Pfarrkirche St. Peter

Beschreibung

* Esenplein Nr. 1. Pfarrkirche, die dem Heiligen Petrus geweiht ist. Die neu errichtete Kirche ist nach dem K.B. vom 20.02.1939 als Denkmal geschützt. Ausgerichtetes Gotteshaus inmitten eines Friedhofs mit umgebendem gelben Backsteinmauerwerk unter einem Satteldach und zwischen Pfeilern. Auf dem Friedhof neun Backsteinkapellen - wahrscheinlich aus den 1920er Jahren - unter einem Satteldach (tichelen) mit Spitzbogen-Nischen, in denen Basreliefs mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Maria abgebildet sind (vgl. Inschriften). Erhaltene graue Grabmonumente mit neogotischen Elementen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Außerdem erhaltene eiserne Kreuze. Denkmal in Form eines Grabsteins für vier erschossene Bürger von Esen (25. Oktober 1914), Inschrift: "ALLE LAFFELIJK DOOR DE DUITSCHERS DOODGESCHOTEN TE EESSEN 25.10.1914". Außerdem graue Grabplatte des französischen Militärarztes Chastang, der am 11. November 1914 starb (vgl. Dorfeinführung). Ca. 1970 wurde die Leiche des Arztes auf den französischen Militärfriedhof von Chastre-Villeroux (Wallonisch-Brabant) überführt. Gotische Hallenkirche, die nach dem Ersten Weltkrieg vollständig nach dem Vorkriegsmodell wieder aufgebaut wurde (vgl. Vergleich der Pläne der KCML von der Restaurierung 1907-1913 und den Wiederaufbauplänen von 1923-1926). Geschichte der Kirche Laut einigen Autoren stammt die erste Erwähnung der Kirche aus dem Jahr 961 als "ecclesia de Esna" in einer Urkunde, in der Graf Arnulf die Zehnten von der Brügger Sint-Donaaskirche erwähnt. Die Urkunde erwähnt "ecclesia de Esna cum capellis suis Diccamutha et Clarc". 1089 wird die Kirche von Esen erneut erwähnt mit den Kapellen in Diksmuide und Klerken, dies in einer Urkunde von Graf Robrecht II für das Sint-Donaaskapitel. Andere Autoren datieren die erste Erwähnung als Pfarrei jedoch erst auf 1066 als "in parroechia villae que dicitur Esnes", dies in einer Urkunde von Graf Boudewijn V für das Sint-Pieterskapitel von Rijsel. Ende des 12. Jahrhunderts: Die ursprüngliche Kirche (laut einigen Quellen aus Lehm errichtet) wird durch eine romanische basilikale Kirche mit geraden Chorschlüssen ersetzt (vgl. Ausgrabung von 1969, bei der ein gerader Chorschluss entdeckt wurde), schmale Seitenschiffe und einen Vierungsturm. Von dieser Kirche, die aus Eisen-Sandstein und Feldstein errichtet wurde, war vor dem Ersten Weltkrieg ein Transeptarm mit rundbogigen Sparfeldern auf der Innenseite erhalten. Bei dem Wiederaufbau in den 1920er Jahren wird dieses Architekturelement rekonstruiert. 1488 wird die Kirche von deutschen Soldaten im Dienste von Kaiser Maximilian von Österreich in Brand gesteckt. Erste Hälfte des 16. Jahrhunderts: Die Kirche wird gemäß dem Schema einer gotischen Hallenkirche mit Westturm wiederhergestellt, um den romanischen basilikalen Plan mit Vierungsturm zu ersetzen. Das romanische Querhaus wird in die neue gotische Kirche integriert (vgl. erhaltenem Querhausarm in der Vorkriegs- und der Wiederaufbaukirche). Diese Kirche ist hauptsächlich aus Backstein errichtet, unter anderem Brügger Mohren (die größte 28 cm auf 8 cm, vgl. wiedergewonnene Steine in der Wiederaufbaukirche), aber auch das Feld- und Eisen-Sandstein der romanischen Kirche werden wiederverwendet. Ca. 1524 beginnt man mit dem Bau des Westturmes, vgl. die wiedergewonnene Datumstele im wiederaufgebauten Westturm (Jahre 1920) mit der Inschrift: "IM JAHRE 1524 WURDE DER ERSTE STEIN DIESER TÜR ERBAUT". Das Querhaus und die Seitenschiffe stammen aus ca. 1551. Ende des 16. Jahrhunderts: Während der Religionsunruhen wird die Kirche teilweise von den Geusen zerstört. Dies geschah möglicherweise 1578, vgl. die Zerstörung der Kirche des nahegelegenen Werkens (Kortemark) im selben Jahr. Die Schäden werden zu Beginn des 17. Jahrhunderts unter anderem durch den Austausch der Bleiglasfenster behoben. 1692: Durchführung einer Reihe von Restaurierungsarbeiten im Chor, vgl. die wiedergewonnene Datumstele "1692" zwischen zwei Pfeilern des Chors der nach dem Ersten Weltkrieg wiederaufgebauten Kirche. Ca. 1848: Anpassungen des Innenraums; das Mittelschiff, das Querhaus und der Chor werden mit einer Stuckdecke versehen. 1855-1857: Antrag der Kirchenfabrik, den Kirchturm als Denkmal einzustufen, um die Turmspitze wiederherstellen zu können. 1907-1913: Umfassende Restaurierungsarbeiten unter der Leitung des Architekten Thierry Nolf (Torhout), wobei das Ziel die gotische Kirche des 16. Jahrhunderts ist. Die mit Rüstungen versehenen Fenster werden durch Fenster mit Maßwerk und Gitter ersetzt (vgl. Pläne KCML, siehe Illustrationen). 1913 werden auch die fünf Chorfensster wiederhergestellt. Bei dieser Restaurierung sollen die alten (Stein-) Gewölbe durch Holzgewölbe ersetzt worden sein. Auch der Innenraum der Kirche wird umgestaltet, die Altäre im Querhaus werden entfernt. 20. Oktober 1914: Die deutschen Truppen stecken die Kirche in Brand. Dadurch werden nicht nur das Kirchengebäude, sondern auch das Archiv und die Kunstschätze zerstört. 20. Mai 1917: Die Kirche wird weiter durch Beschuss der belgischen Artillerie auf den Westturm, der als Beobachtungsposten von den deutschen Truppen genutzt wird, beschädigt. Am Ende des Ersten Weltkriegs stehen nur noch einige Mauerfragmente und das Fundament des Westturms. (vgl. erhaltene Ikonografie). Während der Wiederaufbauzeit wird die ursprüngliche Idee, die Ruine der zerstörten Kirche zu bewahren, nicht realisiert. 1923-1926 wird die Kirche als historische Rekonstruktion unter der Leitung des Architekten Thierry Nolf (Torhout) basierend auf den Restaurierungsplänen von 1909-1913 wiederaufgebaut (Wiederaufbaupläne im Archiv der KCML, siehe Illustration). Außerdem wird entschieden, so viel originales Material wie möglich zu recyceln: Verwendung von Eisen-Sandstein für die Sockel von Querhaus und Chor und Mohren unter anderem für den Unterbau des Turms. Der westliche Querhausarm des südlichen Querhauses wurde vollständig aus Eisen-Sandstein errichtet als Rekonstruktion eines vor dem Krieg erhaltenen romanischen Elements. Am 3. September 1926 wird die wiederaufgebaute Kirche eingeweiht. Eine Reihe von Gedenktafeln und ein Fenster in der Kirche zum Gedenken an die militärischen und zivilen Opfer des Ersten Weltkriegs erinnern an den Ersten Weltkrieg (siehe unter Mobiliar). Die Kirche wird nach K.B. vom 20.02.1939 als Denkmal geschützt. 1969-1970: Anpassungen des Innenraums, unter anderem eine vollständige Entputzungsarbeiten. Die Turmuhr und die Glasfenster werden ebenfalls restauriert und erneuert. 1971 wird eine neubarocke Orgel vom Orgelbauer Loncke gebaut. 1997-1998: Restaurierung unter der Leitung des Architekturbüros D. und P. Seys (Diksmuide). Der Grundriss zeigt: vorgestellte quadratische Westturm mit polygonaler Treppentürmchen an der Südwestseite; dreischiffige Hallenkirche mit Schiff von fünf Jochen (breites Mittelschiff und schmale Seitenschiffe); Querhaus überstehend mit einem Joch; Seitenchöre (breiter als die Seitenschiffe, sodass sie auf derselben Linie wie das Querhaus sind) mit zwei Jochen mit geradem Abschluss und Hauptchor mit fünfseitigem Abschluss; im Verlauf des südlichen Chors: quasi freistehende niedrige Sakristei von sechs Jochen auf L-förmigem Grundriss. Umfangendes Tropfbord erneuert. Materialverwendung: gelbe Backsteinbau auf einem ca. 80 cm hohen Sockel, teilweise aus Eisen-Sandstein in Querhaus, Chören und Chorschlüssen. Ein blinder Querhausarm des südlichen Querhauses ist vollständig aus Eisen-Sandstein errichtet (Rekonstruktion eines romanischen Elements, siehe oben). Abdeckung durch Schiefer-Satteldächer. Die schmaleren Seitenschiffe sind unter einem niedrigeren Satteldach untergebracht; die Chöre hingegen sind alle drei gleich hoch. Anschließend an die regionale Backsteingotik. Eindrucksvoller und breiter Westturm unter Zeltdach mit Kreuzbekrönung und Hahn. Durch die Brüstung ist die Spitze jedoch kaum sichtbar. Der Turm wird schmaler und hat fünf Geschosse, die durch durchgehende Kordonsockel aus weißem Naturstein auf Höhe der Absetzer markiert sind. Schwere, rechtwinkelig gegeneinander gestellte Strebepfeiler mit Einschnitten und spitzbogenförmigen Blindnischen mit Drei-Pass-Motiven. Südwestlicher polygonaler Treppenturm unter backsteiner Turmspitze mit sternförmiger Topfbewölkung; blinde Spitzbögen mit Drei-Pass-Motiv und Lichtschlitzen. Unterste Geschoss: Korbbogenportal in einem Rahmen aus weißem Naturstein (Westseite). Zweites Geschoss: Spitzbogenfenster (Drei-Licht) in einem profilierten Rahmen, mit Maßwerk im Fischblasenmotiv (Westseite), die anderen Seiten sind blind. Drittes und viertes Geschoss: gekoppelte spitzbogenförmige Blindnischen mit dreilappigem Maßwerk und Lichtschlitzen. Fünftes Geschoss: jeweils zwei spitzbogenförmige Glockenöffnungen mit blindem Drei-Pass-Motiv und Turmuhr darüber. Seitenschiffe mit Aufdach mit Flechtarbeiten, die an die Strebepfeiler des Turms anschließen. Überwinklige Strebepfeiler mit Einschnitten und Blindnissen, auslaufend auf backsteiner Pinakeln. Die Joche des Schiffs sind durch Strebepfeiler mit Einschnitten und spitzbogenförmigen Fenstern in einem profilierten Rahmen (Drei-Licht) rhythmisch gegliedert, mit backsteinernem Maßwerk und auf durchgehenden Absetzer und unter Tropfleisten. Im Südschiff, gewölbtes Portal, vertieft in einer profilierten Nische mit Tropfleisten auf weißen Natursteinkonsolen, Bogen oben sich verjüngend und mit einer integrierten Nische. Ähnliche Rhythmisierung von Querhaus und Chören. Die Querhäuser sind mit Giebelwänden abgeschlossen, an den Ecken begrenzt von überwinkligen Strebepfeilern mit Einschnitten und Blindnissen, auslaufend auf backsteiner Pinakeln; spitzbogenförmige Fenster (Fünf-Licht) in einem profilierten Rahmen auf durchgehenden Absetzer und unter Tropfleiste, backsteinernem Maßwerk im Fischblasenmotiv. Gerade Chorschlüsse als Giebel mit spitzbogenförmigen Fenstern (Drei-Licht) eingetragen in ein rechteckiges Mauerfeld, im Nordchor mit Zinnen und links flankiert von dreilappigen Nischen. Hauptchor rhythmisch gegliedert durch zerschnittene Strebepfeiler und spitzbogenförmige Fenster (Zwei-Licht). Die quasi freistehende Sakristei ist nur durch ein niedriges Türjoch unter einem Flachdach mit dem Südchor verbunden. Markante lange Südseite mit Naturstein-Kreuzfenstern mit Diebesstangen, eingetragen in eine profilierte Tudorbogennische mit ebensolcher Tropfleiste. Innenraum. Im Turm mit Vorraum, Holzbalkendecke mit profilierten Hauptbalken auf Konsolen, profilierte Blindnischen auf Absetzer, Zugang zum Treppenturm in der südwestlichen Ecke. Erneuertes Doksal mit neobarocker Orgel. Schlichte, entputzte und teilweise entwischte Hallenkirche; profilierte Spitzbogenarkade auf runden Backsteinsäulen auf achteckigen Sockeln. Ein Querhausarm des südlichen Querhauses ist vollständig aus Eisen-Sandstein errichtet mit markierenden länglichen rundbogigen Sparfeldern, dies als Rekonstruktion während des Wiederaufbaus eines romanischen Elements, vgl. oben. In der Chorschluß, schlanke Säulen mit Knopfkapitellen. Überwölbung des Schiffs, der Seitenschiffe und Chöre mittels hölzernen Spitztonnengewölben mit profilierten hölzernen Zugbalken auf Konsolen. Auf Höhe der Vierung, diagonal kreuzende Zugbalken. Chorschluss unter hölzernem Strahlengewölbe. Mobiliar. Im Südchor, Retabel für die militärischen und zivilen Opfer des Ersten Weltkriegs, zentral hohe Relief mit Pieta, an der linken Seite flankiert von den Namen der zivilen Opfer, an der rechten Seite durch die gefallenen Soldaten. Glasfenster (teilweise erneuert in 1969-1970) mit in der Chorschluß unter anderem Darstellungen von Unsere-Liebe-Frau mit Kind und verschiedenen Heiligen. Glasfenster mit der "Auferstehung Jesu" im Südchor und "Kirchen- und Bischofweihe" im Nordchor. Außerdem Glasfenster für die militärischen und zivilen Opfer des Ersten Weltkriegs. Hartsteiner Grabsteine von Andries Houvenagel († 1681) und Mayken De Bee (ohne Datum). Kupferne Gedenktafel für das 8. und 18. Linienregiment (rechte Seitenschiff), die am 29. September 1918 Esen einnahmen. Außerdem Memento (rechtes Seitenschiff) von 1958 für das 8. und 18. Linienregiment. ABTEILUNG ROHM WEST-VLAANDEREN, Abteilung Denkmäler und Landschaften, Archiv Nr. 277. ARCHIV KCML, Pläne bezüglich der Sint-Pieterskerk von Esen. INVENTARISATION VON RELIQUIEN AUS WO I IN DER WESTHOEK (Provinz West-Vlaanderen, "Krieg und Frieden in der Westhoek", und Ministerium der Flämischen Gemeinschaft, Abteilung Denkmäler und Landschaften). PROVINCIALE BIBLIOTHEK TOLHUIS, Fotothek. KÖNIGLICHES INSTITUT FÜR DAS KUNSTPATRIMONIUM, Fotothek und Website. CARNIER M., Gebetsstätten und Pfarreien im Bistum Terwaan, Brüssel, 1999, S. 59-63. DEVLIEGHER L., Sint-Pieterskerk zu Esen, in Archäologie, Jg. 6, Nr.2, 1969, S. 73. DE VOS-STOCKMAN A., ROOSE B., Fotorepertorium des Mobiliars von belgischen Wallfahrtsorten. Provinz West-Vlaanderen. Kanton Diksmuide, Brüssel, 1973, S. 16-17. ERVINCK L., DEBAEKE S., Das Drama von Esen, Koksijde, 1996, S. 14-16, 77, 116-117, 152, 155, 160, 163, 165-166, 170. DE SMIDT F., Die romanische Kirchenbaukunst in West-Vlaanderen, Gent, 1940, S. 80-82. LOONTIENS C., Der Ursprung der wichtigsten Gemeinden der Arrondissemente Oostende, Veurne und Diksmuide, Oostende, o.J. NOTEBAERT A., NEUMANN C. u.a., Inventar des Archivs der Dienst der zerstörten Gebiete, Allgemeines Staatsarchiv, Brüssel, 1986, Dossier Nr. 14191, 7710, 7732, 7709. ROOSE B., Repertorium von Quellen für Kunst- und Kulturgeschichte im Archiv der Provinz West-Vlaanderen, (3. Abt. 1817-1879), Brüssel, 2001, S. 195. STYNEN H., CHARLIER G. u.a., Das zerstörte Gebiet 15/18. Mission Dhuicque, Brugge, 1985, S. 2. VLAEMYNCK J., Esen, Geschichte unseres Dorfes, s.l., o.J., S. 7-16.

Datenquelle

Datenquelle: Missiaen, Halewijn & Vanneste, Pol

Urheberrechte: All rights reserved

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Übersetzt von OpenAI

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Adresse: Esenplein 1, Diksmuide

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