Siebenkerken Nummer 4. Sint-Andriesabtei "Siebenkerken" mit angeschlossener Schule in einer waldreichen Umgebung gelegen. Der Gebäudebestand der Abtei und der angeschlossenen Schule entstanden phasenweise. 1893: Gerard van Caloen, Mönch in der Abtei von Maredsous, erhielt von Papst Leo XIII. den Auftrag zur Neugestaltung des Benediktinerordens in Brasilien. 1899: Dom Gerard van Caloen nimmt in dem Haus seiner Mutter in der Hogeweg zu Sint-Andries Wohnung. Das Haus wurde bewohnbar gemacht, um eine Klostergemeinschaft unterzubringen. 1900: Senator Léon van Ockerhout, Onkel von Gerard, stellt Grundstücke aus dem Domäne Beisbroek (vormals Eigentum der alten Sint-Andriesabtei) für die Gründung einer Abtei zur Verfügung, die Missionare ausbilden soll, gefolgt von anderen adeligen Familien. Das Gelände war sieben Hektar groß. Neben dem Bauernhof umfasste das Gelände einige sandige Felder sowie Buchen- und Kiefernwälder. 29.04.1901: Beginn der Arbeiten nach Plänen von Dom Ludgerus Rincklake (Mönch-Architekt), Benediktiner in Maria-Laach. Es wurde ein traditioneller Abteiplan gewählt. Dieser umfasst ein Quadrat aus vier Klostergängen um einen Innenhof. Auf der Nordseite, nach Osten ausgerichtet, befindet sich die Kirche, auf der Ostseite liegt der Kapitelssaal, auf der Westseite der Speisesaal und auf der Südseite die Bibliothek. Die Zellen der Mönche standen rechtwinklig zu den Klostergängen. 06.06.1901: Grundsteinlegung des Abtei-Komplexes. 17.06.1901: Der Papst bestätigt die Gründung der Abtei. 08.09.1902: Weihe des noch unvollendeten Abtei-Komplexes durch Bischof Waffelaert. 07.04.1903: Grundsteinlegung eines zweiten Flügels mit zwanzig Zellen. 1906: Fertigstellung des zweiten Flügels auf der Südseite, dem Sint-Anselmus-Flügel. 23.07.1906: An der Westseite wurden die Küche, der Speisesaal und ein Teil der Gästeunterkunft fertiggestellt. 03.10.1907: Grundsteinlegung der Kirche. Die Kirche von St-Etienne-le-Rond in Bologna war zweifellos das Vorbild. Eine Kirche wurde errichtet, umgeben von sechs anderen Kirchen. Das Ganze stellte die sieben großen Basiliken von Rom dar. Die sieben Kirchen wurden in einem eigenen Stil errichtet. 1907-1908: erstes Schuljahr des apostolischen Colleges, gegründet, um Kinder und Jugendliche zu erziehen und auszubilden. 1908: Bau des Abtflügels. 1909: Erweiterung des Klosters mit einem Gang und zwei Flügeln mit Zellen. 1910: Gründung der Abtei-Schule. 1911: Bau der Abtei-Schule. 1912: Der deutsche Künstler Andreas Weiss erhielt den Auftrag, die Abtei weiter zu vollenden. Zuerst dekorierte er die Wand des Speisesaals. Hier wurde eine Reproduktion des letzten Abendmahls von Leonardo da Vinci angebracht. Danach begann er mit der Dekoration der Apsis, wo er nach dem Vorbild der Mosaiken von Ravenna im oberen Register Christus als Lebensquelle darstellte, umgeben von verschiedenen Heiligen, die in Sint-Andries verehrt werden. 1919: Wiedereröffnung der Schule. 1923: Beginn der Arbeiten am Flügel der Gästeunterkunft, in dem im zweiten Stock ein Schlafsaal mit vierzig Alkoven für die Schüler eingerichtet wurde. Die anderen Flügel folgten. 1927: Die Kirche in Basilikaform mit dem Chor für die Mönche und der Kirche für Maria mit zentraler Anlage wurde durch einen Feierbereich, einen oktogonalen Turm, verbunden. Die Fassade der Kirche, die nach Westen ausgerichtet war, musste abgerissen und an der Nordseite neu gebaut werden. Architekt Jozef Viérin (Brügge) war verantwortlich für die Planung. 1930: Abschluss der Arbeiten an der Kirche. 1940: Einrichtung der Abtei als militärisches Krankenhaus. 1951: Bau eines neuen Flügels nach dem Entwurf des Architekten Viérin, in dem unter anderem die Bibliothek untergebracht wurde. Dadurch verdoppelte sich die Fläche des Klosters. Ein Stück Garten wurde geopfert, ein neuer Innenhof wurde zu den anderen beiden hinzugefügt, und ein Hörsaal entstand. 1992: Bau eines neuen Flügels an der Abtei-Schule. In seiner heutigen Form umfasst das Ensemble Gebäude von 1902 mit Erweiterungen bis heute, grob gesagt, gruppiert um zwei Innenhöfe. Imposante Fassade der Kirche (1), die Sakristei (2), das Eingangsgebäude mit angeschlossenen Sprechzimmern (3), dabei angrenzend die Gebäude der Abtei-Schule (4) an der Westseite, an der Nordseite das Noviziat und das Kloster (5), an der Ostseite des Anwesens (6) die Zellen der Mönche (7), der Kapitelssaal (8) und die späteren Erweiterungen von 1951 (9), in denen unter anderem die Bibliothek untergebracht ist.
1. Kirche. Kirche bestehend aus einer Hauptkirche mit pseudo-basilikalen Grundriss, einem Atrium mit Säulengang und einer Marienkapelle im Zentralbau sowie verschiedenen Seitonkoren, alle in einem unterschiedlichen Stil gestaltet. Atrium mit Kreuzgewölbe zwischen Gurtbögen, auf Pilastern mit Naturstein-Kapitellen aufliegend. Zentrales Portal in einer Natursteinumrandung, mit Band- und Rankwerk und den Symbolen der vier Evangelisten. Bogenfeld mit Fliesenrelief, mit Darstellung von Christus, signiert "M. MARTENS 1950". Materialien: Rote Ziegelsteine in Kombination mit Naturstein für die Ornamentik. Hauptkirche mit dreischiffigem Raum, Seitenschiffe mit einerseits geradem Abschluss für die Sint-Paulus-Kapelle und andererseits halbrundem Abschluss für die Sint-Jans-Kapelle, einem Chor und einer halbrund bearbeiteten tiefen Apsis, die an das Gebäude anschließt. Das Mittelschiff ist mit einem Holzgewölbe überdeckt, das mit Zugbalken auf Konsolsteinen ruht. Das Seitenschiff ist einerseits mit Kreuzgewölbe zwischen Gurtbögen und andererseits mit einer Holzkassettendecke ausgestattet. Boden: Kombination aus Marmor und Mosaikfliesen. Rundbögenarkade auf Säulen mit Marmorplatten bedeckt. Hauptaltar geweiht an den heiligen Petrus und seinen Bruder Andreas, Patron der Abtei. Fresko von Andreas Weiss mit der Darstellung eines thronenden Christus mit seinen Aposteln. Sint-Paulus-Kapelle ausgestattet im Renaissance-Stil mit Fresken von Weiss, die die Dreifaltigkeit inmitten von Engelchören darstellen. Altäre, die dem heiligen Josef und dem heiligen Benedikt gewidmet sind, sind mit einem Wandgemälde von H. Charlier ausgestattet, das die wichtigsten Ereignisse im Leben von Benedikt darstellt. Sint-Janskapelle ausgestattet im gotischen Stil.
Feierbereich oder achthöckiger Zentralbau. Das frühere Atrium wird 1927 mit einem Feierbereich nach dem Entwurf des Architekten Jozef Viérin (Brügge) versehen. Bestehend aus einer hochgelegenen Holzkuppel auf Tambour, die Dreifachen enthält. Holz-Zugbalken, die auf Naturstein-Konsolen ruhen. Darunter Rundbogenfries.
Kuppelkapelle der Maria im Zentralbau. Sockel mit blauen glasierten Fliesen versehen. Nischen jeweils mit einem Altar ausgestattet. Mosaikboden.
Möbel. Hauptaltar mit Ziborium von 1910. Kreuzbild und Leuchter von 1951 nach dem Entwurf von Michel Martens. Eichenholz-Chorgestühl nach dem Entwurf von Edouard Schmitz von 1911-1912. Die Rückenlehnen sind mit romanischen Motiven dekoriert. Zweiter Teil, ohne Dekoration von 1928.
2. Sakristei. Im Süden der Kirche gelegen. Rote Ziegelbauweise aus zwei Etagen und vier Joche unter schiefergedecktem Satteldach. Die Fassade wird vertikal durch durchgehende Rundbogen-Nischen rhythmisiert. Verschnitte Stützmauer. Horizontale Gliederung mit geometrischem Ziegelsteinfries und Kranzgesims auf hölzernen Klötzen. Auf dem erhöhten Erdgeschoss Rundbogenfenster mit bleiverglasten Fenstern, im Obergeschoss gekoppelte Rundbogenfenster. Innenraum. Dreischiffige Raum mit Tonnengewölben zwischen Gurtbögen, die auf zwei toskanischen Säulen ruhen. Bunt gefliester Boden. Eichenwoodvertäfelung mit eingebauten Schränken. Ausgestattet mit Panels mit geometrischen Mustern.
3. Hauskapelle im Süden der Kirche. Untergebracht in hohem Turmbau mit schiefergedecktem kegelförmigen Spitz, unter dem sich ein gemauerter Rundbogenfries befindet. Offene Fenstern mit Rundbogenfenstern, die mit Bleiglass ausfüllung versehen sind. Innenraum. Neugotische einschiffige Kapelle mit halbrundem ausgearbeitetem Apsis. Kreuzrippengewölbe, das auf Pilastern aufliegt. Verputzte und bemalte Wände mit Schablonen ausgestattet.
4. Eingangsgebäude. Rote Ziegelkonstruktion unter schiefergedecktem Satteldach. Zentral als Risalit ausgearbeitete Giebelfassade, oben mit einem Rundbogenfries ausgestattet, der auf Natursteinkonsolen ruht. Offene Rundbogenfenster und Rundbogentür unter schiefergedecktem Dach, das auf Natursteinkonsolen ruht. Zentrales Risalit flankiert von Listenfassaden, im Erdgeschoss mit zweifachen Fenstern in Rundbogen-Nischen und im Obergeschoss mit gekoppelten Rundbogenfenstern. Innenraum. Dreischiffiger Eingang. Mosaikboden mit dem Wappen der Sint-Andriesabtei. Toskanische Säulen auf Sockel mit Klauenstücken und Kapitell mit Reptilien.
5. Abtei-Schule, die westlich der Klostergebäude gelegen ist. U-förmiger Grundriss. So genannte "Moorische Halle" untergebracht in einem Volumen von zwei Etagen unter schiefergedecktem Satteldach. Zugänglich über einen als Risalit ausgearbeiteten Eingang mit einer Rundbogentür und oben mit Rundbogenfries. Rechteckige Maueröffnungen, im Erdgeschoss abwechselnd zwei- und dreigeteilte unter Entlastungsbogen, Bogenfelder mit bunten Ziegelsteinfüllungen. Innenraum. Die sogenannte "Moorische Halle" spielt eine wichtige Rolle in der Zirkulation sowohl im Erdgeschoss als auch im Obergeschoss mit hölzernen Laufbrücken. Holzgewölbe mit Zugbalken, die auf Natursteinkonsolen ruhen. Gelbe Ziegelwände sind durch den Einsatz von glasierten Fliesen belebt. Im Erdgeschoss mit einem bunten Sockel ausgestattet. Bunte quadratische Paneele mit Rautenmuster. Gegen das Dach ein Fries mit Rautenmuster. Große Vielfalt an Maueröffnungen. Rundbogentüren, von denen einige mit gekoppeltem Oberlicht ausgestattet sind, das auf Naturstein-Lintel und -Konsolen ruht. Zentral zwei Rundbogenöffnungen, die einerseits Zugang nach außen bieten und andererseits zur Treppe führen. Treppenhalle mit einem Treppenaufgang aus Schiefer und schmiedeeisenem Geländer. Bunt gefliester Boden mit Rautenmuster.
6. Anwesen. Kreuzgang angelegt rund um einen quadratischen Innenhof und bestehend aus vier Gangformen von einer Etage hoch und neun Jochen unter einem schiefergedeckten Walmdach, am Flügel von zwei Etagen hoch angebaut. Verankerte Ziegellistenfassade. Fensteröffnungen sind als Dreifachfenster mit Schiefer-Kapitellen gefasst. Innenraum. Holzgewölbe mit Holz-Zugbalken, die auf Natursteinkonsolen ruhen. Mosaikboden. Reich verzierten barocken Portale geben Zugang zum Speisesaal und zur Kirche.
7. Kapitelssaal. Rote Ziegelkonstruktion unter schiefergedecktem Satteldach. Die Giebelfassade ist halbrund ausgearbeitet. Fassaden sind mit gekoppelten zweifach- und dreifach Fenstern mit Natursteinsäulen mit ausgearbeiteten Kapitellen geöffnet. Innenraum. Einkammerräume mit halbrund ausgearbeitet. Zwei- und dreifach Fenster mit Natursteinsäulen. Bunter Zementboden mit geometrischen Motiven. Holzgewölbe mit Malerei, die auf Natursteinkonsolen mit Akanthusblättern ruht. Möbel. Eichenlambrisierung mit Bänken. Kreuzweg von Brangwyn (vor 1940). Glasfenster von Brangwyn und Michel Martens.
8. Hof. Hof bestehend aus losen Bestandteilen, die sich um einen teilweise befestigten Hof gruppieren. Niedrige Ziegelkonstruktionen, weißgestrichen über einem schwarz gepickten Sockel, unter Satteldächern, die mit flämischen Ziegeln bedeckt sind. Wohnhaus mit zwei + zwei Aufkammer-Joche. Rechteckige Maueröffnungen mit erhaltenem Fensterwerk und Spuren von Läden. Stall und Scheune ebenfalls in niedrigen Volumen untergebracht. Offene Wagenremise rhythmisiert durch Rundbögenarkade.
Datenquelle: Gilté, Stefanie & Van Vlaenderen, Patricia
Urheberrechte: All rights reserved
| | Öffentlich | Dänisch • Englisch • Französisch • Italienisch • Niederländisch • Spanisch
Adresse: Zevenkerken 4, Brugge
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