Dieses Haus wurde von dem Bariser Architekten Jules Renard erbaut, um die Tätigkeit des Malers und Dekorateurs Léon Damain (1872-1947) zu fördern. Es ist das einzige Haus in der Stadt, das die Ästhetik des Jugendstils aufweist, bei der Architektur und Dekor ein zusammenhängendes und harmonisches Ganzes bilden.
Eine Emailleplatte über der seitlichen Kutschentür erinnert an diesen Künstler aus Baris, der aus einer Malerfamilie stammte. Léon Damain war vor allem Dekorateur. Zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert entwickelte sich sein Stil von der Neogotik über die weichen und blumigen Linien des Jugendstils bis hin zum Art Déco. Von seiner Ausbildung an der École Nationale des Arts Décoratifs in Paris nahm er die Sorge um eine sehr deckende Dekoration mit, bei der Architektur und Ornamente ein Gesamtkunstwerk bilden. In Bar-le-Duc sind im Präfekturgebäude, in den Kirchen Notre-Dame und Saint-Antoine sowie im Schloss Marbeaumont, wo er auch mit dem Architekten Renard zusammenarbeitete, noch einige seiner Ensembles erhalten.
Das Haus, das er als Laden und Ausstellungsraum errichten ließ, sollte diese Symbiose zwischen den Künsten zeigen. Das Haus ist um einen Eckpavillon herum konzipiert, der die Materialien der klassischen Architektur aufgreift: Stein aus Savonnières, flache Dachziegel in Schuppenoptik. Die Überlagerung der Fensteröffnungen um ein zentrales Band und die Verwendung von Eckquadern aus Quadersteinen sind ebenfalls Referenzen an die klassische Kunst.
Das Gebäude unterscheidet sich jedoch durch die weichen und runden Formen, die sowohl in den Steinmetzarbeiten als auch in den Materialien des Innenausbaus verwendet werden. Die großen Glasfenster im zweiten Stock und das Erkerfenster zum Innenhof zeigen, dass die Suche nach Komfort und einer neuen Ästhetik miteinander in Einklang gebracht werden sollte. Die "peitschenartigen" Linien, bei denen Kurven und Doppelkurven ineinandergreifen und sich gegenüberstehen, sind insbesondere am Balkongeländer, an den Oberlichtern der Fenster, an der Hofmauer und an den Oberlichtern des Daches zu sehen. Die Verwendung von pflanzlicher Ikonografie (Sonnenblumen) zeigt ebenfalls den starken Einfluss der École de Nancy. Von der ursprünglichen Innenausstattung sind nur noch wenige Elemente erhalten (Treppenhaus, Kamin, Glasfenster), da das Haus während des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt und besetzt wurde.
Kilde: OT SUD MEUSE
Ophavsret: Creative Commons CC BY 2.0
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Adresse: 57 rue André-Theuriet, Bar-le-Duc
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