Zunächst war die Oranje Nassau I eine Zwei-Schächte-Mine. Die beiden Schächte wurden bereits 1898 abgesenkt. Schacht I sollte der sogenannte abziehende Schacht werden und Schacht II der anziehende. Mit einem großen Ventilator sollte die verbrauchte und verschmutzte Luft über Schacht I aus den unterirdischen Stollen abgesogen werden. Frische Luft strömte dann wieder über Schacht II in die unterirdischen Stollen. Als 1912 der dritte Schacht (Schacht III) in Betrieb genommen wurde, sollte dieser der anziehende Schacht werden. Für Schacht II, der bis dahin der anziehende Schacht gewesen war, sollte ebenfalls ein Ventilator gebaut werden, sodass dieser zusammen mit dem vorhandenen Ventilator von Schacht I die verbrauchte Luft aus der Mine absaugen konnte. Aufgrund der bereits bestehenden Gebäude rund um Schacht II konnte dieser Ventilator nicht mehr direkt neben dem Schachtgebäude errichtet werden. Daher wurde dieser Ventilator neben dem Schachtgebäude von Schacht I, in etwa 28 Meter Entfernung, gebaut und über ein unterirdisches Ventilatorkanal mit Schacht II verbunden. Dieses Ventilatorkanal lag etwa 8 Meter unterhalb der Geländeoberfläche. Nach dem Abbruch der Mine wurde der Kanal an der Ventilatorseite mit einer rechteckigen, betongefertigten Abdeckung versehen und auf der anderen Seite wurde der Kanal im jetzt noch bestehenden Schacht mit Ziegelsteinen zugemauert.
Bereits 1974 wurden die Vorbereitungen für das neu zu errichtende Gebäude des CBS, des Centraal Bureau voor de Statistiek, auf dem ehemaligen Bergwerksgelände getroffen. Die Sanierung des alten Bergwerksgeländes war noch in vollem Gange. Die beiden ältesten Bergbauschächte, Schacht I und II, standen, zwar schon stark von der Abrissbirne beschädigt, noch auf dem Gelände und warteten auf den Abbruch. Auch das Fördergebäude mit der originalen, dampfbetriebenen Dampfmaschine (später auf Druckluft umgebaut) von 1897 stand noch. Auch dieses Gebäude war bereits halb abgerissen und stark beschädigt. Dennoch wurde beschlossen, einen Schachtbock, Schachtgebäude und das dazugehörige Fördergebäude als Bergbaumonument zu erhalten. Da Schacht I zu nah an dem Neubau stehen würde, fiel die Wahl auf Schacht II, obwohl das Schachtgebäude um diesen Schacht mittlerweile bereits abgerissen worden war. Daraufhin wurde beschlossen, das Schachtgebäude von Schacht I Stein für Stein abzureißen und das benachbarte Schacht II erneut zu errichten. Auch das Renovierungsprojekt umfasste das Fördergebäude von Schacht II, das beträchtlich beschädigt war.
Das Fördergebäude sollte gemäß den alten, originalen Bauplänen neu errichtet werden. So sollten die in den 50er Jahren eingesetzten rechteckigen Fenster durch die authentischen Bogenfenster ersetzt werden, wie sie auch im Schachtgebäude von Schacht I vorhanden waren. Nachdem der Neubau des CBS-Gebäudes abgeschlossen war, wurde mit dem Wiederaufbau des Schacht- und Fördergebäudes begonnen und anschließend sollte der Stahl-Schachtbock von Schacht I abgerissen werden. Es wurden jedoch einige Teile dieses Schachtbocks verwendet, die dem Schachtbock von Schacht II fehlten, beispielsweise die Treppe. Auch das Gestell auf dem Dach des Schachtbocks, auf dem die bekannten Neonbuchstaben „ON“ standen, wurde umgezogen. Diese sollten einen dauerhaften Platz auf dem Schachtbock daneben erhalten und sollten wiederhergestellt werden.
Übrigens wurden die beiden Schachtzeilen von Schacht I in der sogenannten Nullandschacht der ehemaligen Domanialmine in Kerkrade platziert. In diesem Schacht waren die originalen Schachtzeilen bereits bei der Abstoßung der Domanialmine im Jahr 1969 entfernt worden. Auch in Kerkrade beschloss man, den Nullandschacht zu erhalten. Auch der große Ventilator, der neben dem Schachtgebäude von Schacht I stand, wurde von Heerlen nach Kerkrade versetzt, zusammen mit einer großen Anzahl unterirdischer Kohlewaggons.
Datenquelle: De Mijnstreek
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