Smidt Van Gelder

Beschreibung

Die Belle-Epoque-Wohnung des bekannten Architekten Jozef Hertogs (1861-1930) befindet sich an der ehemaligen Boulevard Leopold (Quartier Leopold), der heutigen Belgielei 91 in Antwerpen. Pieter Smidt van Gelder kaufte sie 1937 von den Erben des Antwerpener Bankiers und Geschäftsmannes Thijs Eduard, um seine Sammlung dort unterzubringen. Die prächtige Belle-Epoque-Wohnung ist eine der letzten Zeugen des Glanzes dieser Epoche an der Belgielei. Fast alle architektonischen Schöpfungen des Historismus, Eklektizismus und Jugendstils sind größtenteils verschwunden und mussten modernen Büros und Wohnanlagen weichen.

Im Laufe der 30er Jahre des letzten Jahrhunderts beschloss der Niederländer Pieter Smidt van Gelder, Rentier und Kunstsammler, sein Vaterland endgültig zu verlassen, er war zu diesem Zeitpunkt etwa sechzig Jahre alt. Zunächst dachte er daran, sich in der Schweiz niederzulassen, wo seine Familie ein Landhaus besaß, und er machte auch anderswo einige Erkundungen, unter anderem in Brüssel. Sein Problem war nicht einfach. Er suchte nicht einfach ein Haus, sondern auch eine würdige Unterkunft für seine umfangreichen Sammlungen. Diese waren bis dahin größtenteils in den alten Lagerhäusern des Familienunternehmens in Amsterdam untergebracht. Durch Bekannte lernte Smidt das luxuriöse Hotel Thijs an der Antwerpener Belgielei kennen. Er erzählte später gerne, dass er dieses beeindruckende Meisterhaus im Handumdrehen erworben hatte, in einer echten Liebe auf den ersten Blick. Niemals hatte er ein Haus gesehen, das so perfekt seinen Wunschtraum erfüllte: eine komfortable Wohnstätte für sich selbst, kombiniert mit dem räumlichen Potenzial, dort ein privates Museum einzurichten. Stilistisch und inhaltlich passte das außergewöhnliche Belle-Epoque-Gebäude zudem nahtlos zu den Sammlungen, die dort untergebracht werden sollten. Die Kombination beider Elemente garantierte somit einen großen Mehrwert. Pieter Smidt van Gelder zog 1937 endgültig nach Antwerpen, seine immense Kunstsammlung sollte später per Schiff folgen.

Der Sammler gewöhnte sich schnell und gut in seiner neuen Stadt. Nach einigen Jahren tat er auch das Notwendige, um die belgische Staatsbürgerschaft zu erwerben. 1949 begann der Sammler zudem Verhandlungen mit Bürgermeister Lode Craeybeckx über eine mögliche Schenkung des Gebäudes und seiner Sammlungen an die Stadt Antwerpen. Am 11. März 1950 konnte das neue Städtische Museum Smidt van Gelder seine Türen für das große Publikum öffnen. Solange Smidt lebte, umfasste die Schenkung nur das Gebäude und den Inhalt des privaten Museums. Aber als der Sammler 1956 im fast achtzigsten Lebensjahr starb, durfte auch das Inventar seiner Wohnräume zum Museumserbe hinzugefügt werden, sodass sich dieses in Umfang noch verdoppelte.

Im Büro des Mäzens wurden einige gerahmte Sprüche gefunden, die uns seine Antriebe beim Sammeln etwas besser kennenlernen lassen.

Der erste Spruch formuliert, was das endgültige Ziel jeder nachhaltigen Sammelaktivität sein sollte: Der Käufer von Antiquitäten kann nicht mit dem Mann verglichen werden, der sein Geld für Luxusverschwendung ausgibt. Er ist ein Mann, dessen Handeln darauf abzielt, den zukünftigen Kunstschatz der Nation zu bereichern.
Hier wird deutlich, dass Smidt immer eine öffentliche Bestimmung für seine Sammlungen vor Augen hatte. Dass sich dies schließlich in Antwerpen konkretisierte, wird viele, sowohl in Flandern als auch in den Niederlanden, weiterhin überraschen. Laut dem Sammler war dies ausschließlich das Resultat der unerwarteten räumlichen Möglichkeiten, die ihm das Hotel Thijs bot. Seine großzügige Geste wurde jedenfalls sowohl auf nationaler als auch auf städtischer Ebene wertgeschätzt.
Auf Vorschlag der zuständigen Minister erhielt er das Ehrenzeichen des Kommandeurs im Orden der Krone und das des Kommandeurs im Leopoldsorden. 1954 wurde Pieter Smidt van Gelder zudem von König Baudouin in den Adelsstand erhoben, und zwar mit dem persönlichen Titel Ritter.
Die Stadtverwaltung ließ sich natürlich auch nicht unbemerkt. Neben den angemessenen Feierlichkeiten bei der Übertragung...

Übersetzt von OpenAI

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