Die Vierfrontenbrücke spielte eine wichtige Rolle in beiden Weltkriegen. Diese Bogenbrücke erlebte vier Schlachten, daher der Name „Vierfrontenbrücke“. In beiden Weltkriegen sprengte das belgische Heer diese Brücke.
Das Sprengen der Vierfrontenbrücke war ein großes Problem, da die nächsten Brücken in Sint-Baafs-Vijve (stromaufwärts) und in Grammene (stromabwärts) lagen. Daher benötigte man ein Boot, um überzusetzen. Später wurde eine Fähre mit Zugseil installiert. Die Fähre wurde an dem Seil gezogen, um zu verhindern, dass sie abdriftete. Wenn ein Schiff passierte, wurde das Seil bis auf den Grund der Leie herabgelassen und danach wieder hochgezogen. Loslassen ging von selbst, das Hochziehen musste von Hand erfolgen. Der Kurbel, mit der das geschah, steht rechts des Gehweges vor dem Haus des Fährmanns. Man musste den Fährmann für die Überfahrt bezahlen.
In den siebziger Jahren wurde die Leie ein zweites Mal kanalisierte und etwas weiter in Richtung Zulte wurde eine neue Brücke über den Leiekanaal gebaut. Die Vierfrontenbrücke wurde erhalten und die alte Leie in diesem Abschnitt aufgefüllt, weshalb kein Wasser mehr unter der Brücke fließt.
Maiskot oder Kogelhuis
Im Auftrag der Familie Versele, Eigentümer der damaligen Brauerei Anglo-Belge, wurde 1925 am rechten Ufer der Leie auf dem Gebiet von Zulte dieses imposante Silogebäude zum Lager für Mais gebaut. Es wird im Volksmund „Maiskot“ oder „Kogelhuis“ genannt.
Als der Zweite Weltkrieg im Mai 1940 ausbrach, wurde die Stahlbrücke über die Leie, die nur einen Steinwurf von der Siloeinheit entfernt lag, vom belgischen Militär gesprengt. Trotz mehrerer Treffer blieb das Gebäude stehen. An der Fassade zur Straßenseite sieht man noch zahlreiche Spuren der Kugel- einschläge.
Die deutschen Truppen hatten Olsene erreicht und wollten über die Oeselgemse Neerhoek so schnell wie möglich die Leie überqueren. Dieses Gebäude behinderte die gute Sicht der belgischen Verteidigungslinie auf die heranrückenden deutschen Truppen. Major Collard – der Kommandeur des zweiten Bataillons des 19. Linie-Regiments – ließ in der Nacht vom 24. auf den 25. Mai 1940 eine 75-mm-Kanone heranrücken, um die Maissilo zu zerstören. Dieses schwere Geschütz wurde in weniger als 150 Meter Entfernung von der Maissilo aufgestellt. Nach 20 Schüssen war die Maissilo durchlöchert, aber sie blieb trotz all dieser Gewalt standhaft.
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