Landwirtschafts-, Wohn- und Industriegemeinde mit 10.694 Einwohnern und 1.615 ha (1996).
Lage in Zandlemig Flandern. Flaches Relief (Kirchendoler auf 17,64 m); höchster Punkt im äußersten S. am Weiler "Hogen Doorn" (38 m) mit der sogenannten Doornmühle. Fruchtbare Erde, von W. nach O. durchzogen von der Mandel, außerdem durch mehrere Bäche, u.a. die Deve (Grenze zu Meulebeke), die Lokke- (Grenze zu Izegem), die Lendelede- und die Oudebeek (Grenze zu Hulste). Im N.W. jedoch sandiger Boden, wo laut Kartenmaterial bis ins XIX große Waldgebiete vorhanden waren, dies in Verbindung mit den Wald- und Feldgebieten von Ardooie. Naturschutzgebiet "Mandelhoek" zwischen Kanal und Mandel.
Erste Erwähnung als "Ingelmoenstre" im Jahr 1099, was etymologisch als englisches Kloster (Anglomonasterium) oder Kloster an der Ecke (das germanische angel) der Herrlichkeit erklärt werden kann. Englische Missionare sollen in VII A dieses Gebiet mit dem ursprünglichen Namen "Hulsthout" christianisiert haben, eventuell auf Anfrage des heiligen Amandus, dem späteren Schutzpatron von Ingelmunster. Ingelmunster gehörte nacheinander zum Bistum Tournai (bis 1801), Gent (bis 1834) und Brügge.
Im Jahr 1165 wurde das Patronatsrecht der Kirche vom Bischof von Tournai dem Kapitel von Harelbeke geschenkt.
Robrecht der Fries, Graf von Flandern in 1071-1093, errichtet das Schloss auf den Ruinen des englischen (?) Klosters aus VII, das 882 von den Normannen geplündert und in Brand gesteckt wurde. Das Schloss, das an der strategischen Kreuzung von der Mandel und dem (Krieg-) weg Kortrijk-Brugge liegt, wird daher auch als der "Schlüssel von Flandern" bezeichnet. So spielt Ingelmunster im Jahr 1297 eine wichtige Rolle im Kampf zwischen dem Grafen von Flandern und dem französischen König Philipp dem Schönen; letzterer versprach den Brügger Schöffen im Schloss die Reliquie des Heiligen Blutes zu verschonen. Das Schloss und die umliegenden Herrlichkeiten waren nacheinander im Besitz der Familie von Rodhes (XIII); den Häusern von Gistel (XIV) und von Burgund (XV); ab 1583 von der sächsischen Familie de Plotho, die 1643 den Baronstitel erwirbt. 1825 erbt der französische Graf de Montblanc das Schloss und die Ländereien. 1986 geht das Schloss in die Hände der örtlichen Brauerei Van Honsebrouck über.
Die bedeutende Herrlichkeit Ingelmunster - ca. 1680 hundertachtzig Hinterlände u.a. in Oostrozebeke, Wielsbeke, Waregem und Sint-Eloois-Vijve - verfügte über die niedere, mittlere und höhere Rechtsmacht cf. das Galgenfeld im Landbuch von 1736. Verwaltungsseitig war Ingelmunster Teil der Kasselrij Kortrijk.
Ca. 1452 wird das Dorf niedergebrannt, als aufständische Gentner das Schloss vergeblich angreifen. In XVI und XVII leidet Ingelmunster stark unter den politischen und religiös-politischen Konflikten, die weder das Dorf noch das Schloss schonen. 1580 fand die sogenannte "Schlacht von Ingelmunster" statt (cf. Wandteppich von 1877-1878 im Rathaus), in der Umgebung der Weststraße standen die spanischen Truppen und die von Wilhelm von Oranien gegenüber.
Ingelmunster verdankt seinen Namen der sogenannten Brigandsgemeinde an dem sogenannten "Brigandszondag", dem Bauernaufstand im Oktober 1798 gegen das allgemeine Rekrutierungsgesetz unter der französischen Besetzung.
Während beider Weltkriege fungiert Ingelmunster als wichtiger Eisenbahnknotenpunkt und lokales Versorgungszentrum für den deutschen Besatzer. W.O.
I. Errichtung des Hauptquartiers der sogenannten Nordarmee im Schloss; Anlegung von zwei Flugplätzen (cf. Rest an der Meulebekestraat Nr. 112); begrenzte Kriegsschäden während. W.O. II. Größere Schäden durch den deutschen Bombenangriff im Mai 1940.
U.a. aus dem Landbuch von 1736 geht eine große Verflechtung zwischen dem ummauerten Schloss (cf. Kortrijkstraat) und dem Dorfzentrum hervor. Östlich von Kirche und Schloss - an der Stelle des heutigen Rathauses - befand sich bis Anfang der 1980er Jahre das sogenannte "Kasteelhoeve" mit Wohnhaus, großer Scheune von ca. 1755 und Taubenhaus von 1634, und bis 1940 die sogenannte "Kasteelmolen" (cf. Oostrozebekestraat). Außerdem sind auf der Karte des Landbuches "den heirwegh von Brugghe" (cf. Bruggestraat) und die heutigen Gravinne- und ein Teil der Oostrozebekestraat abgebildet, mit einer ziemlich konzentrierten Bebauung. Auf die enge Verbindung zwischen Kirche und Schlossbesitz weist die sogenannte "Baronie" hin, eine separate Kapelle der St.-Amandus-Kirche, wo die Herren die Messe hörten.
Zwei Alleen, die in L-Form verlaufen, verbinden bedeutende Besitztümer wie das sogenannte "Ingelmunsterbos" im Norden und die sogenannte "Ermitage" im Westen der Gemeinde mit dem Schlosspark. Die "Ermitage", eine XVIII-Eremitenstätte, wurde im XIX in ein Försterhaus umgewandelt. Der Wald wurde im XIX und XX A vollständig gerodet, das Försterhaus wurde ca. 1960 abgerissen. Die Buchen in der Beukendreef (auf einer figurativen Karte von 1664 "Ermitage-dreve") wurden ca. 1910 gefällt und durch Pappeln ersetzt, 1986 durch Linden (cf. Stationsstraat). Das Wappen mit zentralem Hirschkopf, Lilien und Mohrenköpfen, gelegentlich gehalten von zwei Löwen, der Familie de Plotho, später übernommen von der Familie de Montblanc, findet man u.a. am Schloss, in der Kirche, der Grabkapelle etc.
Weiterer Entwicklungsverlauf bestimmt durch die Entwicklung des Straßennetzes. 1752 wird Ingelmunster von S. nach N. durch die neue Steinweg Kortrijk-Brugge (cf. Kortrijkstraat/ Stationsplein/ Stationsstraat/ Bruggestraat) durchzogen; der parallel zu der noch teilweise erhaltenen alten, kurvenreichen Straße verläuft (cf. Heirweg Süd und Nord). Verlängerung der "Warandestraat" als O.-Ausfallstraße nach Oostrozebeke ca. 1849 (cf. Oostrozebekestraat). In 1970-1997 wurde die Ringstraße in mehreren Phasen angelegt.
Die Eisenbahnlinie Brügge-Kortrijk - mit Station in Ingelmunster aufgrund intensiver Bemühungen der Gemeindeverwaltung und des Schlossbesitzers - wurde 1846-1847 von der englischen "Société anonyme des Chemins de Fer de la Flandre Occidentale" angelegt. In der Umgebung des Bahnhofs entsteht im XIX c das Viertel "Kapelle" (cf. Stationsplein, Izegemstraat). Zugverbindung Ingelmunster-Tielt im Jahr 1854 (bis 1944) und Ingelmunster-Anzegem im Jahr 1866 (bis 1973).
Der Kanal Roeselare-Leie, der Ingelmunster von W. nach O. durchschneidet, wurde in 1863-1872 mit einer breiten Kurve um den Schlosspark angelegt. Diese wurde bei den Verbreiterungen in 1956-1960 und 1973-1974 entfernt, was auf die schwinden Macht der Schlossbesitzer hinweist. Die relativ neuartige wassergebundene Industrie beschränkt sich auf einige Tierfutter- und Betonunternehmen. Gerüchten zufolge wurde eine frühere Industrialisierung aufgehalten, weil der Baron sich weigerte, Grundstücke zu verkaufen. Andererseits gründete der Schlossbesitzer 1856 selbst eine Teppichfabrik an der Schlossauffahrt (cf. Stationsstraat).
Im XIX haben sich mehrere Webereien an den Ausfallstraßen angesiedelt. Das Restaurationsunternehmen Vandekerckhove, jetzt N.V. Monument an der Oostrozebekestraat, wurde 1885 gegründet.
Die Industrie bleibt vor allem landwirtschaftlich gebunden. So hatte Ingelmunster ca. 1875 ein Dutzend Mühlen, hauptsächlich kombinierte Windkorn- und Windölmühlen. Der sehr hohe Rumpf der sogenannten "Doornmolen" (cf. Heirweg Süd) dominiert nach wie vor die umliegende Landschaft. Der Rumpf der sogenannten "Zandbergmolen" (cf. Bruggestraat) wurde ca. 1930 abgeflacht und zu Wohnraum umgebaut. Ca. 1900 zählte das Zentrum von Ingelmunster vier Brauereien und eine Chicorée-Rösterei. Flachsverarbeitung war insbesondere im S.O.-Eck, in der Nähe der Mandel, prominent vertreten. In den 1920er Jahren wurde die Mandelrotation verlassen für 'blauroten' und Warmwasser-Rotationen. Letztere wurden noch in den 1950er Jahren errichtet, eine ist noch in Betrieb (cf. Oostrozebekestraat). Anlegung von Industriegebieten an der Brugge- und Meulebekestraat in den 1950er-1960er Jahren.
Dorfkern gebildet durch die Brugge-, Gravinne- und Weststraße, seit XIX d/ XX a ausbreitend an der Izegem-, Kortrijk-, Meulebeke- und Oostrozebekestraat.
Schloss mit Schlosspark im Dorfzentrum, nördlich des Kanals. Der jetzige Markt wurde erst 1970 bei der Abriss der beiden Hausreihen (n // Kirche) an der Kerkstraat geschaffen; 1982-1984 wurde ein neues Gemeindehaus unter der Schirmherrschaft des Ingenieur-Architekten L. Morlion (Ingelmunster) östlich der Kirche gebaut. Die Gemeinderatssitzungen fanden bis 1898 im Gasthaus "De Arend" an der Bruggestraat, von 1898 bis 1910 im Café "Het Damberd" an der Gravinnestraat und ab 1910 bis 1984 im als Rathaus umgebauten "Haus Van Ooteghem-Catulle" an der Bruggestraat statt. Der Kirchhof rund um die Kirche wurde bis 1887 erhalten. Ab 1859 wurde ein neuer Friedhof an der Schoolstraat auf Initiative der Familie de Montblanc angelegt. Bau einer monumentalen Grabkapelle durch diese adelige Familie im Jahr 1865 (cf. Schoolstraat).
Sozialer Wohnungsbau an der Bollewerp-, Hinnebilk-, Meulebeke- und Oostrozebekestraat, ab 1923 gebaut von der Genossenschaft "De Mandelbeek", gegründet 1922. Auch sozialer Wohnungsbau aus den 1950er Jahren in der sogenannten Sint-Amandswijk, aus den 1960er-1970er Jahren u.a. in der sogenannten Westwijk (cf. Weststraat). Villenbau aus XX B in mehreren neuen Vierteln, hauptsächlich westlich der Steinweg.
In den 1950er und 1960er Jahren, Gründung von zwei neuen Pfarreien. Die O.-L.-Vrouw-Pfarrei (1959), für Ingelmunster südlich des Kanals (Viertel "Kapelle"), 1955-1956 durch Arbeiten am Kanal vorübergehend vom St.-Amandus-Pfarrgemeinde isoliert. Die H.Hart-Pfarrei (1964) im Norden von Ingelmunster, genannt "De Hoogte", wo bereits seit 1906 eine H.Hart-Schule vorhanden ist.
Die landwirtschaftliche Tätigkeit konzentriert sich heute vor allem noch im Osten der Ringlaan. Die oftmals nicht-historischen Namen an den Höfen gehen zurück auf Namensgebungsaktionen in 1912, 1944 und 1978. Verstreute Hofbauten mit separaten, niedrigen XIX-Elementen unter Steildächern U- oder L-förmig gruppiert um den Hof; noch einige teilweise ummauerte Standorte, die auf bedeutende Höfe zurückgehen. Asten sind eher sporadisch (Kweekstraat Nr. 50, sogenannte "D. Herrlichkeit van Deefakker" cf. Meulebekestraat Nr. 112). Einige kleine Arbeiterhäuser, häufig in einheitlicher Bauweise, konnten noch erhalten werden, verschwinden aber jetzt schnell. Hier und da, an der Straße oder bei einem Hofzugang, ein (XIX-)Kapelle, darunter einige mit bemerkenswerter Gestaltung.
Bron: inventaris bouwkundig erfgoed \ geheel \ gemeente
| | Publiek | Deens • Engels • Frans • Italiaans • Nederlands • Spaans
Selecteer hieronder één van de populairste activiteiten of verfijn je zoekopdracht.
Ontdek de mooiste en meest populaire routes in de buurt, zorgvuldig gebundeld in passende selecties.
Selecteer hieronder één van de populairste categorieën of laat je inspireren door onze selecties.
Ontdek de mooiste en meest populaire bezienswaardigheden in de buurt, zorgvuldig gebundeld in passende selecties.
Met RouteYou kan je eenvoudig zelf aangepaste kaarten maken. Stippel je route uit, voeg waypoints of knooppunten toe, plan bezienswaardigheden en eet- en drinkgelegenheden in en deel alles met je familie en vrienden.
Routeplanner

<iframe src="https://plugin.routeyou.com/poiviewer/free/?language=nl&params.poi.id=2938603&params.language=de" width="100%" height="600" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>
© 2006-2026 RouteYou - www.routeyou.com