Moerkerkse Steenweg Nummer 192. Orientierte Pfarrkirche der Heiligen Kreuzerhöhung und des Heiligen Joseph. Frühes Beispiel reifer Neugotik. Zentrale und frei isolierte Lage auf einem erhöhten Platz im Dorfkern, umgeben von Straßen mit einerseits Handelsfunktion und andererseits einem Schulkomplex: Moerkerkse Steenweg und Boogschutterslaan, respektive im Süden und Norden. Knotenpunkt mehrerer Straßen, die bereits auf der Karte von Marcus Gerards (1562) verzeichnet sind: Schaakstraat an der Südseite, Julius Delaplacestraat an der Westseite und Polderstraat an der Ostseite. Im Süden und Osten umgeben von einem teilweise sanierten Friedhof. Autoparkplatz aus Betonpflastersteinen auf der Nordseite. Kirch- und urbanisiertes Dorfplatz an der Westseite. 850-950: vermutliche Gründung der domanialen Pfarrei Sint-Kruis aus der Pfarrei Sijsele 1089: älteste zuverlässige Erwähnung einer domanialen Kapelle, die Sancta Crucis geweiht ist, lokalisiert entlang der ehemaligen römischen Route von Oudenburg nach Aardenburg, gelegen auf dem Domäne Gera und unter der Jurisdiktion des Kapitel der Kanoniker der Brügger St.-Donatus-Kirche 1183: In einem Genehmigungsschreiben von Philipp von der Elzas wird von der Kapelle von Sint-Kruis berichtet. 1194: Gräfin Margarete I. von der Elzas wird vorübergehend in der Kirche von Sint-Kruis beigesetzt. 1275: Die Grenzen des Brügger Schependoms werden festgelegt: Die Kirche liegt innerhalb der Brügger Paallanden und fällt unter die Herrschaft der Herrlichkeit von Sint-Donaas. 13. Jahrhundert: Ältest bekanntes Nutzungsdatum eines Friedhofs auf dem Gelände cf. Grafenfunde im 19. und 20. Jahrhundert. 1297-1300: Bau der zweiten Stadtmauer um Brügge, quer durch die Pfarrei Sint-Kruis. 1333: Erwähnung der Friedhofsmauer, an der ein Wohnhaus einer Einsiedlerin gebaut wurde. 1383: Zerschlagung der ersten Kirche durch die Gentener; kurze Zeit später Bau einer zweiten, kreuzförmigen und gotischen Kirche mit schwerem Westturm, Mittelschiff, Querhaus und Nordschiff. Ende 15. - Anfang 16. Jahrhundert: Zeichnung der zweiten Kirche auf einem anonymen gemalten Plan von Brügge. 1562: Marcus Gerards zeichnet die zweite Kirche auf seinem Stadtplan von Brügge. Drittes Viertel des 16. Jahrhunderts: Zeichnung der zweiten Kirche auf der Karte von Jacob van Deventer. 1566: Predigt von Calvinisten auf dem Friedhof. 1571: Pieter Pourbus zeichnet die zweite Kirche auf seiner Karte von dem Brugse Vrije. 1574: Pieter Pourbus zeichnet die zweite Kirche auf seiner Karte der Wateringen von den Broeck und Moerkerke-Süd über die Lieve. 1577: Der Brügger Stadtmagistrat gibt den Befehl zur Abriss der zweiten Kirche. 1585: Basierend auf den Überresten wird die zweite Kirche wieder aufgebaut. 1612: Bau der dritten Kirche. 1614: Weihe der dritten Kirche durch Bischof C.F. de Rodoan. 1652: Hinzufügung eines Südschiffs. 1668: Aufspaltung der Pfarreien Sint-Kruis und Sint-Anna. 1690 und 1719: J. Lobbrecht zeichnet die dritte Kirche auf seinen Karten von Brügge mit den Paallanden. 1770-1778: Bezeichnung der dritten Kirche auf der Ferraris-Karte. 1784: Kaiser Joseph II. verbietet es, weiterhin innerhalb der Stadtmauern zu beerdigen, wodurch der Landfriedhof von Sint-Kruis ein Zufluchtsort für die wohlhabende Brügger Bürgerschaft und Aristokratie wird. 1793: Auf einer Gravur mit dem flüchtenden Bischof F. Brénart ist die Kirche mit Portal, Querhaus, Südschiff und Glockentürmchen abgebildet. 1842: Bezeichnung der Kirche auf der P.C. Poppkarte. 1848: Entwurf von J.B. Bethune für das Grabdenkmal Dezitter - Pottevyn. 1849: Entwurf von T.H. King für das Grabdenkmal Roskell – Kaye und Bau des neoklassizistischen Grabdenkmals de Carnin de Staden, zugeschrieben an P.F. Buyck. 1851: Datierung der Pläne nach dem Entwurf des Architekten P.N. Croquison; aufgrund von Platzmangel und einem zu kleinen Glockturm entspricht die bestehende Kirche nicht mehr den Bedürfnissen; die Kirchenfabrik entscheidet sich für einen kompletten Neubau, mit einer Lage weiter nach Westen, da die bestehenden Wände und das Dach in einem zu schlechten Zustand sind, die Kirche zu niedrig im Verhältnis zum umliegenden Friedhof liegt und wegen der architektonischen Stil Einheit. 1854 und 1862: Baron A. de Peellaert aquarelliert die dritte Kirche und den umliegenden Friedhof. 1853: Grundsteinlegung der vierten Kirche durch Bischof J.B. Malou. 1855: Weihe der Kirche durch den Dekan P.J. Tanghe. 1856: Vollendung der neuen Kirche und Abriss der vorhergehenden Kirche. 1874: Beim Graben einer Grabkammer wird ein Grab mit Malereien aus etwa 1300 gefunden. 1879: Entwurf von J.B. Bethune für das neugotische Grabdenkmal Sutton (jetzt entfernt). 1931: Anbau eines neuen Sakristei im Art Deco nach dem Entwurf des Architekten M. Allaert. 1948 und 1965: Funde von mittelalterlichen Gräbern. 1960er und 70er Jahre: aufeinanderfolgende Verkleinerung des Friedhofs durch teilweise Sanierung, mit dem Bau des Parkplatzes nördlich der Kirche und der Verbreiterung der umliegenden Straßen. 1966: Vollständige Weißmalerei des polychromierten Innenraums. 1987-1995: Teilweise neugotische Polychromierung des Innenraums. 2000: Einweihung des Kunstwerks In hoc signo vinces, durchgeführt von J. Boudens. Grundriss. Portal unter dem Westturm, flankiert von Tauf- und Trauerkapelle. Durchgänge zwischen Portal und Kapellen zu kleinen Räumen und Treppe zum Doxaal und Turm. Schiff mit drei Joche, Pseudo-Transept, Seitenkapellen von einem Joch, Chor von drei Joche und dreiseitiger Apsis. Chor eingebaut durch Heizraum und Sakristei. 1931 angebaute größere Sakristei im Südosten der Sakristei, jetzt Werktagskapelle. Materialien. Gelbe Backsteinbau kombiniert mit Schiefer für Türpfosten, Abdeckungen und Tropfsteine und Kalksandstein in den Fensteröffnungen. Euville-Stein für Tür- und Fensteröffnungen der angebauten Sakristei. Interieur vollständig verputzt, zusammengesetzte Pfeilerbasen in Schiefer und Boden in Basècles-Fliesen. Ganz unter Sattel- und Lessenaarsdaken mit Schiefer bedeckt und mit uilendaken ausgestattet. Exterieur. Vorbau. Symmetrisch aufgebaute Westfassade mit zentral platzierter Glockenturm auf quadratischem Grundriss. Starke vertikale Wirkung durch mehrfach verjüngende Stützen an den Seiten jedes Joches. Schiefer-Tropfsteine in Höhe der Verjüngungen. Profilierte Spitzbogenportal mit Holztür und schiefer Oberkante, auf der sich Calvarienbilder aus bemalter Terracotta befinden. Turmfassade geöffnet durch Stapelung von profilierten und ungleichen Spitzbogenöffnungen mit Maßwerk und Tropfrahmen. In der Höhe der Glocken an vier Seiten jeweils spitzbogige Bifora als Klanglöcher. In Wimpergen platziertes Turm-Uhrwerk. Achteckiger Turmspitz mit Schiefer bedeckt, ausgestattet mit vier Dachgauben mit Fensteröffnungen, schmiedeeisernen Füßen und monumentalem Turmkreuz. Seitenjoche mit Giebeldach und schiefer Kreuz. Fassadenflächen, jeweils geöffnet mit profiliertem Spitzbogenöffnung, in der Maßwerk. An der Fassadenspitze jeweils eine profilierte, dreieckige und blinde Fassadenöffnung. Seitenansichten. Die Wände der Seitenschiffe sind durch verjüngende Stützen rhythmisiert, zwischen denen sich vier Joche, jeder mit einer profilierten Spitzbogenöffnung ausgestattet mit ungleichen Maßwerk. Lichtschiff mit Lisenen und pro Joch verbundenen und profilierten Lanzenfenstern, die sich in den Seitenwänden des Querhauses fortsetzen. Querhausfassaden mit Giebeldach, die mit profilierten Spitzbogenöffnungen geöffnet sind, in denen sich Maßwerk befindet. Chor und Apsis geöffnet mit einer profilierten Spitzbogenöffnung pro Joch, in der sich Maßwerk befindet. Schmiedeeisenkreuz auf dem Dach über Apsis, im Dach ein Belüftungsöffnung. In den Seitenwänden sind Grabsteine integriert. Fensteröffnungen der später angebauter Sakristei gesichert mit schmückenden Schmiedewerk im Art Deco. Gegen die Apsis aufgebrachter Calvarienkreuz mit 18. Jahrhundert Holzfigur Christi, unter Baldachin. Innenarchitektur. Dreischiffige, orientierte Kreuzkirche des basilikanischen Typs. Schiff mit zweigeteilter Wand. Profilierte Spitzbogenarkade auf Bündelpfeilern. Schalken ausgestattet mit zusammengesetzten Knopfkapitellen, auf denen die Gewölberippen ruhen. Verputzte Gewölbe. In Höhe der Lichtschiff pro Joch verbundenen LanzFenster. Querhaus mit schwereren vierungssäulen. Gewölbe des Querhauses, Chores und Apsis ebenfalls mit Schalken und Knopfkapitellen und Gewölberippen ausgestattet. Mobilien. 16. Jahrhundert Renaissance-Memoriestein im Nordschiff. Klassizistischer Taufbecken, ausgeführt von E. Feys (1790-95). J.B. Bethune entwarf neugotische Designs für die Kanzel (Umsetzung M. Abeloos 1860), Hochaltar (Umsetzung M. Abeloos 1861), Buntglasfenster in Apsis darstellend Propheten, Stammbaum von Jesus und Aposteln (Werkstatt Bethune 1864), Mariaaltar (Umsetzung M. Abeloos 1866), Tabernakel (Werkstatt A. Bressers - L. Blanchaert 1866), Buntglasfenster im Chor darstellend Erzväter und Heilige (Werkstatt Bethune 1867), Sankt-Josef-Altar (H. Pickery 1869), Chorgestühl (Umsetzung Charles Van Robays 1872). Kreuzwegstationen und Disbank von F. De Vriendt (1875). Neugotische Statue von Unsere-Liebe-Frau-mit-Kind aus der Werkstatt A. Bressers und L. Blanchaert (1871). P. Schyven-Orgel von 1895, 1988 umgebaut. Nach vollständiger Weißmalerei im Jahr 1966 wird der Innenraum in den 1980er und 1990er Jahren mit einer neugotischen Polychromie versehen. Friedhof. Entlang der südlichen, östlichen und teilweise nördlichen Seite ist der Friedhof begrenzt durch eine Backsteinfriedhofsmauer mit Schieferdecksteinen (20. Jahrhundert). Schmiedeeiserne Leichentore an der Südwestseite des größtenteils beweideten Kirchplatzes, Backsteinsäulen (19. Jahrhundert), jede gekrönt mit schiefer Bällen. Der Friedhof ist umgeben mit unter anderem Linden. Monumentale Eibe nordwestlich der Kirche in der Nähe der Gräber der Baupastoren A.G. Van Haverbeke und F. Verstraete (zweite Hälfte 19. Jahrhundert). Hauptsächlich schieferne Grabmonumenten aus dem 19. und 20. Jahrhundert. Auf auffällige Anwesenheit von Gräbern bedeutender Familien und Personen, unter anderem Gilliodts, Vermeulen, Van Outryve d'Ydewalle, De Peñaranda, De Schietere de Lophem, Gillès de Pélichy, De Maleingrau d'Hembise, Visart de Bocarmé, Van de Walle de Ghelcke und den Gouverneuren A. Ruzette und L. Janssens de Bisthoven. Ebenso Gräber von Engländern aus der 19. Jahrhundert, in Brügge lebende katholische Kolonie. Die kunsthistorisch wichtigsten Monumente sind die neugotischen Gräber von 'Dezitter-Pottevyn' nach dem Entwurf von J.B. Bethune (1848), ausgeführt von K. Geerts, von 'Roskell-Kaye' nach dem Entwurf von T.H. King (1849) und das neoklassizistische Grab der Grafenfamilie de Carnin de Staden, zugeschrieben an P.F. Buyck. Grabkapelle der Familie De Rycker-Valckenaere und Sammlung von Gusseisenkreuzen südlich der Kirche. Auf dem Kirchplatz stehen zwei Monumente aus weißem Stein zu Gedenken an beide Weltkriege, aufgestellt vor einem umfangreichen Efeu-Strauch. Monument für den Ersten Weltkrieg von dem Brügguan Bildhauer Gustaaf Pickery, eingeweiht 1919. Bildhauerwerk mit Darstellung der Jungfrau von Belgien mit Palmzweig über einem gefallenen Soldaten und im Hintergrund die Büste des erschossenen Sint-Kruisenaar Julius Delaplace.
Urheberrechte: All rights reserved
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Adresse: Moerkerkse Steenweg 192, Brugge
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