Datenquelle: Jan Rymenams
Papendel ist ein feuchtes Naturschutzgebiet von 8,4 ha. Es besteht aus Wiesen- und Schilffeldern, Wald und dichtem Gestrüpp. Es gibt einen langen, ausgedehnten Tümpel und einen großen Teich mit angepassten schrägen Ufern, die speziell für die Amphibien angelegt wurden. Im Sommer wachsen hier Hunderte von gefleckten Orchideen, und auch die breitblättrige Wespenorchis kann man hier entdecken.
Auf der Ferraris-Karte ist das Gebiet mit der Bezeichnung Leusbosch als Bruchwald verzeichnet. Dieser Zustand besteht bereits seit dem 16. Jahrhundert. Torfabbau wurde hier bereits ab 1375 dokumentiert. Auf alten Karten wurde das gesamte Gebiet des späteren Begijnendijk und Pijpelheide als 'Moos' bezeichnet. Im 15. Jahrhundert wurde das Gebiet urbar gemacht und in Wiesen und 'Eussels' umgewandelt. Der Landwirtschaftliche Betrieb entwickelte sich ab dem 19. Jahrhundert entlang der Hannekensstraat. Das Gebiet hatte verschiedene Bestimmungen: neben Bruchwald wurde es manchmal in Wiese umgewandelt, manchmal mit Kopfholz bepflanzt, in Ausnahmefällen sogar mit Kiefer.
Die Teiche rund um das Gebiet wurden relativ neu als Fischteiche angelegt. Der Bach, der das Naturschutzgebiet entwässert, ist der Peuterstraatloop, der in Mechelen in die Vrouwvliet fließt. Dieser Lauf wurde angeblich bereits 1717 ausgehoben, um die Entwässerung des Gebiets zu verbessern. Dass er von Menschenhand angelegt wurde, wird durch den geraden Verlauf belegt.
Papendel kann sich rühmen, ein Lebensraum des seltenen 'braunen Feuerfalters' zu sein. Diese Schmetterlingsart wurde jahrzehntelang als ausgestorben angesehen, aber inzwischen wurde sie erneut im Grenzgebiet zwischen Heist-op-den-Berg und Begijnendijk gesehen. Sein Lebensraum sind die mageren bis mäßig nährstoffreichen Wiesen, die reich an Kräutern und Blumen sind. Besonders die Feld-Sauerampfer und der Schaf-Sauerampfer, allgemein vorkommende Pflanzen ärmerer Wiesen, sind interessante Wirtspflanzen für die Raupen des braunen Feuerfalters. Der Schmetterling sitzt gerne an sonnigen, warmen und geschützten Ecken, die von Gehölzen umrandet sind. Durch eine intensive Pflege der Wiesen hatte dieser Schmetterling es schwer, und deshalb führte Natuurpunt eine angemessene Pflege der Wiesen durch. Die Mahd erfolgt spezifisch als Sinuspflege. Die meisten Wiesen und Mähfelder werden vollständig gemäht, auch in Naturschutzgebieten. Aber wo phasenweise Sinus-Mahdmanagement angewendet wird, wird nie mehr als 60 Prozent der Fläche gemäht. Durch das Mähen in wechselnden, sinusförmigen Mustern entsteht ein Maximum an Variationen in den Lebensräumen, mit Teilen, die ein Jahr oder sogar mehrere Jahre ausgesetzt werden, bis zu Teilen, die mehrmals pro Saison gemäht werden. So ist zu jeder Jahreszeit für jede Art etwas dabei, von Nektarpflanzen bis zu Überwinterungsplätzen.
Datenquelle: Jan Rymenams
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