Hof De Lange Schuure

Datenquelle: Vlaamse Gemeenschap, 01-01-1996, ©Vlaamse Gemeenschap

Urheberrechte: All rights reserved

Beschreibung

* Stuiverstraße Nr. 599. Hof "De Lange Schuure", gelegen an der südlichen Spitze des 1744-1749 trockengelegten Sint-Catharinapolder, umgeben von permanenten Wiesen. Der Hof verweist mit seinem Namen auf das Bauernhaus, das ein ausgeprägter LanggiebeltTyp ist, mit der Integration von Stall und Scheune. Der Name wird bereits in einem Text von 1908 erwähnt. Hof geschützt als Denkmal mit den umliegenden Wiesenflächen als Dorfbild, bei M.B. vom 26/05/05. Das historische Kartenmaterial zeigt, dass sich seit dem 18. bis Anfang des 19. Jahrhunderts wenig am Hof geändert hat. Hof "De Lange Schuure" wird auf Karten von 1749 und 1755 angegeben, auf denen die Sint-Catharinapolder abgebildet ist. Der Hof wird also unmittelbar nach der Polderung als Entwässerungshof erbaut. Markant ist seine Lage am Rand des Polders (Stuiverstraße) und die rechteckige Ummauerung des Anwesens als Schutz gegen mögliche Überschwemmungen. Auf der Karte von 1749 wird der Hof schematisch mit einem Volumen dargestellt; die Karte von 1755 zeigt zwei Volumina im umfriedeten Hof. Die Ferraris-Karte (1771-1777) zeigt die Umwallung nicht; die länglichen Volumina sind rechtwinklig zueinander angeordnet. Karten des 19. Jahrhunderts geben mehr Details. Der primitive Katasterplan (1835) und die Atlas der Nachbarschaftswege (1843) zeigen den Hof als ein langgestrecktes L-förmiges Ensemble mit einem kleinen rechteckigen Gebäude im Osten. Die Karte von 1835 zeigt, dass innerhalb des L-förmigen Hauptvolumens der rechtwinklige Teil (Wagenhaus/Stall) vom länglichen Teil getrennt ist, der in Bauernhaus/Stall und Scheunenteil unterteilt ist. 1864 wird an den Stall/Wagenhaus eine Rossmühle (Nordseite) gebaut, die 1895 wieder abgebrochen wird. 1958 wird das kleine Volumen auf dem Grundstück abgerissen; es werden zwei Erweiterungen an den Hauptvolumina vorgenommen, die inzwischen entfernt wurden. Kürzlich wurde der Hof in einen Streichelzoo umgewandelt, wobei einige moderne Anpassungen vorgenommen wurden. Der Hof ist von Wiesen umgeben und über eine asphaltierte Zufahrt von der Stuiverstraße erreichbar. In den umliegenden Wiesen sind Überreste von Wegen, Gräben und vermutlich einer Viehtränke erkennbar. Nördlich des Hofes ein rechteckiger gepflasterter Hof, südlich ein Brunnenschacht. Weißgekalkte Ziegelbauweise auf gepflastertem Sockel unter Ziegeldächern mit kurz überstehendem Dachrand, unter dem eine Regenrinne verläuft. Es handelt sich um ein recht einzigartiges, gut erhaltenes Bauwerk, das seit seiner Entstehung nur geringfügig geändert wurde. Dabei handelt es sich um einen Hof des LanggiebeltTyps aus dem 18. Jahrhundert mit charakteristischem Wohnhaus-Stall-Scheunenbau, mit einem zusätzlichen querstehenden Stallflügel mit Wagenhaus. Der Hof kann aufgrund seines Umfangs und seiner Ausführung als wohlhabend charakterisiert werden. Der lange Südflügel ist als Hof des langgestreckten Typs konzipiert mit Bauernhaus und angrenzendem Stall und Scheune. Bauernhaus, Stall und ein Teil der Scheune stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts; die Scheune wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erweitert. Bauernhaus mit zwei Achsen + zwei Erkerachsen + eine Türachse, die nur eine Treppe zum Dachboden über dem Erker enthält; zwei westliche Achsen mit einer Baugschicht erhöht. Rechteckige, erneuerte Wandöffnungen; torsierte Kelleröffnungen mit Holzsprossen und Innentür. Keller mit langem Gewölbe aus weißgekalktem Ziegel; Pultdächer auf Höhe der Kellerfenster. Unter denselben durchgehenden Dächern, Stall von drei Achsen, darunter eine breite, in der breite Troggewölbe auf hölzernen Balken, typisch für die frühe Phase der Troggewölbe. Rechteckige Wandöffnungen; Unter- und Obertüren. Querscheune von fünf Achsen + vier etwas jüngeren Achsen. Rechteckige Scheunentore bis unter die Dachrinne, zwei Lichtschlitze. Ältester Teil mit erhaltener Dacheindeckung mit doppelten Ziegeldächern. Dach über den folgenden vier Achsen hat eine doppelte Ziegeldach und enthält Inschriften und Datierungen, u.a. "1808". Östlich des Hofes; Stall und Wagenhaus unter einem Dach, rechtwinklig zum Bauernhaus. Stall von fünf Achsen mit rechteckigen, teilweise erhaltenen Wandöffnungen. Giebelseite mit Korbbogen- und Ladeportal. Breiteres Wagenhaus mit breitem Tor bis unter das Dach, teilweise neu mit dem Bauernhaus verbunden; östliche Achse unter einem abgewinkelten Ziegeldach. ABTEILUNG ROHM WEST-VLAANDEREN, Denkmalpflege und Landschaften, Archiv, DW2341. KADASTERARCHIV WEST-VLAANDEREN IN BRUGGE, Steene, primitiver Katasterplan Steene, Abschnitt B, 4. Blatt, ca. 1835; Reihe 207: Mutationsskizzen Steene, 1864/14, 1895/8, 1958/44. REICHARCHIV BRUGGE, Karten und Pläne, Nr. 486: Karte mit der Polder von Zandvoorde, P. Nollet (1717), erneuert von J. Maelstaf und C. Bouuaert, 1755. REICHARCHIV BRUGGE, Karten und Pläne, Nr. 371: Karte der Sint-Catharinapolder bei Ostende, L. Heems, P. Maelstaf und P. Maryssael, 1749. REICHARCHIV BRUGGE, Karten und Pläne, Nr. 490: Grundstücksweise Karte mit der Polder von Zandvoorde, 18. Jahrhundert. BEAUCOURT DE NOORTVELDE, R., Beschreibung der Gemeinde Steene, 1908, Handzame, 1977, S. 28. COOPMAN J., Der letzte Stuiver, in De Plate. Zeitschrift des heimatkundlichen Kreises Ostende, 1988, S. 98. DE FLOU, K., Wörterbuch der Toponymie, Teil 15, Brugge, 1934, S. 220. DESCHACHT D., Straßennamen von Ostende von A bis Z, Ostende, 1998, S. 154. DESMEDT H., Steene, ein Dorf in der Stadt, Stene, 1978, S. 43. HUPPERTS R., Steene und Stene, Steene, 1984, S. 107-108. Steene, ein bedrohtes Märchen-Dorf, in Curiosa, Jg. 356, 1998, S. 12. VERBANCK R., Der Dünenweg von der Geule bis zum Spanjaardsduin, in Jahrbuch 1977 des Heimatkreises Ter Cuere Bredene.

Datenquelle

Datenquelle: Callaert, Gonda; Delepiere, Anne Marie; Hooft, Elise & Kerrinckx, Hans

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