Source: Jan Rymenams
Am Ende des 19. Jahrhunderts war Belgien von einem dichten Eisenbahnnetz durchzogen. Es gab jedoch eine Einschränkung. Die Linien verbanden Städte, Häfen und Industriegebiete, ignorierten jedoch das landwirtschaftliche Umland. Nicht verwunderlich, denn die Eisenbahnlinien wurden von privaten Unternehmen betrieben und mussten profitabel sein. Daher entschloss sich der belgische Staat, das Umland mit einem Netz von schmaleren Eisenbahnlinien und einfachen Lokomotiven zu erschließen. Ziel war es, an jedem Kilometer einen Halt einzurichten. 1885 entstand die nationale Gesellschaft für Überlandstraßenbahnen. Das Sozialabonnement wurde eingeführt, um die Arbeiter in die Städte zu pendeln, aber vor allem, um sie unter dem Kirchturm zu halten. Die Tarife waren günstig, auch für den Transport von landwirtschaftlichen Produkten. Während die Straßenbahnlinien in der Stadt etwa 5 Kilometer ländliche Peripherie abdeckten, wurden es plötzlich 25 Kilometer. Straßenbahnen sollten für ein wirtschaftliches und soziales Gefüge sorgen, bis sie nach dem Zweiten Weltkrieg massenhaft durch Busverbindungen ersetzt wurden.
Rummen lag an der Linie zwischen Herk-de-Stad und Sint-Truiden und hatte damit nicht nur einen Absatzmarkt in diesen Städten, sondern auch eine Verbindung zu Hasselt, Lüttich und Brüssel.
Nach 10 Jahren der Suche nach den dringend benötigten Mitteln wurde die 17 Kilometer lange Strecke 1913 eingeweiht. Sie hatte damals etwa 64.706 Franken pro Kilometer gekostet. Sie hatte nur ein Gleis, was bedeutete, dass der Fahrplan der fahrenden und ankommenden Straßenbahnen genau abgestimmt sein musste. Die meisten Fahrten fanden am Samstag statt, wenn Markt in Sint-Truiden war. Das war auch bei der Eröffnung der Fall, als 160 Reisende befördert wurden. Man benötigte eine gute halbe Stunde, um von Rummen nach Sint-Truiden zu dampfen. Bereits 1948 wurde der Personenverkehr eingestellt. Güter wurden noch etwas länger transportiert, aber die Gleise wurden 1950-1951 abgebrochen.
Die Straßenbahn hatte es hier vielleicht schwer. Doch in Richtung Herk-de-Stad. Wir fahren schließlich zum höchsten Punkt von Rummen und die Steigung war – besonders im Winter – eine ziemliche Behinderung.
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