Schöntal - Oberkessach - Rossach - Schöntal, 21 km
Knittel- Verse vom Abt persönlich
Wandern im „Schönen Tal“, da steht das Kloster Schöntal, geistlicher Mittelpunkt über ein Jahrtausend, ein Zentrum der Kirche, Bildung und Kunst, natürlich im Mittelpunkt.
Die imposante Klosteranlage der ehemaligen Zisterzienserabtei ist eine der schönsten geistlichen Residenzen im Norden Baden- Württembergs. Beeindruckend ist die prächtige barocke Klosterkirche. Von den mittelalterlichen Anlagen sind noch Ringmauern und Ecktürme erhalten. Im Jahre 1157 wurde das Kloster von einem Edelmann namens Wolfram von Bebenburg gestiftet. Er erfüllte damit ein Gelöbnis, nachdem er unversehrt aus dem 2. Kreuzzug zurückgekehrt war. Es gibt Theorien darüber, dass die Urzelle des Klosters in der Wallfahrtskirche Neusaß zu suchen sei. Ein Besuch dort lohnt in jedem Falle.
Seine erste Blüte erlebte das Kloster im 15. Jahrhundert. Die wirtschaftliche und politische Macht wuchs. Doch während der Reformation, dem Bauernkrieg und vor allem während dem Dreißigjährigen Krieg kam es immer wieder zu Plünderungen und Zerstörungen. Unter der 49-jährigen Amtszeit von Abt Benedikt Knittel (1683 – 1732) wurde das barocke Erscheinungsbild des Klosters maßgeblich geprägt. In seiner Amtszeit wurde auch die Heiliggrabkapelle auf dem Kreuzberg geschaffen. Besondere Berühmtheit erlangte Knittel für seine literarische Begabung: Er schuf eine Vielzahl lehrhafter und humorgeprägter Verse auf Lateinisch und Deutsch, die sogenannten „Knittel-Verse“.
Ein weiterer berühmter Mann, der das Gesicht unserer Heimat prägte und mit dem Kloster in enger Beziehung stand, ist der Ritter mit der eisernen Hand, Götz von Berlichingen. Der Überlieferung nach sollen die ersten Mönche die Edlen von Berlichingen gebeten haben, ihnen für den Umzug ihres neu gegründeten Klosters von Neusaß ins „Schöne Tal“ der Jagst Grund und Boden zu überlassen. Als Gegenleistung sollten sie das Recht erhalten, im Kreuzgang ihre Grablege zu errichten. So erklärt sich, warum Götz von Berlichingen, den man nicht gerade als Mann der Kirche bezeichnen kann, im Kloster seine letzte Ruhestätte fand. Johann Wolfgang von Goethe setzte ihm mit seinem Drama 1773 ein literarisches Denkmal. Nach der Säkularisation 1802 endete nach rund 650 Jahren das Klosterleben in Schöntal. Heute beherbergen die ehemaligen Klostergebäude unter anderem das Bildungshaus der Diözese Rottenburg- Stuttgart, ein Waldschulheim sowie das Rathaus der Gemeinde Schöntal.
Source: Touristikgemeinschaft Hohenlohe, Künz... ( ©CC 4.0)
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