Schloss Schleinitz

Datenquelle: SKOMP46866

Urheberrechte: Public domain

Beschreibung

Schloss Schleinitz ist ein spätgotisches ehemaliges Wasserschloss im Renaissancestil im Ketzerbachtal, 4,5 km südlich Lommatzsch und 13 km westlich von Meißen und war bis 1945 eine der flächenmäßig größten Grundherrschaften von Sachsen.
Der spätgotische Bau wurde Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts an Stelle einer möglichen Wasserburg mit vorgelagerten zwei Rundtürmen errichtet. Die heute sichtbare Grabensohle lag zu diesem Zeitpunkt mindestens drei Meter tiefer, da der mit einer Staumauer verbundene dahinter liegende Teich noch 1923 eine Tiefe von immerhin vier Metern aufwies. Die heute noch im Grabenbereich sichtbaren beiden Türme sind durch eine Wehrmauer verbunden. Zwischen den beiden Türmen befindet sich der Innenhof, Reste des ehemaligen Zwingers. Die spätgotische Baukonzeption sah nie eine Flutung und Nutzung des umgebenden Grabens als Wassergraben vor, sondern verfolgte bereits das durch den Neubau der Albrechtsburg Meißen vorgegebene nicht mehr ausschließlich militärisch ausgerichtete Schlosskonzept, sondern fokussierte auf die architektonische Machtrepräsentation der Grundherrschaft. Von der ursprünglich gotischen Fassung ist heute nur der linke Flügel mit dem sogenannten Keller erhalten, der das eigentliche Erdgeschoss auf heutiger Grabensohle bildet. Es ist die ehemalige Hauskapelle mit einem Netzgradgewölbe. Ihr Chor ist mit drei Seiten des Achtecks geschlossen. In der Achse der Kapelle befinden sich zwei Fenster mit Vorhangbögen und starken Überschneidungen der Profile, die den Schleinitzer Baumeister in die geschichtliche Nähe des Arnold von Westfalen rückt. Bis zur Reformation wurde diese herrschaftliche Kapelle durch einen besonderen Altaristen bedient, der Pastor aus Leuben musste hier predigen, bzw. musste der Schullehrer aus Leuben als Organist tätig werden, um auf Verlangen des Grundherren diesen, seine Familie und Untergebenen mit dem Gottesdienst, sowie dem Amt der Kommunion zu versorgen. Der in der Kapelle im Stein ausgesparte Wandschrank zeigt die Jahreszahl 1518 und stammt vermutlich aus der Zeit des Vorgängerbaus des heute sichtbaren Schlosses. Aus der gleichen Zeit wie die Kapelle stammt auch das Obergeschoss des linken Turmes, in dem die Kreisform des Turm-Untergeschosses aufgegeben wurde. Über dem Keller wurde, vermutlich infolge eines Brandes, in der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts als heutiges Erdgeschoss eine zierliche Bogenhalle und darüber wiederum zwei Obergeschosse errichtet, die in einen fast quadratischen Mittelbau und einen rechten Flügel gegliedert, im Stil der Renaissance die architektonische Ergänzung zum gotischen linken Flügel bilden. Sonst ist der gesamte Bau einfach gehalten. Der vielfach beschriebene gotische Giebel vor dem Satteldach zeigt bereits den Übergang des in der Renaissance oft verwendeten geschweiften Volutengiebels. An der Nordfassade haben sich zwei originale Abtritterker erhalten. Der rechte Turm wird bis heute als Küchenraum verwendet. Seit 1781 führt eine steinerne Brücke über den ehemaligen Wassergraben und zwei Nebentreppen führen beiderseits auf der Schlossseite in den Graben hinunter. 1905 erfolgten starke Umbaumaßnahmen unter dem Dresdner Architekten Hans Gerlach. So wurde im Mittelbau die große zweigeschossige Halle errichtet, der eine ursprüngliche spätgotische Wendeltreppe weichen musste. Oberhalb des Mittelbaus erinnert das sogenannte Dresdner Zimmer mit einer bemalten Holzdecke in dunkelgrauen, braunen und gelben Ornamenten an diese Zeit des Umbaus von 1905.

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