Boechout hat mit dem "Heuvelhof" sein viertes Rathaus.
Das derzeitige Zuhause der Gemeindeverwaltung ist ein relativ junges Schloss und hat daher lediglich eine kurze Geschichte.
Kurz nach dem Kauf mehrerer zusammenliegender Parzellen im Jahr 1872 durch François Julien Waterkeyn, Verwalter von Gesellschaften in Antwerpen, wurde das alte Häuschen vor Ort abgerissen, um Platz für ein Herrenhaus in der Heuvelstraße zu schaffen.
Vielleicht waren die Bewohner unzufrieden, denn zu Beginn dieses Jahrhunderts wurde das Gebäude bereits abgerissen und ein neues mit dem Namen "de Heuvel" errichtet.
Erneut war ihm kein langes Leben beschieden. Anfang Oktober 1914 wurde es durch das Zutun der Deutschen in Schutt und Asche gelegt.
Acht Jahre lang blieb es als Ruine als ein trauriges Symbol für vier Jahre Krieg.
Zwischen 1922 und 1924 wuchs das "Heuvelhof" nach Plänen des Architekten J.B. Van Boechout aus Lier. Das neue Schloss wurde im Stil des neo-Ludwig XVI. errichtet, ein rechteckiges Gebäude mit zwei Etagen, verkleidet mit Naturstein.
Im Vergleich zum früheren Gebäude wurde das Mansardendach angepasst und ist teilweise mit "oeils-de-boeuf" versehen.
Die Girlanden und die florale Dekoration in Form von ovalen und runden Lorbeerkränzen mit Früchten sind im gesamten Gebäude zu finden und aus Eisen, Stein und Holz ausgearbeitet. Die längs verlaufenden Canneluren in den Säulen und den Kolonnen verleihen ihm ein schlankeres Aussehen.
Die Bezeichnung "Heuvelhof" findet ihren Ursprung in dem Straßennamen (Heuvelstraat), an dem es gelegen ist, und sicher nicht umgekehrt.
Dank der Verwendung moderner Materialien blieb der Brandschaden vom 16. Januar 1960, der dennoch erheblich war, auf die oberste Etage beschränkt.
Der letzte Eigentümer, Joseph Waterkeyn, starb am 18. Juni 1963 im Alter von 98 Jahren zu Hause. 1966 wurde das Schloss und ein Teil des Parks von den Erben an die Gemeindeverwaltung verkauft.
Im Juni 1973 wurde das Gebäude von der Verwaltung in Gebrauch genommen, die feierliche Einweihung als Rathaus fand im Oktober 1973 statt.
Neben dem Schloss vervollständigten eine Remise, Pferdeställe, eine Kapelle, ein hoher runder Taubenturm und pittoreske Arkaden an der Ecke zur Heuvelstraße und zur Selbststraße das Ganze. Diese Nebengebäude verliehen dem Komplex ein würdiges und ehrwürdiges Erscheinungsbild.
Leider wurde der größte Teil im August 1973 abgerissen, mit Ausnahme der Remise.
Diese wurde 1992 vollständig renoviert und am 13. März 1993 feierlich von der Gemeindepolizei in Betrieb genommen.
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