Die Allerheiligenkapelle, Ausverkauf von ‘Gottes-liebenden Heiligen’

Source: Jan Rymenams

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Bereits zu Beginn des 14. Jahrhunderts stand auf dem Kluisberg eine Kapelle, die Allerheiligen gewidmet und von der Sint-Jorisgilde verwaltet wurde. Als Mitte des 19. Jahrhunderts die Zitadelle angelegt wurde, wurde die Kapelle abgerissen und an dieser Stelle eine neue Kapelle gebaut.

Vor allem im 19. Jahrhundert war es ein stark besuchter Wallfahrtsort. Denn bis dahin war die Medizin gegen Infektionskrankheiten wenig wirksam und man erwartete alle Heilung von 'oben', und zwar vorzugsweise durch die Fürsprache eines Heiligen, der eine besondere Fähigkeit für eine oder andere Erkrankung entwickelt hatte. Wenn wir uns die ansteckenden Krankheiten ansehen, die für Epidemien verantwortlich waren, ist das Angebot relativ begrenzt oder - sagen wir so - ist die Konkurrenz unter den Heiligen begrenzt. Für Lepra ist das Sankt-Job. Als im 15. Jahrhundert die Syphilis nach Europa kommt, wird das ein neues Arbeitsfeld sein. Für die Pest war Sankt Rochus weit verbreitet bekannt. In jeder Dorfkirche finden wir ein Abbild dieses Heiligen. Von 14. bis zum Ende des 17. Jahrhunderts muss er sehr aktiv gewesen sein, und seine Verehrung erfährt eine Wiederbelebung, als die Cholera im 19. Jahrhundert unser Land heimsucht. Dass die Pest einen enormen Eindruck auf unsere Vorfahren gemacht hat, beweist vielleicht die Tatsache, dass nicht nur Sankt Rochus angerufen wurde, sondern es eine Reihe von 'Pestheiligen' gibt: Sankt Sebastian, der heilige Kosmas und Damian, der heilige Antonius Abt, die heilige Rosalia und noch im 16. Jahrhundert der brandneue heilige Karl Borromäus. Nach der Pest sehen wir, dass im 18. und 19. Jahrhundert Dystenterie und Pocken ständig präsent sind. Gegen die Dysenterie war Sankt Lucia die Champion. Merkwürdigerweise gibt es nur wenige Heilige, die speziell gegen die Pocken tätig waren. Pocken traten zunächst bei Kindern auf und die Kindersterblichkeit war allgemein akzeptiert. Pocken gehörten zum Erwachsenwerden dazu. Wenn schon ein Heiliger in diesem Zusammenhang genannt werden muss, dann ist es der heilige Quirinus.

Ernest Claes beschreibt in seinem Buch 'Jugend' den Trubel der Wallfahrt am 1. November: ‘Auf dem Weg zur Kapelle stand es voll mit Ständen, und die Verkäufer schrieen die vorbeigehenden Leute an, was sie bei ihnen für wenig Geld bekommen könnten. In Richtung der Wiesen hinter der Kapelle standen ein paar Kälbchen, die für besondere Fälle opfergebracht worden waren, und die nach der Messe verkauft wurden.

Vor dem Ersten Weltkrieg gab es in der Kapelle nur etwa 30 Heiligenbilder zu besichtigen. Doch mit dem abnehmenden Glauben stellte sich heraus, dass die Anzahl der Heiligenbilder zunahm, und heute scheint die Kapelle mit ihren 160 Abbildungen fast wie ein Geschäft eines Ausstatters zu sein.

An die Kapelle ist auch eine sehr besondere Nutzung gekoppelt: die Allerheiligenbegankenis, die jährlich vom 1. November bis 9. November stattfindet. Diese devotionele Tradition hat mittlerweile eine sehr lange Geschichte. Im Jahr 2007 wurde das 700-jährige Bestehen der Allerheiligenbegankenis gefeiert. Nur während der Begankenis ist die Allerheiligenkapelle den ganzen Tag für Besucher geöffnet. Die Allerheiligenbegankenis wird noch jedes Jahr mit einer Lichterprozession am 31. Oktober eröffnet. Die Allerheiligenbegankenis selbst beginnt erst am nächsten Tag - also am Allerheiligentag selbst. Viele Besucher machen dabei auch von einem ex-voto Gebrauch. Das sind kleine Gegenstände aus Wachs, die als Opfer dargebracht werden und zum Beispiel die Form des kranken Körperteils oder Tieres annehmen können. Diest ist einer der wenigen Orte, an denen solche Votivgaben noch erhältlich sind.

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