So verrückt es auch klingt, Souburg verdankt ihre Entstehung einer Reihe von Überschwemmungen, die ab dem Jahr 300 während einiger Jahrhunderte das Mündungsgebiet der Schelde heimsuchten. Das Moorgebiet, das später Walcheren heißen sollte, wurde durch das eindringende Wasser vollständig entvölkert, aber dasselbe Wasser sorgte dafür, dass im Moor Bäche ausgeschürft wurden, die nach und nach mit Sand und Ton aufgefüllt wurden. Zwischen diesen Rücken wurde das niedrig gelegene Moor mit Ton überdeckt. Kurz gesagt: Die Bedingungen für eine erfolgreiche Besiedlung wurden von der Natur selbst geschaffen.
Rund um das Jahr 600 war es so weit, dass die Bachrücken genug erhöht waren, um Menschen 'aufzunehmen'. Auch wenn es bis weit ins 10. Jahrhundert dauerte, bis es wirklich Konzentrationen auf Dorfebene gab. Der Vlissinger Stadtarchivar Adri Meerman zieht für diese alten Zeiten gerne den in Veere lebenden Professor Dr. P.A. Henderikx zurate, der in Publikationen und in Vorträgen bereits viel über die Entstehungsgeschichte von Walcheren berichtet hat. 'Unser eigenes Archiv über Souburg reicht schließlich nicht weiter zurück als ins 17. Jahrhundert.' Die Handelsniederlassungen entlang der Küste müssen wohl recht wohlhabend gewesen sein. Wie sonst wäre zu erklären, dass in Souburg eine Burg, ein befestigter Ort, errichtet wurde. In dem 1860 erschienenen Büchlein eines 'zornigen Souburger' (darüber in einem späteren Artikel mehr) hieß es noch, dass die Burg dazu diente, kostbare Produkte wie Wolle, Salz und Getreide vor raubsüchtigen Flamen zu schützen. 'Aber Geschichte ist eine lebendige Wissenschaft', betont Adri Meerman. 'Denn mittlerweile wissen wir es besser. Vielleicht gingen die Flamen ab und zu auch auf Diebestour, aber die Burg diente doch vor allem zum Schutz vor den Normannen, die zwischen grob 830-990 plündernd umherzogen.'
Früher?
Welches Dorf war jetzt früher? Ost-Souburg oder West-Souburg? 'Ich glaube, ich muss die Ost-Souburger enttäuschen', lacht der Stadtarchivar. 'Denn auch wenn die Ende des 9. Jahrhunderts errichtete Burg, die 'Karolingische Burcht', einige Besiedlungen kannte, gab es dort noch kein wirkliches Dorf. Der Ort Souburg, in alten Zeiten unter anderem Subburgh genannt, wird erstmals 1162 in einer schriftlichen Quelle erwähnt. Gegenpapst Viktor IV. bestätigt dann die Abtei von Middelburg in ihren Besitzungen. Zu den Besitztümern gehört auch die Kirche von West-Souburg. Und erst 1247 wurde Ost-Souburg eine selbständige Pfarrei als Tochter von West-Souburg. Die Stiftung dieser Pfarrkirchen deutete darauf hin, dass die Bevölkerung allmählich wuchs. In diesem Zusammenhang möchte ich Professor Henderikx zitieren, der in einem Vortrag für die Vereinigung Freunde des Städtischen Museums und des Stadtarchivs Vlissingen Folgendes bemerkte: 'Kirchenstiftungen deuten auf einen Anstieg der Anzahl der Einwohner hin, wobei die Bewohner natürlich auch Motive für all diese Kirchenstiftungen gehabt haben müssen. Und die hat es sicherlich gegeben, sowohl religiöse als auch weltliche Art. Was den religiösen Antrieb betrifft, wird es einen großen Anreiz durch die Gregorianische Reformbewegung gegeben haben, die Verbesserung der Seelsorge propagierte und die Gläubigen anregte, häufiger, möglichst wöchentlich, in die Kirche zu gehen. Der weltliche Antrieb lag vor allem in der Bildung von Handwerken, sozusagen den Vorläufern unserer Gemeinden. In Zeeland fiel die Gründung von Handwerken bis ins 14. Jahrhundert genau mit der Gründung von Pfarreien zusammen. Immer wenn eine neue Pfarrei entstand, wurde auch ein neues Handwerk aus einem größeren Handwerk abgespalten. Die Pfarrkirche spielte somit auch eine Rolle im Rechtsleben. Diverse Bekanntmachungen durch Schultheiß und Schöffen wurden in der Kirche vorgenommen und Klagen wurden in der Kirche eingereicht.'
Schloss
Adri Meerman: 'Um die dreizehnte Jahrhundert stand, davon nehmen wir an in West-Souburg, ein Schloss, das unter anderem von dem Geschlecht Van Borssele und von Anna von Burgund bewohnt wurde. Karl der Kühne, Karl der Fünfte und Maximilian von Österreich verweilten dort. Also illustre Personen. Ich werde jetzt ein wenig mit großen Schritten durch die Geschichte gehen, um schneller im 18. Jahrhundert zu landen. Die Zeit, in der ich schließlich die Daten aus unserem eigenen Archiv holen kann. Das Schloss wurde 1573 in Brand gesteckt. Fünf Jahre später kaufte Philips von Marnix, Herr von Sint Aldegonde, die Herrenfarm West-Souburg und die Überreste des Schlosses. Philips ließ die Burg wieder aufbauen und nannte sie Aldegonde. Erst 1783 verschwand die Burg von der Karte: sie wurde abgerissen.
Wunderwirkend
Ost-Souburg wurde in den Jahren um 1300 vor allem als Pilgerzentrum bekannt. Die Menschen kamen von nah und fern zur Pfarrkirche, die der heiligen Jungfrau Maria geweiht war, da in einer Nische eine wunderwirkende Marienstatue stand, Unsere Liebe Frau von dem Turm. Bei der Bildersturm im Jahr 1566 wurde diese Statue heruntergeworfen und zertrümmert. Die Rechtsdiener des berüchtigten Herzogs von Alva nahmen gnadenlos Rache für diese - was sie nannten - Gotteslästerung. Abraham de Deckere, Schultheiß von Ost-Souburg, und seine Frau Petronella Pieters Dochter wurden wegen des Brechens, Verletzens und Prophanierens (Entheiligens) der Ost-Souburger Pfarrkirche gehängt.'
Der erste Artikel dieser Reihe erschien in der Souburgsche Courant von Mai 2002.
Source: Souburg.nl
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