Das Schloss Marbeaumont ist ein Zeugnis der Architektur der Belle Époque, die ihre Inspiration aus den alten Stilen bezieht, und spiegelt den sozialen und wirtschaftlichen Erfolg seines Besitzers, des Bankiers Paul Varin-Bernier, wider.
Doch unter diesem Eklektizismus verbargen sich Bautechniken und Materialien, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts sehr innovativ waren. Paul Varin-Bernier, der seit 1812 eine Bank am Boulevard de la Rochelle besaß, beauftragte 1903 den Architekten Jules Renard mit dem Bau eines Hauses am Stadtrand, das an der Stelle einer 1866 für seinen Vater Gabriel Varin-Bernier errichteten Villa stehen sollte. Luxus und Reichtum kommen in dem vom Architekten gewählten historistischen Stil perfekt zum Ausdruck: Die Ziegel- und Steinarchitektur des Louis XIII, die hohen französischen Dächer der Renaissance, dekorative Motive, die an die französischen Könige erinnern, und die Metall- und Glasarchitektur mit Blumenmotiven des Jugendstils vermischen sich.
Obwohl der Stein von Euville, Ziegel, Schiefer und Zink dem Schloss ein traditionelles Aussehen verleihen, sind die angewandten Bautechniken für die damalige Zeit äußerst modern.
So bestehen die Bodenplatten des Untergeschosses und des Erdgeschosses aus Stahlzement und der gesamte Stahlbau wurde von der Firma Dyckoff aus Barisienne nach dem Eiffel-Verfahren hergestellt. Die Varin-Berniers verfügten außerdem über alle Annehmlichkeiten, die damals von der gehobenen Bourgeoisie gefordert wurden: Aufzug, Telefon, Heizung, Kalt- und Warmwasser und vor allem Strom auf allen Etagen.
Der englische Park wurde von den Landschaftsarchitekten Philippe und Arbeaumont aus Vitry-le-François um 1866-1869 entworfen. Die zahlreichen Alleen bieten Aussichtspunkte auf das Schloss, dessen prunkvolles Aussehen durch den Farben- und Formenreichtum der seltenen Arten im Park widergespiegelt wird (Fau de Verzy, Mikocoulier, Tulpenbaum, Baum mit den vierzig Schilden usw.).
Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Schloss vom deutschen Generalstab besetzt und 1946 an die Stadt Bar-le-Duc verkauft. Seit 1996 beherbergt es die Mediathek Jean-Jeukens, benannt nach dem Bürgermeister, der den Kauf veranlasst hatte.
Führungen für Gruppen nach vorheriger Anmeldung beim Office de Tourisme Sud Meuse.
Kilde: OT SUD MEUSE
Ophavsret: Creative Commons CC BY 2.0
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Adresse: 74 rue de Saint-Mihiel, 55000 Bar-le-Duc
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