Station Gent-Sint-Pieters ist der wichtigste Bahnhof der Stadt Gent und der viertbeschäftigste Bahnhof Belgiens, nach den Brüsseler Bahnhöfen Südbahnhof, Hauptbahnhof und Nordbahnhof (Zahlen von 2014 und 2015). Er wurde 1912 südlich des alten Stadtzentrums zur Vorbereitung auf die Weltausstellung von 1913 erbaut. Der Bahnhof verfügt über zwölf Gleise und sechs Bahnsteige, die spätestens bis 2022 im Rahmen des Projekts Gent-Sint-Pieters vollständig renoviert werden sollen. Die Anzahl der Reisenden ist in den letzten Jahren stark gestiegen; täglich nutzen etwa 56.000 Reisende den Bahnhof.
Geschichte
Bereits Ende der 1830er Jahre wurde das Gebiet südlich von Gent in Ost-West-Richtung von der Eisenbahnlinie Brüssel-Ostende durchquert. Der erste Bahnhof der Stadt war der Bahnhof Gent-Süd, ein Kopf- bzw. Endbahnhof im Stadtzentrum. An der Linie Brüssel-Ostende wurde in den Jahren 1889-1890 eine kleine Haltestelle südlich der Stadt eingerichtet, das sogenannte „Klein Sint-Pietersstation“, ein Durchgangsbahnhof einige Hundert Meter östlich des späteren Sint-Pietersstations, auf Höhe des heutigen Parkplatzes.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden Pläne entwickelt, dieses Gebiet des Stadtteils Sint-Pieters-Aaigem südlich des historischen Stadtzentrums zu urbanisieren, und auch ein neuer Bahnhof wurde hier geplant. Diese Urbanisierung wurde etwas nach hinten verschoben im Hinblick auf die Gentser Weltausstellung von 1913, was auch die Entwicklung des neuen Bahnhofs förderte. Der Auftrag zur Planung des Bahnhofs wurde um 1908 an den Ingenieur Louis Cloquet vergeben. Er verlieh dem Bahnhof ein monumentales Erscheinungsbild. Der Bahnhof wurde längs der Gleise von 1910 bis 1912 erbaut. Die Fassade wurde nach Norden in Richtung des neuen Bahnhofsvorplatzes (Königin Maria-Hendrikaplein) ausgerichtet, der 1912-1913 angelegt wurde. Die Gleise wurden nun auf einem erhöhten Bahndamm verlegt, um Wasserwege zu überbrücken und Überquerungen zu vermeiden.
Der Turm
Charakteristischer Uhrturm
Der Bahnhof Gent-Sint-Pieters besitzt einen charakteristischen Uhrturm, der asymmetrisch zur Haupteingang platziert ist. So wie der Turm des alten Postgebäudes am Korenmarkt, das ebenfalls von demselben Architekten (Louis Cloquet) entworfen wurde.
1975 wurde festgestellt, dass der Turm schief stand. 1999 wurde bei der Renovierung des Bahnhofsgebäudes bemerkt, dass der Turm noch schiefer stand. Erst 2005 wurde deutlich, wie dramatisch der Zustand des Turms war: er lehnte um dreißig Zentimeter, unter anderem weil die metallische Stütze im Inneren verbogen und völlig verrostet war. Der Turm war natürlich nicht mehr wasser- und feuchtigkeitsbeständig. Auch der alte Ziegel war nicht mehr feuchtigkeits- und frostbeständig, weshalb beschlossen wurde, den Turm Stein für Stein abzubrechen und wieder in Stahlbeton mit einer mit Ziegeln gemauerten Außenseite aufzubauen, die so gut wie möglich den ursprünglichen Steinen ähnelte. Der neue Turm (Kopie des alten) wurde im Sommer 2006 errichtet.
Die Halle
Bahnhofshalle
Die Halle des Bahnhofs ist mit Wand- und Deckenmalereien dekoriert. Die Wandmalereien zeigen Szenen, die verschiedene belgische Städte darstellen sollen; Besucher der Weltausstellung von 1913 konnten so auch mit dem Rest Belgiens bekannt gemacht werden. Es handelt sich unter anderem um Ostende, Antwerpen, Brüssel, Brügge, Kortrijk, Oudenaarde, Ypern und Mechelen.
Von Gent-Sint-Pieters führen die Bahnlinien 50 nach Brüssel-Nord, 50A nach Brüssel-Süd sowie Brügge und Ostende, und 75 nach Lille. Auch die Züge über die Linien 58 nach Eeklo und 59 nach Antwerpen fahren von diesem Bahnhof ab.
Thalys
Seit dem 31. März 2015 wurde der Thalys zwischen Ostende und Brüssel eingestellt. Es wurden viel zu wenige Passagiere befördert, wodurch die Verluste groß waren. Ostende erhielt 1997 die Thalys-Verbindung, weil es auch eine in Wallonien eingeführt wurde. Dies war das Ergebnis der Waffeleisenpolitik in Belgien.
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Dirección: Gent
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