Die Trümmerbahn Nürnberg, im Volksmund „Trümmer-Express“ oder „Moll-Bahn“ genannt, war eine Trümmerbahn in Nürnberg. Sie diente nach dem Zweiten Weltkrieg zur Beseitigung des Kriegsschutts und verlief von der Altstadt über den Valznerweiher, das Reichsparteitagsgelände und den Silberbuck nach Fischbach. Die Schmalspurbahn hatte eine Spurweite von 900 Millimetern und wurde 1946 bis 1947 gebaut, nachdem durch die Luftangriffe auf Nürnberg in der Altstadt etwa 90 Prozent der Gebäude zerstört oder schwer beschädigt waren und große Mengen Schutt beseitigt werden mussten. Nachdem die größten Schuttberge in der Altstadt und der östlichen Südstadt beseitigt waren, stellte die Bahn ihren Betrieb 1950 wieder ein. Ähnliche Anlagen existierten in etwa drei Dutzend weiteren deutschen Städten.
In der Innenstadt änderte sich der Verlauf der lose verlegten Gleise häufig nach Bedarf. Die Bahn führte zunächst ostwärts, am Prinzregentenufer aus der Altstadt hinaus, entlang der durch Bombentreffer ebenfalls teils verschütteten Pegnitz und querte diese am Wöhrder Talübergang auf einer eigens hierfür errichteten Eisenträgerbrücke. Nach dem Dürrenhoftunnel folgte sie der Regensburger Straße, querte St.Peter, verlief am Reichsparteitagsgelände vorbei bis zur Baugrube des nicht mehr gebauten Deutschen Stadions, wo der Schutt zunächst abgeladen wurde. Direkt daneben wurde der Silberbuck, ein 35 Meter hoher Berg aus Gift- und Chemiemüll aufgehäuft. Am Valznerweiher entstand für die Fahrzeuge auf dem heutigen Gelände des 1. FC Nürnberg ein eigenes Bahnbetriebswerk mit Lokomotivschuppen und Abstellgleisen. Dort wurden die Maschinen gewartet und mit Wasser und Kohlen versorgt. An verschiedenen Stellen waren Ausweichen vorhanden, damit Gegenzüge passieren konnten. Als die Kapazitäten am Deutschen Stadion allmählich erschöpft waren und keine weiteren weithin sichtbaren Schuttberge wie der Silberbuck oder der Föhrenbuck in Maiach aufgehäuft werden sollten, wurde die Strecke über die heutige Breslauer Straße nach Fischbach verlängert. Der Schutt des Föhrenbucks stammt aus anderen Stadtvierteln und wurde nicht mit der Trümmerbahn angeliefert, sondern mit Lastwagen und Lastkähnen auf dem damals noch fast durchgängig befahrbaren Ludwig-Donau-Main-Kanal transportiert. Um Fischbach waren große Waldgebiete ausgewiesen, in denen der weitere Schutt möglichst gleichmäßig und unauffällig ausgebracht werden sollte. Deshalb änderte sich dort die Streckenführung der Schuttbahn fast täglich. Im Vollausbau umfasste die Trümmerbahn ein Streckennetz von 17 Kilometern und zusätzlich etwa drei Kilometer Betriebsstrecken.
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