Im Frühjahr 1999 wurde die Hebammenschule gemäß dem Denkmalschutzgesetz von 1988 als geschütztes Denkmal ausgewiesen.
Der Architekt Jan Stuyt (1868-1934) entwarf die Hebammenschule in Heerlen, die aus mehreren Gebäuden auf einem Höhenzug mit dem Imstenrader Wald im Hintergrund besteht. Mit dieser städtischen Lage wurde einer medizinischen Anforderung nach frischer Luft Rechnung getragen, und es konnte eine großzügige Verteilung der verschiedenen Gebäude über das verfügbare Gelände geschaffen werden. Die Hebammenschule besteht aus einem Torbau mit Schule, einer Klinik und einer Wohnung für den Direktor; ein Wirtschaftsgebäude wurde kürzlich von einem Brand betroffen. Königin Wilhelmina legte am 25. September 1920 den Grundstein. 1922 war die Arbeit abgeschlossen. Über zehn Jahre später folgte der Bau einer Kapelle; Jan Stuyt und sein Sohn Giacomo sorgten gemeinsam für das Design (1934).
Die Gründung dieses Ausbildungsinstituts in Verbindung mit einer Entbindungs-klinik steht in direktem Zusammenhang mit einem Fortschritt der medizinischen Wissenschaft im neunzehnten Jahrhundert. Dr. Ignaz Semmelweis (1818-1865) entdeckte 1847 einen klinisch-hygienischen Zusammenhang zwischen Bakterienbildung, Ansteckung und Säuglingssterblichkeit. Als direkte Folge der anfangs sehr umstrittenen Erkenntnisse von Dr. Semmelweis entstand eine neue medizinische Verhaltenslinie, wodurch die Mutter- und Säuglingssterblichkeit erheblich sank. In der Hebammenschule lässt sich dieser Durchbruch im medizinischen Bereich an einzelnen Gebäuden wie einer Schule, einem Durchgangshaus und einer Frauen- und Säuglingsklinik erkennen. In diesem Zusammenhang kann der Hebammenschule eine medizin-historische Bedeutung zugeschrieben werden. Zur Erinnerung an die großen Verdienste von Dr. Semmelweis wurde im Treppenhaus des Torbaus ein Medaillon mit seinem Konterfei angebracht.
In den Niederlanden gab es noch eine zweite Hebammenschule in Rotterdam, aber bedauerlicherweise ist diese verloren gegangen. Für Jan Stuyt stellte 'Heerlen' seinen zweiten großen Auftrag im Gesundheitswesen dar. 1907 baute er zusammen mit Jos Cuypers die Boerhaaveklinik in Amsterdam, und 1925 entstand in Alkmaar das Sint Elisabeth Krankenhaus. Die Hebammenschule in Heerlen ist als einzige von diesen großen Stuyt-Komplexen nahezu vollständig erhalten geblieben.
Der Komplex von Jan Stuyt ist äußerst monumental. Die Gebäude sind nicht nur groß und repräsentativ, sondern rufen beim Besucher aufgrund der hohen Lage, der weitläufigen Präsentation und ihrer gegenseitigen sowie durchdachten Anordnung schnell einen Ausruf wie 'Tjonge tjonge' hervor. Mehr als ein Merkmal von Stuyts Stil ist im Ensemble zu entdecken. Die blockhaften Pilaster an den Ecken der Gebäude, ein turmartiger Aufbau am Eingang, Naturstein-Girlanden um ein oeil de boeuf, die Verwendung eines Tympanons über einer Tür oder einem Fenster sowie die Anwendung einer Kugelform (Stütze) als Bezug auf den Namen des Architekten sind einige äußere Charakteristika. Die Grundrisse zeigen eine klare Ordnung und bestehen aus langen Fluren mit angrenzenden Räumen wie Behandlungsräumen, Untersuchungszimmern und Sälen, während Stuyts Kenntnisse über (stahlbewehrten) Beton in der Hauptkonstruktion zum Ausdruck kommen (in den Kuppeln der Kirche der Heilig Landstichting [1913] bei Nijmegen und der St. Catharina-Kirche [1916] in 's-Hertogenbosch findet man andere Beispiele für Stuyts Interesse an Stahlbeton als Baumaterial). Die Hebammenschule zeigt Stuyt in Bestform, wo sein früheres Werk oft eine neogotische Abhängigkeitserklärung enthält. Bei der Materialwahl sorgte Stuyt für den Einsatz des regionalen Maastrichter Kreides in Fries, Verzierungen und Pilastern, während die Sockel aus Kunrader Stein bestehen.
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Adresse: Zandweg, Heerlen, Limburg, Niederlande
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