SMUGGLEN
Die Grenze ist hier entstanden, nachdem Belgien 1830 unabhängig von den Niederlanden geworden war. Bald schon begannen die Preise für Waren in Belgien und den Niederlanden, sich voneinander zu unterscheiden. Die Menschen hier wussten, was in Belgien billiger war, und unternahmen alle Anstrengungen, um es dort zu holen. Und mit dem Bringern von Waren, die hier günstiger waren, konnte man Geld verdienen. Aber nicht über die offiziellen Grenzübergänge, wo sie die Waren anmelden und für die Einfuhr bezahlen müssten. Nein, über ihre eigenen Pfade, querfeldein; schummelnd.
PUNGELN
Manchmal wurde von Zöllnern auf Autos geschossen, und die Schmuggler streuten im Gegenzug Scherben aus, um verfolgenden Autos die Reifen zu zerstechen. Davon konnte man nicht mehr von Sport im Schmuggel sprechen. Und jetzt? Jetzt gibt es keine Grenzkontrollen mehr, und wir können einfach auch in Belgien einkaufen gehen.
Das Schmuggeln nannte man damals 'pungeln'. Der Sack, den man auf dem Rücken trug, wurde "Pungel" genannt. Manchmal war das Pungeln fast ein Spiel, bei dem die Zollbeamten an der Grenze versuchen mussten, den Schmuggler zu fangen. Der Schmuggler versuchte seinerseits, die Zollbeamten auszutricksen. Was wurde geschmuggelt? Alles, mit dem man Geld verdienen konnte. Vor hundert Jahren war das Salz, mit dem sie eine halbe Mark pro Kilo verdienten. Während des Krieges unter anderem Brot und Tabakwaren. Ja, Tabak und Alkohol sind immer beliebte Schmuggelwaren geblieben; und nicht zu vergessen: Butter.
BUTTERSMUGGLEN
Nach dem Zweiten Weltkrieg, besonders in den 50er Jahren, konnte man mit Butter viel Geld verdienen. Im Dunkeln schlichen abenteuerlustige junge Männer in kleinen Gruppen über die Waldwege, die von den Niederlanden nach Belgien führten. Die Butter war in einem Rucksack, der 25 Kilogramm fasste. Vorsichtig manövrierten die 'Pungler' dann in der dunklen Nacht; auf der Hut vor den Zollbeamten, die sich überall am Weg versteckten. Als der Preisunterschied für Butter sehr groß wurde, versuchte man, mit Autos voller Butter die Grenze zu passieren. Das waren dann nicht mehr arme Grenzbewohner, sondern Berufsschmuggler.
Quelle: Informationsschild an der Grenze
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Datenquelle: Eddy&Rita
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