Flüchtlingskirche

Beschreibung

Wir leben in einer Zeit voller Veränderungen und Unruhe. Heute das, morgen das. Doch wir suchen nach Ruhe und Geborgenheit. Nach etwas oder jemandem, an dem wir uns festhalten können. Wo finden wir das? Die Vluchtheuvel ist so ein Ort in Zetten, schon seit etwa hundertfünfzig Jahren. Versteckt zwischen dem Grün hoher Bäume. Ein weißes Gebäude mit einem kleinen Glockenturm. Und darauf zeigt ein Finger nach oben. Nach oben, zu den Höheren. Die Vluchtheuvel ist eine Kirchengemeinde. Aber eine besondere. Und mit Raum... Jeder von uns hat Talente, die darfst du nutzen. Raum bedeutet Respekt für die Einsichten, Gefühle und den Glauben des anderen. Wo auch Platz für Zweifel ist. Aber wo wir immer wieder auf der Suche sind. Wir möchten einen Platz bieten für jeden, der an diesem Raum, an dieser Suche teilhaben möchte. Die Besucher der Vluchtheuvel fühlen sich frei und ungezwungen, sind aber gleichzeitig dort verbunden, wo es nötig ist. So könnte man die Vluchtheuvel charakterisieren. Die Vluchtheuvelgemeinde geht aus der Stichtingskerk der Heldringstichtungen hervor, die seit mehr als 150 Jahren besteht. Offiziell gehört die Vluchtheuvelgemeinde zur PKN, den Protestantischen Kirchen in den Niederlanden. Sie hat jedoch einen eigenen und ökumenischen Charakter.

Im Jahr 1870 wurde die Vluchtheuvelkirche in Zetten geweiht. Aber was ging dem voraus und wie entwickelte sich die Kirche zur heutigen Vluchtheuvelkirche? Lesen Sie unten die Geschichte rund um die Vluchtheuvelkirche. Dank an Herrn J. Maats für den Text.

Pfarrer Ottho Gerhard Heldring wurde 1804 in Zevenaar geboren, das damals deutsch war, seit 1816 jedoch wieder niederländisch. Sein Vater war dort Pfarrer. Heldring studierte von 1820 bis 1826 Theologie an der Universität Utrecht; der bürgerliche Rationalismus prägte die Theologie zur Tugendlehre, die Religion zu einem trockenen Zweig am Baum der Philosophie. Lange blieb die Religion zu sehr Wissenschaft, zu wenig eine Sache des Herzens. 1826 wurde er Pfarrer in Hemmen in der Betuwe, wo er bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1867 blieb. Bei der Vorbereitung seiner Weihnachtsansprache am Vorabend von Weihnachten kam er zu der Erkenntnis, dass der Weg des Christen ein anderer ist als der der Tugend, ein Weg des Glaubens; es geht um die Gerechtigkeit, die in Jesus Christus ist. Durch die Folgen einer der häufigen Überschwemmungen in diesem Jahr wurde er mit dem daraus resultierenden Elend und der bitteren Armut konfrontiert, die dort herrschte. In vielen Artikeln und Volksbuchern stellte er das Thema der Armut zur Diskussion und warb für die Schaffung von Arbeit. Heldrings Name ist für immer mit der Arbeit der Heldringstichtungen verbunden, die in dem benachbarten Zetten begann. Der Anstoß hierzu kam in Gouda, wo er 1847 die Frauengefängnisse besuchte; die Eindrücke, die er dort erhielt, waren entscheidend für eine neue Phase in seinem Leben. Er erkannte, dass es für vernachlässigte Mädchen keine Unterstützung gab, wenn sie aus dem Gefängnis entlassen wurden, was zur Folge hatte, dass sie meist in die Prostitution gerieten. Dank einer großen Sammelaktion konnte er in Zetten eine Brauerei erwerben, die nach Umbau 1848 als "Asyl Steenbeek" für die Aufnahme von vernachlässigten Mädchen und Ex-Häftlingen fungierte. Die erste Direktorin war Schwester Pietje Voute, die dreißig Jahre ihres Lebens und ihr ganzes Vermögen "Steenbeek" gespendet hat. Andere Opfer der verarmten Gesellschaft wurden in der zweiten Einrichtung in Zetten aufgenommen. 1856 wurde Talitha Kumi gegründet, die bei der Eröffnung Unterkunft für hundert Kinder unter 16 Jahren bot. 1861 öffnete Bethel seine Türen für moralisch gefährdete Mädchen über 16 Jahre. 1864 wurde die Lehranstalt für Christliche Lehrerinnen gegründet, die Mädchen zu Gouvernanten und Lehrerinnen ausbildete, die erste im Land auf christlicher Grundlage, die ohne staatliche Hilfe existieren musste. Mit all dieser Arbeit blieb Heldring als Pfarrer in Hemmen bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1867 tätig; in diesem Jahr erhielt er in Zetten eine eigene Direktorwohnung. Seine Arbeit wurde mit dem Bau einer Stiftungskirche als Mittelpunkt gekrönt: der Vluchtheuvelkirche. Der Gedanke, die Kirche auf einem hohen, speziell dafür aufgeschütteten Hügel errichten zu lassen (auch als Fluchtkirchhügel bezeichnet, siehe Buch Sichere Orte bei Hochwasser Seiten 126-129), geht zurück auf das Jahr, in dem Heldring das Pfarrhaus in Hemmen bezogen hatte und als das Wasser beim so vielen Dammbruch auch das Pfarrhaus überschwemmte (1827). Im stark gepolsterten Dachboden konnten 300 Menschen untergebracht werden. Die Gestaltung des Hügels wurde für 4600 Gulden ausgeschrieben, mit Böschungen über ein halbes Hektar, ausgedehnt und 1,30 niederländische Ellen über dem höchsten Wasserstand bei der Dammbruch von 1800 gemessen. 1870 wurde die Vluchtheuvelkirche geweiht; auf dem kleinen Glockenturm steht als Wetterfahne eine Hand, die nach oben zeigt. 1897 wurde die Kirche um einen Westflügel erweitert.

Hinweis: Für die meisten Angaben wurde aus dem Buch "In Gottes Namen - Acht Leben für andere - von Johan Winklier, erschienen bei der N.V. Arbeiderspers in Amsterdam im Jahr 1950, geschöpft. Außerdem wurde die Veröffentlichung "Hochwasser in der Betuwe" von Frau I. Hittema in einer der Ausgaben der INZET Zetten-Hemmen verwendet.

Die Vluchtheuvellaan ist jeden Tag zwischen 19:00 Uhr und 8:00 Uhr für Passanten gesperrt.

Datenquelle

Datenquelle: Vluchtheuvelgemeente

Übersetzt von OpenAI

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