Kilde: Jan Rymenams
Dieses Denkmal des heiligen Rochus ist eine private Schenkung an die Stadt aus den 1970er Jahren. Und das ist nicht Zufall: In dieser Zeit versuchte der Heimatverein, das Fest zu Ehren des heiligen Rochus neues Leben einzuhauchen. Nicht vergebens, denn heute sind die ‚Lichtzeichen‘ am Vorabend der Halbernte ein außergewöhnliches Ereignis. An diesem Abend wird die Stadt mit zehntausenden Lichtern und Kerzen beleuchtet.
Woher stammt dieses jährlich wiederkehrende Fest?
Die letzte große Pestepidemie in Aarschot wütete sehr lange, vom 14. September 1666 bis zum 16. Februar 1667. Die Situation war prekär. Im Jahr zuvor waren die Getreidevorräte in den Flammen untergegangen. Der Pestmeister war gestorben und fünf Graue Schwestern hatten ihr Leben verloren. In der Hälfte der Häuser herrschte die Pest. Die wohlhabenderen Bürger hatten die Stadt verlassen. Schließlich versprach die Bürgerschaft, die Stadt mit Wachskerzen zu erleuchten zu Ehren des heiligen Rochus, des Heiligen, der schon seit Jahrhunderten gegen die Pest angerufen wird. Man darf nicht unterschätzen, dass eine Wachskerze in diesen Zeiten sehr teuer war. So geschah es, und die Pest wich.
In den folgenden Jahren wurde dieses Ereignis durch das Brennen von Kerzen in der Stadt wieder aufgegriffen. Aber wie es so ist, verschwand diese Tradition, bis eine neue grausame Epidemie auftrat. Diesmal war es nicht die Pest, sondern die Cholera, die genau 200 Jahre später, 1866, heftig zuschlug. Die Plage hatte sich bereits um 1830 in Europa bemerkbar gemacht und als Rom getroffen wurde, hatte der damalige Papst die Katholiken der Welt aufgefordert, zum heiligen Rochus zu beten. In dieser Zeit wurde in Aarschot sogar eine Bruderschaft des heiligen Rochus gegründet. Und auch jetzt war die Plage nicht in den Griff zu bekommen, bis man sich an die wunderbare Rettung von der Pest erinnerte. Die Stadt wurde mit Hunderten von Kerzen und Laternen erleuchtet und auch diesmal verschwand die Cholera.
Die ‚Lichtzeichen‘ sollten in den folgenden Jahren wiederholt werden, zunächst noch ganz im Geiste der Frömmigkeit, später wurde es ein großes Volksfest. Aber die Entkirchlichung war eine der Ursachen dafür, dass dieses Fest schwand und nach dem Zweiten Weltkrieg verschwand.
Bis – wie gesagt – in den 1970er Jahren die Tradition wiederbelebte und heute das größte Volksfest von Aarschot ist.
Kilde: Jan Rymenams
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