Zeisigwald

Source: Lord van Tasm

Copyright: Creative Commons CC BY-SA 3.0

Description

Der Zeisigwald ist ein Waldgebiet im Nordosten der Stadt Chemnitz und ein Rest des alten Erzgebirgswaldes Miriquidi. Er ist die größte zusammenhängende Waldfläche der Stadt Chemnitz.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Wald 1331 als des Keisers Forste. Ab da befand er sich im Besitz des Benediktinerklosters Chemnitz. Von 1331 bis 1549 soll sich im Zeisigwald ein Ort für Fehmgerichte von Stadt und Kloster befunden haben. Laut einer Volkssage sei während des Hussitenkrieges von den Bürgern der Stadt ein Schatz im Zeisigwald vergraben worden. 1402 kaufte die Stadt vom Kloster Teile des Klosterdorfes Gablenz, dabei wurden auch Teile des Waldes mit erworben. Ab 1493 ist erstmals eine Nennung als Zceißigwalt erfolgt. Der Name rührt von einer damals betriebenen Vogelstellerei her, insbesondere dem Fang von Zeisigen. Neben diesem Namen wurde der Wald aber auch immer wieder unter anderem Namen erwähnt: Rathswald, Communewald, Churfürstlicher Zeisigwald, Königsforst, Staatsforst und Bürgerwald. Diese Namensänderungen gehen vor allem auf die wechselnden Eigentumsverhältnisse zurück. Im Zuge der Säkularisation kam der westlich der heutigen Forststraße gelegene Teil des Waldes 1546 in den Besitz der Stadt Chemnitz. Der östliche Teil gehörte wechselnden staatlichen Obrigkeiten. 1567 musste das Recht auf Jagdausübung auf städtischem Besitz an den Landesherren abgetreten werden. Dieses erhielt die Stadt erst 1814 zurück. Ab Mitte des 16. Jahrhunderts wurde in dem auf einem alten Vulkangebiet gelegenen Wald in großem Umfang Porphyrtuff abgebaut. Der Rat der Stadt kaufte nach und nach auch die östlichen Gebiete des Waldes auf. Eine erste Vermessung des Waldes wurde 1761 durch Trenkmann durchgeführt, der die Waldfläche mit 160,1 ha angab. Bei einer erneuten Vermessung durch Menges in den Jahren 1847/48 wurde die heutige Einteilung des Waldes in Flügel und Schneisen vorgenommen. Seit dem 20. Jahrhundert dient der Wald, neben einer jahrzehntelangen wirtschaftlichen und militärischen Nutzung, vor allem als Naherholungsgebiet für die Stadt Chemnitz. Die Eingemeindung der gesamten Waldfläche in das Stadtgebiet erfolgte 1950. Lediglich der nördliche Ausläufer gehörte zu Niederwiesa.

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