Der 1445 erstmals erwähnte Lohhof kam 1616 in den Besitz von Christoph Fugger, wurde Gestüt, und ging 1699 über in das Eigentum des bayerischen Herzogs Maximilian Philipp. 1706 kam er als Schenkung an die Englischen Fräulein in Mindelheim und 1814 in Privatbesitz.
Um 1900 wuchs der Bedarf an Betreuung für Waisenkinder und schulischer Ausbildung für Mädchen, ebenso die Zahl von Bewerberinnen für das Klosterleben. Es bedeutete für viele einen sozialen Aufstieg, so dass sich die Anwärterinnen auf Wartelisten setzen lassen mussten. In diesem Zusammenhang erwies sich die Klosteranlage bald als zu klein, so dass die Leitung des Klosters 1902 den Kauf des Lohhofs zur Errichtung eines Klostergebäudes mit Waisenhaus neben dem Gutshof beschloss. Der Kaufpreis betrug 100.000 Reichsmark. Der Neubau von Kloster, Kirche und Waisenhaus erfolgte in den Jahren 1903 bis 1907. Bauherrin war Priorin M. Ludwiga Nickl. Sie beauftragte den Münchner Architekten Hans Schurr für den Bau. Schurr konnte als Vertreter des Historismus Architekturentwürfe aller gängigen Stile liefern, Romanik, Gotik, Renaissance und Barock. Auf Wunsch des Ordens sollte das Kloster im neuromanischen Stil nach dem Vorbild des Dominikanerinnenklosters Regensburg erbaut werden. Die drei Baukörper, Kirche, Waisenhaus und Kloster fanden Platz in einer quadratischen Anlage mit Klostergarten und Kreuzgang in der Mitte. Darüber hinaus wurden Wände, Bögen, Gitter, Türen, Fenster, Bänder und Treppenhäuser auch im Jugendstil gestaltet. Dekor und Schmuck aus dieser Zeit sind reich und vollständig erhalten. Kirche, Schwesternchor, Kommunionsaal, Kapitelsaal und Refektorium sind aneinandergereiht, sie steigern sich in ihrer Wirkung zu einem einzigartigen Ensemble.
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Adresse: Unterallgäu, Deutschland
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