Datenquelle: Lukas Brackman
Diese Bilder wurden von innen nach außen der Meeresgrotten aufgenommen. Solchen Meeresgrotten verdankt Koufonissia ihren Namen.
Die Meeresgrotten von Koufonissiia prägen teilweise die Geschichte und sogar den Namen der Inseln. Der Name ist direkt mit diesen Landformen verbunden:
"Koufios" (κουφός): Bedeutet hohl oder ausgehöhlt auf Griechisch.
"Nisia" (νησιά): Bedeutet Inseln.
Von der See aus gaben die Dutzenden von Höhlen, Tunneln und durchgehenden Grotten den Seefahrern und Piraten den Eindruck, dass die Inseln von innen buchstäblich hohl waren.
Im 17. und 18. Jahrhundert trieben Piraten ihr Unwesen über die Ägäis. Die Grotten spielten dabei eine strategische Rolle. Die tiefen Buchten und Wasserhöhlen boten Piraten einen idealen Ort, um kleine wendige Schiffe vor den venezianischen und osmanischen Patrouillen zu verbergen. Dank der engen Durchgänge konnten sie unbemerkt warten, bis ein Handelsschiff zwischen Naxos und Amorgos vorbeifuhr. Tunnel, die auf versteckte Mini-Strände mündeten, waren perfekte Orte, um Vorräte und Beute vorübergehend zu lagern.
Für die örtlichen Fischer stellten die geschützten Zugänge der Grotten einen sicheren Lagerplatz für ihre kleinen Holzboote (Kaïki) während der schweren Sommerstürme und der kräftigen Meltemi-Winde dar.
Bei Überfällen von Piraten oder feindlichen Flotten flohen die Inselbewohner in die schwer erreichbaren Felsbuchten. Gleichzeitig entstand manchmal eine wackelige Zusammenarbeit: Bewohner halfen Piraten im Austausch für Schutz oder einen Teil des Handels.
Die Entstehung dieser Naturwunder ist ein Schulbeispiel für maritime Erosion (Küstenerosion): Der Boden von Koufonissia besteht größtenteils aus porösem Kalkgestein und sedimentären Schichten. Die kraftvollen Wellen schlagen kontinuierlich gegen die Küstenlinie. Luft in kleinen Felsspalten wird durch das dringende Wasser unter hohem Druck komprimiert, wodurch das Gestein von innen heraus zerfällt. Sand, Kieselsteine und Salz, die vom Meer mitgerissen werden, reiben wie eine Art Schleifpapier an den Felswänden. Über einen Zeitraum von Tausenden von Jahren schleifen winzige Risse zu tiefen Gängen aus. Wenn das Dach eines solchen Ganges einstürzt, entstehen beeindruckende natürliche Brücken, Durchgänge (wie Pisina) oder "Löcher", durch die das Meerwasser über einen unterirdischen Tunnel einströmt.
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