Wir schreiben Anfang der 50er Jahre, als Gaston Debelder und seine Frau Raymonde Dedoncker das Bauernhandwerk in Halle gegen ein bierig Leben eintauschen. 1953 übernehmen sie ein Gebäude, das sich in der heutigen Hoogstraat befindet und seit 1887 ein Café und eine Geuzestekerij beherbergte.
Gaston und Raymonde tauften das Brasserie nach der Übernahme sofort "3 Fonteinen" und Gaston eignete sich schnell das edle Handwerk des Stechens an.
1961 kauft die Familie Debelder ein Gebäude am Kirchplatz von Beersel.
Das Gebäude wurde abgerissen, aber das Lager unter dem heutigen Festsaal blieb erhalten. Immer mehr getrieben vom Geuzesteken gräbt Gaston eigenhändig Grabgewölbe unter dem Café-Restaurant. Die Keller des Restaurants grenzen übrigens noch immer an die heutige Brauerei.
Das Café war in den 60er und 70er Jahren enorm populär.
Zeugen hiervan war der Club von "De Mijol", unter der Leitung des künstlerischen Tausendsassas Herman Teirlinck.
1982 übergeben Gaston und Raymonde das Geschäft an ihre beiden Söhne: Armand und Guido.
Während Guido für die Verwaltung des Saals verantwortlich war, leitete Armand die Küche und Geuzestekerij. Rund um 1990 erreicht der Konsum von Geuze seinen absoluten Tiefpunkt, infolge einer breiteren Bewegung hin zu billigen Pilsbieren, süßen Varianten von Fruchtbieren und Wein. Es wurde auch laut darüber nachgedacht, mit dem Geuzesteken aufzuhören, schließlich verlangt die authentische Art und Weise, wie Armand und Gaston dieses Handwerk ausüben, nicht nur viel Zeit und Geduld, sondern auch Kapital. Dies, weil die Produktion und der gesamte Lambikvorrat mehr als drei Jahre im Voraus finanziert werden müssen.
1993 wurde die Trophäe der objektiven Bierprober – die an eine verdienstvolle Person aus der belgischen Bierbrauwelt vergeben wird – an die noch drei verbliebenen Geuzesteker vergeben: 3 Fonteinen, Hanssens Artisanaal und Moriau.
Das war das sprichwörtliche Herz unter die Riemen, das Armand noch mehr Kraft in seiner Überzeugung gab. "Die Lambiek und die Geuze haben eine Zukunft, denn das kommt von hier und das gehört uns"; Lambikbier hat eine klare Verbindung zu unserem Terroir und solch wertvolles Erbe, das sich nicht imitieren lässt.
Wir schreiben 1997.
Dass die Hartnäckigkeit und der Glaube an eine Zukunft für Lambik nicht einfach sein würden, zeigte sich, als Gaston den Rückgang des Geuze-Konsums selbst erlebte und seinen eigenen Sohn für verrückt erklärte, als er hörte, wie Armand sagte: "Guis, da zèn allien noch d'ou peikes dat dat drinken."
Glücklicherweise hatte Armand auch die Sturheit und die Durchsetzungskraft seines Vaters geerbt und entschied sich für Lambik und Geuze und gründete 1997 sein eigenes Unternehmen.
Im selben Jahr gründete Armand mit einigen Kollegenbrauern und -steckern 'HORAL'.
Im November '97 begann Armand, sein eigenes Würze zu brauen.
Mittlerweile wächst die Brauerei stetig und um 2008 ist das Unternehmen auch finanziell gesund.
Alles schien der Brauerei 3 Fonteinen zum Vorteil zu gehen, bis zur Nacht vom 15. auf den 16. Mai 2009. Als Armand die Tür zum Lagerhaus in Halle öffnete, blies ihm eine Wärmewelle sprichwörtlich um. Dieser Raum, der voll mit Flaschen war, die gärten und reiften, hatte normalerweise eine konstante Temperatur von 18° C.
Es lagen damals etwa 80.000 Flaschen...
Durch einen Defekt am Thermostat stieg die Temperatur dann auf 60-70°C.
Inzwischen waren bereits 13.000 Flaschen durch die Hitze geplatzt.
An den Boden genagelt durch den Schock, ist das einzige, woran Armand in diesem Moment denken kann, "Wir sind bankrott".
Eine Handvoll Sympathisanten half Armand und der Brauerei, wieder auf die Beine zu kommen. Befreundete Brauer haben 3 Fonteinen mit gestellten Zahlungen und sogar mit Spenden aus dem Verkauf von Spezialbieren unterstützt. Ein damaliger Lehrer für Destillationstechniken an Elishout schlug vor, die Geuze zu destillieren.
In den folgenden zwei Wochen kamen etwa hundert Freiwillige, um 65.000 Flaschen Bier auszukippen.
Diese wurden die Basis für den Armand Spirit, einen feinen Eau de Vie mit Geuzcharakter; destilliert von der Distillerie de Biercée.
Bis 2011 hatte Armand auch die Brauanlage verkauft und einen großen Teil seines eigenen Vermögens in die Sache gesteckt. Gemeinsam mit der Unterstützung von Freunden, Familie und Fans gab es gerade genug Geld, um die Brauerei 3 Fonteinen am Leben zu halten und wieder Geuze zu stechen.
Mit dem Kopf über Wasser, aber mehr denn je motiviert, weiterzumachen, sucht Armand 2010 nach einem neuen Produktionsmitarbeiter.
Bald sieht er in Michaël Blancquaert, zu diesem Zeitpunkt 26, eine jüngere Version von sich selbst. Im September 2012 wird eine maßgeschneiderte neue Brauerei in Betrieb genommen.
Ab Mitte 2013 wird nach einem neuen Standort gesucht, um alles außer dem Brauen selbst zu zentralisieren, vorzugsweise in und um Beersel.
2015 wird der Standort gefunden, in der Molenstraat 47 in Lot, nur wenige Meter von der Zenne entfernt.
Datenquelle: 3 Fonteinen
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Adresse: Hoogstraat 2, 1650 Beersel, Vlaams-Brabant, Belgien
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