Das Zeilendorf Nennewitz oder auch Wüst-Nennewitz ist ein wüstes Dorf zwischen Sachsendorf und Wermsdorf im Wermsdorfer Forst in Sachsen.
Dicht an der alten Poststraße von Sachsendorf in Richtung Wermsdorf liegt das Mammbachsche Holz in der Flur Sachsendorf. Dort wurde 1949 durch den Lehrer und Heimatforscher Fritz Lommatzsch ein zwischen 1350 und 750 v. Chr. angelegtes Gräberfeld mit hügelartigen Steinmalen und Steindecken aus der Frühbronzezeit am Doktorteich entdeckt. Zwischen 800 und 900 entstand in der Nachbarschaft dieses Gräberfeldes eine erste slawische Siedlung: Alt Nennewitz genau anstelle des heutigen Kirchenteiches, in der bis ins 11. Jahrhundert slawische Pechsieder, Imker und Grubenköhler ihren Lebensunterhalt verdienten. Um 1200 wurde der umliegende Wald gerodet und im Zuge der zweiten Etappe der Ostbesiedlung entstand das deutsche Dorf Nennewitz mit der Burg, Kirche und acht Siedlungshäusern für sechzig bis siebzig Siedler. Die romanische Kirche wurde durch die Archäologie in das Jahr 1220 datiert, sie war es, welche später dem Teich ihren Namen gab und dessen Namen ursächlich für die spätere Grabung war. Zwischen 1360 und 1380 war Nennewitz Teil einer wüst gewordenen Grundherrschaft, welche ab dieser Zeit bereits wieder vom umgebenden Wermsdorfer Forst überwachsen wurde. In der Region gibt es neben Nennewitz weitere Wüstungen in gleicher Datierung. Über die Ursachen wird in der Fachwelt spekuliert, so könnte eine Minderwertigkeit des sandigen Bodens, eine spätmittelalterliche Agrarkrise oder auch die Pest Gründe für das Verlassen der Siedlung gewesen sein, bzw. oder auch mehrere Gründe gleichzeitig, denn durch die im 14. Jahrhundert wütenden Pestepidemien in dieser Region waren die Dörfer teilweise derart entvölkert, dass niemand mehr für die ernährende Feldarbeit da war. Eine weitere Theorie besagt, dass durch die Entvölkerung durch die Pest in Folge die Getreidepreise fielen, die Landbevölkerung in die entvölkerten Städte zogen und den durch den mageren Sandboden erschwerten landwirtschaftlichen Anbau in diesem Gebiet nicht weiter ausübten. Die Anlage der Fischteiche unter Dietrich von Starschedel ließen dann die letzten Siedlungsreste über die Jahrhunderte bis zur Ausgrabung unter Gerhard Billig zwischen 1971 und 1992 im Dunkel der Geschichte verschwinden. Die Ruinen der Siedlungshäuser versanken im Kirchenteich, ihre Steine wurden als Baumaterial für Befestigungswälle und Einrichtung der Fischteiche verwendet, bzw. abtransportiert. Nur ihre Backöfen und Speicher, die möglicherweise wegen der Brandgefahr abseits der Häuser standen, sind bei Niedrigwasser oder abgelassenen Teichen im Bereich der Uferzone für das geübte Auge zu erkennen.
Datenquelle: Wikipedia.org
Urheberrechte: Creative Commons 3.0
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Adresse: Nordsachsen, Deutschland
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