Die Europäische Bilderroute des Friedens
ist ein Projekt, das wir dem Bildhauer Professor Leo Kornbrust (geboren 1929) verdanken. Vor mehr als 35 Jahren initiierte er das erste Symposium von Bildhauern im Saarland in St. Wendel. Gemeinsam mit Künstlerkollegen aus der ganzen Welt arbeitete Kornbrust 1971 an den Freiluftskulpturen auf dem Land in 1971/72. In den 1980er Jahren wurden diese in die „Bilderroute“ rund um St. Wendel integriert. Professor Kornbrust widmete diesen neuen Abschnitt dem jüdischen Bildhauer Otto Freundlich. Freundlich wurde in Stolp geboren - dem heutigen Slupsk in Polen - und wurde 1943 in einem Konzentrationslager ermordet. Kurz vor seiner Deportation entwickelten er und seine Frau, die Künstlerin Jeanne Kosnick-Kloss, die Idee von zwei Bilderouten: eine von Nord nach Süd, die andere von West nach Ost. Beide sollten als Symbol für internationales Verständnis, Frieden, Solidarität und Freiheit dienen. Lange Zeit wurde die St. Wendelroute als erster Teil der etwa 3000 km langen Route von West nach Ost betrachtet.
Seit 2004 haben viele Menschen daran gearbeitet, diese Route in ihrer gesamten Länge zu realisieren. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde der „Verein Straße des Friedens“ gegründet. Inzwischen ist ein internationales Netzwerk von Künstlern, Kunstprojekten, Friedensinitiativen, Freunden und Mäzenen, Städten, Stadtteilen und Ländern entstanden. Ziel ist es, eine „Kette“ von Skulpturen von der Normandie bis nach Russland zu schaffen, eine Reihe auffälliger und lebendiger Denkmäler für das friedliche Zusammenleben europäischer Nationen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Belgien, Frankreich, Luxemburg und Polen wurden bereits bestehende und neue Skulpturen und Projekte integriert.
Die Stadien in Luxemburg
NATURPARK OBER-SÛRE
Während internationaler Symposien in den Jahren 1995 und 1999 wurden zwei Bildwege rund um den Stausee der „Ober-Sûre“ in Bilsdorf und in Lultzhausen geschaffen. Die künstlerische Gestaltung, das globale Konzept der Symposien sowie die Auswahl der Standorte machten aus jedem Werk einen Ort des Verweilens und Empfindens. Der Spaziergang selbst ist bereits ein Erlebnis durch die abwechslungsreiche, gewundene Landschaft. Die Skulpturen stehen im Dialog mit der besonderen Umgebung. Das Skulpturen-Symposium in Bilsdorf begann im Verlauf des Kulturjahres 1995 und wurde 1996 abgeschlossen. Unter der künstlerischen Leitung von Pit Nicolas arbeiteten 8 Künstler aus 4 Ländern und schufen für die Region ein wertvolles Gesamtprojekt. In Lultzhausen übernahm der luxemburgische Bildhauer Bertrand Ney die Verantwortung für das Konzept. 1999 lud er fünf Bildhauer ein, ein Bildhauersymposium in Zusammenarbeit mit dem Naturparkzentrum „Ober-Sûre“, der Gemeinde Neunhausen und mehreren Vereinen aus dieser Gemeinde zu organisieren. In Lultzhausen entstanden 6 Skulpturen von Künstlern aus 6 Ländern. In Boulaide und zwischen Eschdorf/Esch-sur-Sûre wurden im Jahr 2007 zwei neue Skulpturen geschaffen; die Skulptur bei Eschdorf wurde 2017 durch eine neue Skulptur ersetzt.
DER GARTEN VON WILTZ
Pflanzen, Terrassen, Wasser, Skulpturen, Wege und Steinflächen bilden ein lebendes Kunstwerk von 2,5 ha Größe. Das von Künstlern initiierte Projekt bietet Möglichkeiten zur Schaffung und Arbeit für Behinderte und Nicht-Behinderte. Verantwortliche Stelle: COOPÉRATIONS vzw.
In der sogenannten „Kaul“, einer 100 Jahre alten Ruine, überwuchert von Bäumen und Sträuchern (nie realisiertes Sanatorium für Menschen mit Tuberkulose), wurde im Jahr 2006 eine Skulptur von Edmée Marth installiert.
Übersetzt aus dem Englischen
Quelle: Infotafel vor Ort
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Datenquelle: Eddy&Rita
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