* Sint-Corynstraat Nr. 2. Historischer Hof namens "HET MARCHIENNEGOED". Bis zur französischen Periode (1795-1815) war es ein 'Uithoeve', im Besitz der nordfranzösischen Benediktinerabtei von Marchiennes an der Scarpe. Das Bauernhaus wurde als Denkmal geschützt, die weitläufige Umgebung als Dorfbild bei M.B. vom 23.11.1994. Der Standort entstand wahrscheinlich aus der Zehntscheune der oben genannten Abtei, die bereits seit 1140 in den Quellen erwähnt wird (vgl. A. Verhulst). Das "Marchiennegoed" ist auf der Ferraris-Karte (1770-1778) als "'t Marchienne goet" mit vier losen Bestandteilen rund um den rechteckigen Hof und einer entsprechenden Umwallung verzeichnet. Während der französischen Periode wurden die Güter unter anderem von Abteien nationalisiert und verkauft. Das "Marchiennegoed" wird als nationalisiertes Gut von der "Administration centrale du département de la Lys" in der Zeit von 1795 bis 1800 verkauft. Der Verkaufsbrief beschreibt den Hof wie folgt: "provenans de la cidevant abbaye de Marchienne (...) lesquels Biens consistent: en une ferme et soixante six mesures soixante onze verges de terre et verges pâturage, labour et bois divisée comme suit savoir 1° (Auflistung der Grundstücke) aboutissant (à) l'est le chemin appelé St. Coryns straete, nord les frères Destrickes (...), ouest Destickere et les terres nationales provenant de l'abbaye de Clairmarais(...) Auf diesem Teil befinden sich folgende Gebäude. Eine sehr geräumige Wohnung, neu aus Ziegeln gebaut und in bestem Zustand. Eine Scheune, ein Stall und Holzställe ebenfalls in gutem Zustand. Diese verschiedenen Gebäude sind in gutem Zustand und bilden einen von einem teilweise (von) einem Graben umgebenen geschlossenen Bereich." Artikel 2 bis einschließlich 14 listet noch das Land auf, das zum Hof gehörte. Der Hof wird schließlich an "citoyen" Ch. L. Eugene Delva verkauft, der bereits angrenzende Parzellen besaß. Auf dem primitiven Parzellenplan (ca. 1835) ist der Hof mit vier Bestandteilen verzeichnet, von denen nur das Nutzgebäude im Osten des Hofes seit ca. 1928 abgerissen ist (vermutlich das abgebrannte Wagenhaus). Auch die Umwallung rund um den Hof und die Tränke an der Straße unterscheiden sich nicht von der Kennzeichnung im aktuellen Katasterplan. Auf dem Atlas der Nachbarwege (ca. 1843) ist der Hof als "Ferme Delva" vermerkt, in Bezug auf den Landwirt, der den Hof als Schwarzgut kaufte. Der aktuelle Zustand und Grundriss des Bauernhauses, der Scheune und des Stalls, sowie der Umwallung und der Tränke gehen also mindestens auf die Ferraris-Karte und den primitiven Parzellenplan (ca. 1835) zurück. Beschreibung der Hofgebäude. Es handelt sich um einen gut erhaltenen 18. Jahrhundert umwallten Hof mit losen, niedrigen Bestandteilen unter überstehenden Satteldächern auf hölzernen Konsolen und gedeckt mit Wellblech zur Ersetzung der ursprünglichen Strohdachbedeckung; U-förmig gruppiert (ursprünglich quadratisch: ein Brand zerstörte das Wagenhaus auf der Ostseite) rund um einen beweideten Hof. Im Osten, eine kurze unbefestigte Hofzufahrt, gesäumt von Weiden, und südlich davon eine Tränke und eine gekandelaarte Linde. Hinter dem Bauernhaus und innerhalb der mit Weiden gesäumten U-förmigen Umwallung: Gemüsegarten mit Obstgarten. Im beweideten Hof sind die breiten Gehwege aus Ziegeln auf ihrer Kante rund um das Haus, die Querscheune und den Stall erhalten. Der Mistgrube ist mit einer Mauer aus Betonsteinen ausgeführt. Im Westen des Hofes, langgestrecktes Bauernhaus (als Denkmal bei M.B. vom 23.11.1994 geschützt). Verankertes gelbes Ziegelbauwerk von zwei Stalltraveen, acht Traveen und vier Seitenzimmertraveen unter durchlaufendem Satteldach; Jahresanker "1749" (rechts) und "1750" (links) an den Seitenwänden mit darunter "LDM". Unter dem Seitenzimmer: vergitterte rechteckige Kelleröffnungen mit hölzernem Sturz und Überzug. Rechteckige Fensteröffnungen mit vertieften Rahmenkonstruktionen auf einem Abzaat mit Tropfkante. Fensterkonstruktionen mit erhaltenen Tür- und Schließmechanismen. Holzklosterfenster mit kleiner Rutenverteilung; Schiebefenster; unteres Fach mit Läden; hölzerne Stäbe für obere und untere Fächer, jeweils auf der Innen- und Außenseite. Weitere Mauerdurchbrüche rechteckig mit vertieften Rahmenkonstruktionen in Korbbogenumrandung auf Abzaat und Tropfkante unten; bei Türen Wasserliste oben. Tischlerarbeiten von vier rechten Traveen nahezu intakt: breite Streifen Fenstertür mit darunter veräußert, zweigeteiltes Oberlicht mit hölzernen Stäben, große birnenförmige Türschwelle; Fenstermuster identisch mit denen des Seitenzimmers. Weitere vier Traveen mit erneuerten Tischlerarbeiten. Zwei Stalltraveen mit korbbogigen Stalltüren mit hölzernem Zaun und rechteckiger Fensteröffnung mit vergittertem Klosterfenster in Korbbogenumrandung auf Abzaat und unten Tropfkante. Der überstehende Dachrand ruht auf schön profilierten, hölzernen Konsolen. Zwei Dachdormer mit verankertem Giebel und vertieftem vergittertem Kreuzfenster durchbrechen das voluminöse Dach. Mehr geschlossener hinterer Giebel mit zusätzlich einem kleinen Zimmerchen. Atemlöcher auf der Höhe des Stalls. Ferner ähnliche Mauerdurchbrüche wie bei der Hofwand; erhaltenes Buntglas im Oberlicht und -fach der Fenstertür und des Seitenzimmerfensters. Seiten-Giebel mit profiliertem oberen Teil, Mauerflechtungen, genannten Jahresankern und hölzernen Klosterfenstern. Linke Seitenwand mit kürzlich angebautem Privatzimmer. Interessantes und recht gut erhaltenes Interieur mit unter anderem großem Kamin (teilweise verschlossen), Hauptbalken mit profilierten Balkenschuhen mit Datum "1750", ursprünglichen Türen mit erhaltenem Tür- und Schließmechanismus und Holzstecktreppe. Großer Dachboden unter Giebelkonstruktion mit drei übereinander angeordneten Scherenbindern. Nördlich des Hofes, angepasster Stallflügel mit links neuerem Scheunenteil unter Satteldach mit mechanischen Ziegeln (möglicherweise aus den 1920er Jahren und korrespondierend mit dem Veränderungen-Entwurf von 1928). Rechts, älterer Teil unter Satteldach mit roten Wellblechen und überstehendem Dachrand auf Stützen. An der Hof- und Hinterwand Reste von Stil- und Regelwerk - möglicherweise Wiederverwendung älterer Materialien - mit horizontaler Plankenverkleidung. Die Ziegelfüllungen deuten möglicherweise auf einen Versteinerungsprozess einer Fachwerkkonstruktion hin. Östliche Seitenwand aus gelben Ziegeln mit Giebelwand mit horizontaler Plankenverkleidung. Südlich des Hofes, doppelte Querscheune von 1779 (vgl. Datierungen in den Seitenwänden), unter steilem Satteldach (schwarze Wellbleche) mit breitem Dachüberstand auf hölzernen Konsolen. Lange Wände im Stil- und Regelwerk (nummerierte Stile) mit horizontaler Plankenverkleidung über einem Ziegelboden. Die Fächer sind teilweise versteint mit Betonstein an der Hofseite, mit Ziegeln an der Hinterwand, was zusammen mit Weidenlöchern in den Stilen auf eine frühere Fachwerkkonstruktion hinweist. Zwei rechteckige Scheunentore, von denen das rechte zugemauert ist. Die zwei rechten Traveen enthalten einen integrierten Stall. Verankerte Ziegel-Seitenpunktwände mit zentralem, nach oben hin verjüngendem Stützpfeiler. In der linken Seitenwand läuft der Stützpfeiler fast bis zur Firsthöhe, oben flankiert von zwei Uilengängen und den Mauerankern "1779". Der Stützpfeiler der rechten Seitenwand steigt nicht so hoch. In der rechten Giebelseite ist die Jahreszahl "1779" mit hellrotem, hervortretendem Ziegel angebracht und in ein herzförmiges Mauerwerkzeichen in ebenso Ziegel eingefasst, über dem sich ein Uilengang befindet. In dieser rechten Seitenwand drei korbboogförmige Türchen (von denen eines zugemauert ist) und eine (neuere) Fenstertür, grün gestrichenes Holzwerk. Vermutlich waren diese Seitenwände ursprünglich mit Traufstücken ausgestattet (möglicherweise bei der Verlegung der Wellbleche entfernt, jedoch keine Spuren von Flechtungen), die rechte Seitenwand bewahrt teilweise Schulterstücke mit profilierten Ziegelkragensteinen. Erhaltenes Dach aus Scheren- und Scheitelbindern. Die rechten Stalltraveen sind mit sogenannten "Diltpersen" gedeckt. Die Stile auf Höhe der ersten Scheunendurchfahrt zeigen Spuren (Löcher) der ursprünglichen Dreschwände und Andreaskreuze. ABTEILUNG ROHM WEST-VLAANDEREN, Abteilung Denkmäler und Landschaften, Archiv Nr. 671. KATASTERARCHIV WEST-VLAANDEREN IN BRUGGE, primitiver Parzellenplan. KATASTERARCHIV WEST-VLAANDEREN IN BRUGGE, Veränderungsentwürfe Nr. 207, Entwurf Nr. 1928. RIIKSARCHIEF BRUGGE, Französisches Fonds, Verkaufsbriefe Band 626 (Arrondissement Ieper), Verkaufsbrief Nr. 43. LAMPAERT R., Reninge unter Feuer, Koksijde, 2002, S. 173. (Foto des Bauernhauses während des Ersten Weltkriegs, noch mit Strohdach) VANDEPUTTE O. (Hrsg.), Führer für Flandern. Touristische und kulturelle Führung der flämischen Gemeinden, Tielt, 1995. VERHULST A., Woesten eine Dorfgründung von Diederik von der Elsass, Graf von Flandern (1161), in Handelingen van het genootschap voor geschiedenis, Jg. 128, 1991, S. 47-62.
Source: Vanneste, Pol
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Adresse: Sint-Corynstraat 2, Lo-Reninge
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