem Platz vor der Kirche hat man einen guten Überblick über die Stadt. In der alten Stadtmauer, die den Platz begrenzt, ist rechts der 16. Jahrhundert Beckenturm integriert (in dem Bäcker beschämt wurden, wenn sie ihren Kunden mit zu kleinen Broten unrecht getan hatten).
Die Pfänderbahn
Im nordöstlichen Teil von Bregenz befindet sich die Talstation der Pfänder-Seilbahn. Der Gipfel des Pfänders ist auch mit dem Auto vom nördlich von Bregenz gelegenen Dorf Lochau erreichbar oder in anderthalb Stunden zu Fuß. Das Panorama vom Gipfel umfasst einen großen Teil des Bodensees, die Allgäuer Alpen, das Bregenzerwald, die Alpengipfel von Vorarlberg, das Schweizer Graubünden und das Rheintal mit im Hintergrund dem Gebiet der Säntis (ebenfalls in der Schweiz). Rund um den 21. März und 21. September geht die Sonne im Verlängerten des Sees unter. Dies zieht viele Besucher zum Pfänder und zum Säntis. Am Gipfel, Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen, befinden sich ein Wildpark (mit Greifvogelshow, „Waldlehrpfad“ und Spielplatz) und mehrere Hotels mit Restaurants; darunter das Pfanderrestaurant und die Gaststätte Schwedenschanze. Der Name letzterer erinnert an die Schanze, die 1639 gegen die vorrückenden Schweden erbaut wurde. Die 1200 Mann starken Truppen konnten nicht verhindern, dass die Schanze 1647 von den Schweden eingenommen und die Stadt geplündert wurde. Auch die Gebhardsberg, südlich über der Stadt, hat Assoziationen mit den plündernden Schweden. Auf diesem Felsen stand einst die Burg der Grafen von Bregenz. Sie wurde 1647 von den Schweden komplett zerstört, mit Ausnahme der alten, ursprünglich romanischen Kapelle. Die Legende besagt, dass St. Gebhard, der Schutzpatron von Vorarlberg, hier als Sohn des Grafen von Bregenz geboren wurde. Auf seine Fürsprache bei Gott dem Vater soll die Kapelle von den plündernden und alles vernichtenden Schweden verschont geblieben sein. Es liegt nahe, dass die Kapelle ein stark frequentiertes Wallfahrtsziel wurde. An hohen Feiertagen (zum Beispiel am 27. August, wenn die Namensvettern von Gebhard strömen) kann die Kapelle die Zahl der Pilger nicht mehr fassen, sodass die Messe auf dem Rasen gefeiert werden muss. Und weil auch Pilger gespeist und getränkt werden müssen, stehen jetzt innerhalb der Burgruine rund um die Kapelle die Gebäude eines großen Restaurants. Vom Terrass bietet sich eine Aussicht, die fast ebenso schön ist wie vom Pfänder. Und genau wie auf dem Pfänder wurde ein Naturwanderweg ausgeschildert.
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Adresse: Bregenz, Bregenz, Autriche
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